„Mut – Freiheit – Europa“

Gedenkfeier zum 69. Jahrestag der Ungarischen Revolution und des Freiheitskampfes von 1956 in Stuttgart

Anlässlich des 69. Jahrestages der Ungarischen Revolution und des Freiheitskampfes von 1956 fand in den Räumlichkeiten des Ungarischen Kulturzentrums in Stuttgart eine besondere Gedenkfeier statt. Die Veranstaltung wurde vom Liszt-Institut in Zusammenarbeit mit dem Generalkonsulat von Ungarn organisiert und bot einen würdevollen Rahmen, um an die Ereignisse von 1956 zu erinnern – ein Schlüsselkapitel der ungarischen und europäischen Freiheitsgeschichte.

Als Ehrengast konnte Generalkonsul Dr. András Izsák den ungarischen Energieminister Csaba Lantos begrüßen, der in seiner Festrede die Bedeutung der Revolution von 1956 für die ungarische Gesellschaft und die Freiheit Europas hervorhob. Er betonte, wie groß der Mut der Menschen damals gewesen sei, die sich dem kommunistischen Regime entgegenstellten – und wie sehr dieser Geist der Freiheit bis heute nachwirke. Minister Lantos zitierte u.a. einen Zeitzeugen, der über die erschütternden Ereignisse schrieb: „Der polnische Aufstand war ein Wendepunkt für den Kommunismus – die ungarische Revolution ein Wendepunkt in der Geschichte der Welt.“

Die Gedenkfeier wurde umrahmt von musikalischen Darbietungen des Tárogató-Künstlers József Terék, die das historische Geschehen eindrücklich in Erinnerung riefen.

Unter den Gästen befanden sich zahlreiche Diplomaten, Vertreter ungarischer und deutscher Institutionen sowie Mitglieder der ungarndeutschen Gemeinschaft in Baden-Württemberg.

Im Anschluss an den offiziellen Teil lud das Kulturinstitut zusammen mit dem Generalkonsulat zu einem Empfang ein, der Gelegenheit zum Austausch und zur Begegnung bot. Die Veranstaltung wurde von vielen als ein wichtiges Zeichen der Verbundenheit zwischen Ungarn und der deutschen Zivilgesellschaft wahrgenommen – im Geiste der gemeinsamen europäischen Werte und der Erinnerung an die Freiheitskämpfe vergangener Generationen.

Gemeinsame Verantwortung für das kulturelle Erbe der Donauschwaben

Der Stiftungsrat des Donauschwäbischen Zentralmuseums tagt in Ulm

In Ulm tagte kürzlich der Stiftungsrat des Donauschwäbischen Zentralmuseums (DZM) zu seiner turnusmäßigen Sitzung. Die Sitzung stand im Zeichen eines intensiven Austauschs und wichtiger Entscheidungen für die Zukunft des Museums.

Auf der umfangreichen Tagesordnung standen u.a. die Berichte des Vorstandes, des Museumsdirektors und der Kulturreferentin für die Donauschwaben, die über aktuelle Entwicklungen, Projekte und Schwerpunkte der musealen Arbeit informierten. Darüber hinaus befasste sich der Stiftungsrat mit der Jahresrechnung, den Arbeitsprogrammen sowie dem Wirtschaftsplan für das Jahr 2026. Dabei nutzten die Mitglieder die Gelegenheit, um sich eingehend mit den inhaltlichen und organisatorischen Perspektiven des Hauses auseinanderzusetzen.

Besonders hervorzuheben ist die Teilnahme der vier Bundesvorsitzenden der donauschwäbischen Landsmannschaften, die nicht nur als stimmberechtigte Mitglieder des Stiftungsrates aktiv an den Beratungen teilnahmen, sondern den Austausch unter den Bundesvorsitzenden suchten. Diese enge Einbindung der landsmannschaftlichen Vertretungen unterstreicht darüber hinaus die zentrale Bedeutung des DZM als gemeinsames kulturelles Forum und Erinnerungsort aller Donauschwaben.

