„Gemeinschaft leben – Geschichte ehren – Zukunft gestalten“

Liebe Landsleute!

Als Motto meines Neujahrsgrußes für das Jahr 2026 habe ich diese drei Begriffe gewählt, weil sie für mich die Ecksteine unseres Daseins darstellen. In der Gegenwart ist es entscheidend, unsere Gemeinschaft aktiv zu leben, Meinungsverschiedenheiten klug auszutragen und stets vor Augen zu haben, dass wir nur durch Zusammenhalt vorankommen.

Die Maßnahmen, die wir in den letzten Jahren auf Grundlage der Strategie der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen umgesetzt haben, folgen diesen Prinzipien: unsere Wurzeln zu bewahren, sie mit zeitgemäßen Mitteln in die Gegenwart einzubinden und so für die Zukunft zu sichern. Durch kontinuierliche Online-Kommunikation und regelmäßige Pressearbeit informieren wir Sie, liebe Landsleute, über Themen, die uns alle betreffen. Unsere Podcast-Serie eröffnet nicht nur unseren Angehörigen, sondern auch der Mehrheitsgesellschaft Einblicke in unser vielfältiges Dasein und greift dabei auch strittige Fragen auf.

Zahlreiche Projekte – wie die Mitgestaltung der Ausstellung „Schwerer Stoff“, die ungarndeutschen Lehrpfade, die Inszenierungen der Deutschen Bühne Ungarn oder die wissenschaftliche Tagung zur Vertreibung und Verschleppung – dienen sowohl der Aufarbeitung unserer Vergangenheit als auch der Reflexion darüber, was wir aus ihr lernen können. Auch der Landesrat der Ungarndeutschen Chöre, Kapellen und Tanzgruppen sucht neben der Pflege der Tradition nach neuen Ausdrucksformen der Volkskunst.

Besonders wichtig ist uns die Jugend. Jugendkonferenzen stoßen auf großes Interesse, das Alumni-Netzwerk der Valeria-Koch-Preisträger wurde ins Leben gerufen. Die Gemeinschaft Junger Ungarndeutscher und der Verein für Ungarndeutsche Kinder bilden das Fundament unserer Zukunft – sie verdienen breite Unterstützung und mehr aktive Mitwirkung. Wenn wir bei Kultur- und Wettbewerbsveranstaltungen Kinder und Jugendliche auf der Bühne sehen, hören wir nicht nur Lieder und Texte – wir hören unsere Zukunft.

Die Jahre ab 2026 stehen im Zeichen des Gedenkens an Verschleppte, Heimatvertriebene und Heimatverbliebene. Wir erinnern nicht, um stehenzubleiben, sondern um weiterzugehen.

Gerade im Jahr der Parlamentswahlen sind wir aufgerufen, uns bewusst zu unserer Herkunft zu bekennen und unsere Interessen entschlossen zu vertreten. Tragen wir die Kraft des Neuanfangs in das neue Jahr und in unsere Gemeinschaften. In dieser Zuversicht wünsche ich uns allen ein erfolgreiches Jahr 2026!

Ibolya Hock-Englender

Vorsitzende der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen

 

 

(Quelle: LdU Ungarn)