„Herkunft, Sprache, Bindung – Ungarndeutsch. Steh dazu!“

Liebe Freunde,

am Übergang in das neue Jahr ist es üblich, für eine Zeit innezuhalten und kleine oder große Änderungen für die kommende Zeit vorzunehmen. Es ist sinnvoll und hilfreich, eine Bilanz zu ziehen, Erfahrenes wertzuschätzen und sich über das Weitere Gedanken zu machen.

Das haben wir – Mitglieder der Vollversammlung, Regionalbüro- und Institutionsleiter, Mitarbeiter der Geschäftsstelle – in der letzten Klausurtagung im November auch gemacht: die ersten drei Jahre der Wahlperiode wurden ausgewertet, Potenziale für die kommenden zwei Jahre festgelegt und diskutiert, worin unsere besondere Berufung liegt.

Letztes Jahr habe ich Sie, liebe Freunde, zur Zuversicht aufgerufen, was das neue Jahr betrifft. Zur Zuversicht die Besserung der gesundheitlichen Lage betreffend und auch zur Zuversicht, was die Zukunft unserer Volksgruppe betrifft. Keiner von uns hat geahnt, dass uns andere Schwierigkeiten belasten werden: ein Krieg in unserer unmittelbaren Nähe, eine Energiesituation, die kaum zu bewältigen ist, dass Menschen mit Existenzproblemen kämpfen, wobei diese im 21. Jahrhundert schon Vergangenheit sein sollten.

Trotz allem können wir ein erfolgreiches Jahr hinter uns lassen, auch wenn mit vielen Konflikten, einem rasanten Arbeitstempo, zahlreichen Veranstaltungen und Gedenkfeiern, die dazu berufen waren, unser Dasein vor der Öffentlichkeit und unsere Gemeinsamkeit unter uns zu stärken.

Die Jahre 2022 und 2023 stehen im Zeichen des Gedenkens an die Ansiedlung der Deutschen in Ungarn, die Reihe der Ortschaften, die ein Denkmal zu dieser Etappe unserer Geschichte geschaffen haben, hat sich erweitert. Die von der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn in Gerlingen organisierte Kulturtagung hatte ebenfalls diese Zeitspanne als Thema. Durch die Vorträge der zwei Referenten – Martha Fata von der Universität Tübingen und Maria Erb vom Ungarndeutschen Forschungsinstitut an der ELTE – wurde der Grundgedanke der Vereinbarung zwischen der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU) und der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn (LDU) unterstrichen, nämlich: „dass über 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und der damit einhergehenden unterschiedlichen Entwicklung der Volksgruppe die beiden Teile der Ungarndeutschen immer noch zusammengehören“.

Durch eine Reihe von Gedenkveranstaltungen konnte in vielen Orten der Bogen von der Ansiedlung bis hin zur Vertreibung geschaffen werden. (…)

Im Jahr 2022 waren für uns Ungarndeutsche zwei Ereignisse, deren Wichtigkeit ich gar nicht genug betonen kann, von grundlegender Bedeutung: die Wahl eines Abgeordneten ins ungarische Parlament und die Volkszählung. Bei beiden hatten wir die Möglichkeit, zu unserer Herkunft, Sprache und Bindung zu stehen. Es ist uns erneut gelungen, das Parlamentsmandat zu erreichen, die Ergebnisse der Volkszählung werden zeigen, ob wir unserer Verpflichtung Ausdruck verleihen konnten und uns als Ungarndeutsche definiert haben.

Im Sinne unseres Mottos – Ungarndeutsch. Steh dazu! – wünsche ich Ihnen, liebe ungarndeutsche Freunde, ein erfolgreiches Jahr 2023!                    

 

(das komplette Grußwort entnehmen Sie bitte der „Neue Zeitung – Ungarndeutsches Wochenblatt“ vom 6. Januar 2023)

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