Das Donauschwäbische Zentralmuseum wurde 2000 in Ulm eröffnet und widmet sich der Geschichte, Kultur und Gegenwart der Donauschwaben im europäischen Kontext. Mit Ausstellungen, Bildungsangeboten und Forschungsprojekten trägt es maßgeblich dazu bei, dass das donauschwäbische Erbe lebendig bleibt und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.

Mit der jüngsten Sitzung wurden wichtige Weichen für das kommende Jahr gestellt – im Bewusstsein der gemeinsamen Verantwortung für das kulturelle Erbe der Donauschwaben und dessen Weitergabe an künftige Generationen.

Im Zeichen der Verjüngung und Erneuerung

Gregor Gallai als neuer Spitzenkandidat für die kommenden Parlamentswahlen nominiert

Mitte November traf sich die LdU-Vollversammlung zur dreitägigen Klausur in Baje, um unter anderem auch die Weichen für im April 2026 bevorstehenden Parlamentswahlen zu stellen.

Gemäß dem Beschluss der Vollversammlung, dem obersten Entscheidungsgremium der ungarndeutschen Gemeinschaft in Ungarn, steht Gregor Gallai – Experte für Nationalitätenpolitik – an der Spitze der Nationalitätenliste. Seine Wahl ist ein klares Signal dafür, dass die ungarndeutsche Gemeinschaft bewusst auf junge, gut ausgebildete und im öffentlichen Leben bereits bewährte Fachleute setzt.

Ziel der Verjüngung ist es, dass im Parlament eine Person für die Gemeinschaft arbeitet, die die Sichtweise und Erwartungen der jungen Generation gut kennt, jene anzusprechen vermag, die gerade erst in das öffentliche Leben eintreten, innovative Ansätze in die nationalitätenpolitische Interessenvertretung einbringt und eine Brücke zwischen Traditionen und modernen gesellschaftlichen Herausforderungen schlägt.

Gregor Gallai arbeitet seit vielen Jahren für die Ungarndeutschen – seine Person steht somit zugleich für Kontinuität und neue Impulse.

Die Vollversammlung sprach Emmerich Ritter ihren besonderen Dank aus, der die ungarndeutsche Gemeinschaft 12 Jahre lang im Ungarischen Parlament vertrat – zunächst eine Wahlperiode lang als Sprecher, anschließend zwei Wahlperioden als vollberechtigter Abgeordneter – und nun auch offiziell ankündigte, dass er nicht mehr antritt. Mit seinem Engagement, seiner fachlichen Kompetenz und seiner konsequenten Arbeit hat Ritter bleibende Werte geschaffen: er stärkte die parlamentarische Repräsentation der ungarndeutschen Gemeinschaft, spielte eine bedeutende Rolle bei der Weiterentwicklung der Nationalitätenförderungen und setzte sich konsequent für die Durchsetzung der Nationalitätenrechte ein. Seine Arbeit wurde von der Vollversammlung mit großem Applaus und tiefer Anerkennung gewürdigt.

Auf die ersten fünf Plätze der ungarndeutschen Einheitsliste wurden folgende Personen gesetzt: Gregor Gallai (Spitzenkandidat), Ibolya Hock-Englender, Emil Koch, Richard Schneider und Gábor Werner.                                                                  

(Text und Bilder: LdU Ungarn)

Unser Weg in die Zukunft – Teil 3

Dritte Klausurtagung des LDU Landesverbandes Baden-Württemberg in Bretzfeld

Mitte Oktober traf sich der Landesvorstand der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn (LDU) Baden-Württemberg bereits zum dritten Mal in diesem Jahr zu einer Klausurtagung in Bretzfeld im Hohenlohekreis im fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs.

Unter dem Leitmotiv „Unser Weg in die Zukunft“ stand auch diese Tagung im Zeichen der strategischen Weiterentwicklung des Landesverbandes und der Stärkung seiner inneren und äußeren Strukturen.

Im Mittelpunkt der Beratungen standen diesmal drei zentrale Themenfelder: die Stärkung der Gemeinschaft in Baden-Württemberg und darüber hinaus, die Förderung einer europäischen Vielfalt sowie der Ausbau der Medienpräsenz und der öffentlichen Wahrnehmung der LDU. Ebenso wurde die Bewahrung von Kultur und Tradition durch zielgerichtete Veranstaltungen und neue Formate intensiv diskutiert.

