
6. Tagung der Kulturstiftung in Bonn-Bad Godesberg
Zahlreiche Vertreter der Landsmannschaften und Kulturvereinigungen der Vertriebenen trafen sich Mitte November in Bonn-Bad Godesberg. Die Begegnungstagung war mit rund 60 Personen ausgebucht und auch von Seiten der Berichterstatter und Vortragenden sehr gut besetzt. Mehrere Beauftragte verschiedener Landesregierungen, wie auch der Beauftragte der Bundesregierung für Vertriebene und Aussiedlerfragen, Dr. Bernd Fabritius, waren der Veranstaltung zugeschaltet und gaben ihre Statements zur aktuellen Situation ab.
Die ungarndeutsche Seite wurde durch Stefan Vachaja vom Landesvorstand der LDU Baden-Württemberg und durch Claudia und Thorsten Söder von den Wandorfern (oedenburgerland.de) vertreten.
Es wurden viele interessante Projekte angesprochen, wobei deutlich wurde, dass professionelle Einrichtungen wie auch die Projekte der Landsmannschaften gleichermaßen unterstürzt werden müssen.
Zielgruppen der Informationsarbeit sind einerseits die Heimatortsgruppen aber immer auch die gesamtdeutsche Gesellschaft. Ebenso bleibt der Austausch mit den Herkunftsländern wichtig.
Besonders interessant war ein Bericht über den außerschulischen Lernort in Hoyerswerda, der sich „Transferraum Heimat“ nennt. Dort wird beispielsweise ein historischer Güterwaggon präsentiert, mit dem die Realität der Vertreibung nach dem zweiten Weltkrieg veranschaulicht wird. Ebenso kann auf einem nahegelegenen See mit einem Original-Beiboot der „Wilhelm Gustloff“ die damalige Tragödie nachempfunden werden.
Die Vorgehensweise bei der Präsentation von „Virtuellen Heimatsammlungen“ im Internet wurde an Beispielen erläutert. Ziel ist hier keine Inventarisierung, sondern eine Darstellung von ausgewählten Exponaten, um weiteres Interesse zu wecken.
Auch Olivia Schubert, die neu gewählte Präsidentin der FUEN (Föderalistische Union Europäischer Nationalitäten) und stellvertretende Vorsitzende der LdU in Ungarn, war per Video-Konferenz zugeschaltet. Sie vertritt in ihrer Tätigkeit für die FUEN rund 20 Millionen Menschen in Europa und unter anderem auch solche Minderheiten, die kein Land haben, wie auch die Sorben.
Beifall fand das Schlusswort von Frau Dr. Werthan, in dem sie betonte, dass Vermittlung der Vertriebenenkultur an die deutsche Gesamtgesellschaft eminent wichtig bleibt.