In drei Arbeitsgruppen erörterten die Vorstandsmitglieder Chancen und Herausforderungen, tauschten Ideen aus und entwickelten konkrete Ansätze für die zukünftige Arbeit des Verbandes. Die Diskussionen verliefen engagiert, offen und – wie gewohnt – lebendig. „Gerade dieser freie und kreative Austausch zeigte einmal mehr, wie stark der Landesverband von der Vielfalt seiner Persönlichkeiten und Perspektiven profitiert“, so der Landesvorsitzende Joschi Ament.

Die Gesamtmoderation der Tagung lag erneut in den bewährten Händen von Anna-Sophie Haas, die mit ihrer klaren Struktur und ihrem Gespür für Dynamik einen wichtigen Beitrag zum Erfolg des Wochenendes leistete.

Mit neuen Impulsen, gestärktem Zusammenhalt und einem klaren Blick auf die kommenden Aufgaben blickt der Landesvorstand optimistisch in die Zukunft – getreu dem Motto: „Gemeinsam gestalten wir die nächsten Schritte auf unserem Weg in die Zukunft.“

„Freude schenken, Freunde treffen, das sind Momente im Leben, die in Erinnerung bleiben“

Große Ehre für jahrzehntelanges Engagement: Erich Gscheidle erhält Goldene Ehrennadel der LDU

Im Rahmen der 45. Kulturtagung des LDU Landesverbandes in Baden-Württemberg in Gerlingen wurde Erich Gscheidle mit der Goldenen Ehrennadel der LDU ausgezeichnet – der höchsten Ehrung, die die Gemeinschaft in Baden-Württemberg zu vergeben hat. Die Laudatio hielt der Bundesvorsitzende Joschi Ament.

In seiner Ansprache würdigte Ament das jahrzehntelange Wirken Gscheidles für die ungarndeutsche Sache. Seit über fünf Jahrzehnten präge Erich Gscheidle das kulturelle und gesellschaftliche Leben in Gerlingen – einer Stadt, die durch seine Mitgestaltung zum Mittelpunkt der ungarndeutschen Kultur in Baden-Württemberg geworden sei. Als Hauptamtsleiter der Stadt Gerlingen hätte er nicht nur Vereinsförderung und Städtepartnerschaften verantwortet, sondern hätte auch die Patenschaft der Stadt über die LDU mit Leben gefüllt.

Seit 2008 gehöre Gscheidle dem Organisationsteam der LDU Gerlingen an, seit 2012 sei er Landesgeschäftsführer der LDU Baden-Württemberg, seit 2017 Geschäftsführer des Bundesverbandes – stets ehrenamtlich und mit großem persönlichen Einsatz. „Erich Gscheidle hat sich dafür eingesetzt, dass die Geschichte und das kulturelle Erbe der Ungarndeutschen nicht in Vergessenheit geraten. Er weiß: Erinnerung ist Auftrag – und Weitergabe an die nächste Generation ist Pflicht“, wie Ament betonte.

Auch die Städtepartnerschaft zwischen Gerlingen und Tata trage seine Handschrift, wie Ament betonte. Seit 1985 habe Gscheidle diese Partnerschaft mit unzähligen Begegnungen und Projekten geprägt und vertieft.

Für sein Wirken wurde Erich Gscheidle bereits vielfach geehrt – unter anderem mit der Ehrenbürgerwürde der Stadt Tata, dem König-Sigismund-Preis und dem Offizierskreuz von Ungarn.

Mit der Verleihung der Goldenen Ehrennadel würdigt die LDU nun das Lebenswerk eines Mannes getreu seinem eigenen Motto – „Freude schenken, Freunde treffen, das sind Momente im Leben, die in Erinnerung bleiben“.

„Geschichte bewegt – auch uns“

45. Landeskulturtagung der LDU Baden-Württemberg in Gerlingen

Mitte Oktober fand im Gerlinger Rathaus die 45. Kulturtagung der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn (LDU) statt – ein Nachmittag, der eindrucksvoll zeigte, wie lebendig Geschichte auch heute noch ist. Unter dem Motto „Geschichte bewegt – auch uns“ rückte die Tagung die ungarndeutsche Vergangenheit in den Blick der nächsten Generation.

Bereits in seiner Begrüßung betonte LDU-Bundesvorsitzender Joschi Ament die Bedeutung dieses Perspektivwechsels. „Heute ist ein besonderer Tag, denn wir lassen unsere Jugend sprechen“, erklärte er. „Geschichte bewegt uns alle – und heute zeigen uns junge Menschen, warum sie auch für sie noch Bedeutung hat.“ Ament erinnerte zugleich an die lange Tradition der Kulturtagungen in der Patenstadt Gerlingen, die er als „inoffizielle Hauptstadt der Deutschen aus Ungarn in Baden-Württemberg – und weltweit“ bezeichnete.

Im Mittelpunkt des Nachmittags standen drei junge Referentinnen und Referenten, die aufzeigten, dass das ungarndeutsche Erbe auch in der jungen Generation lebendig ist. Jan Ament (17, Sinsheim) eröffnete die Vortragsreihe mit seinem Beitrag „Menschen, Minderheiten, Migrationen“, in dem er die Auswanderung der Donauschwaben im 18. Jahrhundert beleuchtete. Lena Virth (16, Pécs/ Ungarn) widmete sich in ihrem Vortrag „Die Räder rattern. Dawei, nur dawei!“ der Verschleppung der Ungarndeutschen in die Sowjetunion. Den Abschluss bildete Leana Magdalena Becker (17, Taunusstein) mit ihrem Referat über die Vertreibung der Ungarndeutschen nach dem Zweiten Weltkrieg und deren Auswirkungen auf die Nachgeborenen.

Alle drei stammen aus ungarndeutschen Familien und berichteten – teils sehr persönlich – von familiären Erinnerungen, Begegnungen und ihren eigenen Zugängen zur Geschichte. Damit wurde der Leitgedanke der Tagung unmittelbar erfahrbar: Geschichte ist kein abgeschlossenes Kapitel, sondern Teil einer lebendigen Identität.

Zum Abschluss brachte es Joschi Ament auf den Punkt: „Geschichte bewegt uns – und sie verbindet uns. Wir bleiben Brückenbauer zwischen den Menschen in Deutschland und Ungarn. Denn Freundschaft und Erinnerung sind das Fundament für Frieden und Freiheit in Europa.“

„Geschichte bewegt – auch uns“ – die Kulturtagung machte deutlich, dass die Erinnerung an das ungarndeutsche Erbe lebendig bleibt, wenn junge Menschen sie mit Herz und Stimme weitertragen.

 

„Olivia Schubert zur FUEN-Präsidentin gewählt“

Neue Führung bei der Föderalistische Union Europäischer Nationalitäten (FUEN)

Am 25. Oktober 2025 hat die Delegiertenversammlung der FUEN im Rahmen des 69. Kongresses in Bozen (Südtirol) eine neue Führung gewählt. Mit großer Mehrheit – 180 der 260 gültigen Stimmen – wurde Olivia Schubert von der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU) zur Präsidentin für die Amtszeit von 2025 bis 2028 gewählt.

In ihrer ersten Stellungnahme nach der Wahl betonte Schubert, dass sie die vielfältigen Minderheiten Europas weiterhin wirkungsvoll vertreten möchte. Sie sieht in der FUEN eine wichtige Plattform für Verständigung, Sprache, Kultur und demokratische Teilhabe – und will die Zusammenarbeit innerhalb des neuen Präsidiums besonders stärken.

Das neu gewählte Präsidium spiegelt die sprachliche und geografische Vielfalt der Mitgliedsorganisationen wider: Vertreter aus Deutschland, Rumänien, Italien, der Slowakei und anderen Ländern wurden in Schlüsselpositionen gewählt. Zudem wurde beschlossen, dass der 70. FUEN-Kongress im Jahr 2026 in Helsinki (Finnland) und der 71. im Jahr 2027 in Istrien (Slowenien) stattfinden wird – ein klares Signal für europaweite Zusammenarbeit und Netzwerkstärkung.

„Es ist etwas Großartiges, dass die Präsi-dentin einer Organisation, die mehr als 100 Nationalitätenorganisationen aus fast 40 Ländern umfasst, aus unseren Reihen kommt!“, meinte LdU-Vorsitzende Ibolya Hock-Englender, die selbst am Kongress teilnahm.

Olivia Schubert wird die weitreichenden Aufgaben der FUEN-Präsidentin ehrenamtlich wahrnehmen. Ihre Tätigkeit als hauptamtliche Vizevorsitzende der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen wird dadurch nicht beeinträchtigt. Die LdU in Ungarn und die LDU in Deutschland gratulieren Frau Schubert zur erfolgreichen Wahl und wünschen ihr viel Mut und Ausdauer in ihrem neuen Amt.                               

  (Quellen: www.fuen.org und Neue Zeitung/Budapest)

„Ein halbes Jahrhundert“

50 Jahre Arbeitskreis Donauschwäbischer Familienforscher in Sindelfingen

Ein halbes Jahrhundert Forschung, Erinnerung und Engagement: Der Arbeitskreis Donauschwäbischer Familienforscher (AKdFF) feierte im Haus der Donauschwaben in Sindelfingen sein 50-jähriges Bestehen.

Rund 500 Mitglieder zählt der Verein heute – viele von ihnen Nachkommen der Erlebnisgeneration, die ihre Wurzeln in den donauschwäbischen Siedlungsgebieten haben. Ziel des Arbeitskreises ist es, Quellen zur Familienforschung zu erschließen, Mitglieder fachkundig zu beraten und mit Publikationen die Geschichte der Donauschwaben für kommende Generationen zu bewahren.

Die Festveranstaltung wurde von Dr. Hertha Schwarz, der ersten Vorsitzenden des AKdFF, eröffnet. In den Grußworten würdigten zahlreiche Persönlichkeiten die jahrzehntelange Arbeit des Vereins: Raimund Haser MdL, Vorsitzender des Vereins „Haus der Donauschwaben e.V.“, Markus Kleemann, Oberbürgermeister von Sindelfingen, Jürgen Harich, Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Donauschwaben, sowie Vertreter befreundeter Forschungsvereinigungen – darunter Dr. Kornél Péncz (Arbeitskreis ungarndeutscher Familienforscher), Dr. Alexander Weber (Österreichische Gesellschaft für Genealogie und Geschichte), Nikolaus Türk (Arbeitsgemeinschaft Banater Familienbücher) und Prof. Dr. Georg Fertig (Verein für Computergenealogie).

Ein Höhepunkt des Festakts war der Vortrag von Dr. habil. Matthias Beer (Universität Tübingen), der den Begriff der Donauschwaben in historischer und identitätsstiftender Perspektive beleuchtete.

Als sichtbares Zeichen der Verbundenheit zwischen dem AKdFF und dem Haus der Donauschwaben in Sindelfingen enthüllten Dr. Hertha Schwarz und Raimund Haser in der Aula des Hauses eine Stifter-Tafel.

Beim anschließenden Empfang bot sich den Gästen Gelegenheit zu Begegnung und intensiven Gesprächen.

Das Jubiläum zeigte eindrucksvoll: Der Arbeitskreis Donauschwäbischer Familienforscher blickt nicht nur auf eine 50-jährige Erfolgsgeschichte zurück, sondern ist auch für die Zukunft gut aufgestellt.

„Wo Tradition Zukunft tanzt“

75. Jubiläumskirchweihfest bei den Donauschwaben in Mosbach

Ein festliches Jubiläum konnte die donauschwäbische Gemeinschaft in Mosbach begehen: Das 75. Kirchweihtreffen führte zahlreiche Gäste aus Politik, Kultur und Gesellschaft zusammen und stellte einmal mehr die Lebendigkeit donauschwäbischer Traditionen unter Beweis.

Das abwechslungsreiche Programm wurde von einer eindrucksvollen Vielfalt an Mitwirkenden geprägt. Das sorbische Folklore-Ensemble „Schleife“, die „lustigen Schwaben“ der Banater Schwaben aus Heilbronn, der Tanzkreis sowie die Jugendtanzgruppe der Donauschwaben in Mosbach selbst sorgten für ein abwechslungsreiches Abendprogramm in der Pattberghalle in Neckarelz. Besonderes Augenmerk lag dabei schon beim Einzug von über 80 Trachtenträgerinnen und Trachtenträgern auf deren farbenprächtigen Trachten – darunter die Karawukowaer-Tracht aus dem ehemaligen Jugoslawien oder die Wandorfer Tracht aus Ungarn. Ergänzt wurde das Programm durch die Showtanzgruppe Exótica aus Waldstadt, die moderne Akzente setzte.

In ihren Grußworten würdigten Landrat Dr. Achim Brötel, Mosbachs Bürgermeister-Stellvertreter Manfred Beuchert sowie Hans Supritz, Landesvorsitzender der Donauschwaben in Baden-Württemberg, das jahrzehntelange Engagement der Mosbacher Donauschwaben. Unter der Leitung von Anton Kindtner und Sabine Kress und den vielen zahlreichen Helfern von Jung bis Alt hätte der Verein gezeigt, wie sich Tradition und Zukunft miteinander verbinden lassen.

Besonders berührend waren dabei die Kinder und Jugendlichen, die in den alten donauschwäbischen Volkstracht mitwirkten. Sie machten deutlich, dass die Kirchweih nicht allein ein Erinnerungsfest ist, sondern zugleich ein Bekenntnis zur Zukunft der Volksgruppe.

„Lebendiges Zeugnis gelebter Heimat“

Die Banater Schwaben feierten 75 Jahre Landesverband und 56. Trachtenfest in Göppingen

Lebendiges Zeugnis gelebter Heimat – kein leichtes Unterfangen in einer Zeit voller Umbrüche – bekräftigte Richard Jäger, Landesvorsitzender der Banater Schwaben in seiner Begrüßung. Eine Zeit zum Innehalten, Erinnern und Feiern, eine Zeit zum Danken für 75 Jahre „lebendiges Zeugnis gelebter Heimat“ und einer verlässlichen Partnerschaft mit Göppingen, sagte er.

Zahlreiche Gäste kamen zum Festakt mit Landestrachtenfest und anschließendem Schwabenball, u.a. Nicole Razavi, Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen des Landes Baden-Württemberg, Cem Özdemir, Bundeslandwirtschaftsminister a.D., Dr. Vlad Vasiliu, rumänischer Generalkonsul in Stuttgart, Alex Maier, Oberbürgermeister der Stadt Göppingen, gleichzeitig Patenstadt der Banater Schwaben in Baden-Württemberg, sowie zahlreiche Vorstände und Vertreter befreundeter Landsmannschaften.

Alex Maier nannte die Patenschaft der Stadt Göppingen über die Banater Schwaben, die seit 1988 besteht, ein „lebendiges Versprechen“, das jedes Jahr gefeiert wird.

120 Trachtenpaare aus Deutschland und Rumänien zeigten lebendige Kultur, die Vielfalt und den Reichtum des Brauchtums, Jugendvertreter betonten den Zusammenhalt und gemeinsame Tradition.

Generalkonsul Dr. Vlad Vasiliu bezeichnete die Banater Schwaben als Brückenbauer zwischen Deutschland und Rumänien und verwies auf die besondere Rolle der Banater Schwaben für die guten Beziehungen zwischen Rumänien und Baden-Württemberg.

In ihrer Festansprache lobte Ministerin Nicole Razavi die Vielfalt der Tradition gegenüber einer häufigen Vergleichbarkeit heutiger Metropolen.

Cem Özdemir spannte in seinen Grußworten einen Bogen der frühen Geschichte des Karpatenbeckens bis heute.

Der traditionelle Schwabenball bildete den schwungvollen Ausklang eines gelungenen Festtages.