
„Kathreintanz der LDU Gerlingen mit besonderem Ehrengast“
Der Gerlinger Stadtverband der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn (LDU) pflegt seit Jahrzehnten enge und freundschaftliche Beziehungen zu Zsámbék/Schambek. Diese Verbundenheit hat einen historischen Hintergrund: Am 29. April 1946 kamen 201 vertriebene Ungarndeutsche aus Schambek als erste Heimatvertriebene nach Gerlingen und fanden dort eine neue Bleibe.
Der diesjährige Kathreintanz, der traditionell als Familienabend begangen wird, stand unter einem besonderen Vorzeichen. Ehrengast war Pater Martin Holnapy aus Zsámbék/Schambek. Auf seine Teilnahme hin fand zunächst ein gemeinsamer Gottesdienst in der Kirche St. Peter und Paul statt. Anschließend trafen sich Mitglieder, Freunde und Gäste der LDU in der Jahnhalle zu einem geselligen Abend.
Für das kulturelle Programm sorgte das Ungarndeutsche Folklore Ensemble Wernau, das Aushängeschild der LDU in Baden-Württemberg, das mit ungarndeutschen und ungarischen Tänzen erneut sein hohes tänzerisches Niveau unter Beweis stellte. Der Männergesangverein Gerlingen, verstärkt durch Sänger des Hymnus-Chors aus Stuttgart, begeisterte mit seinen Chorvorträgen und einem besonders eindrucksvollen Klangbild.
Neben den Mitgliedern des Stadtverbandes nahmen auch Vertreter des Gemeinderats- und Patenschaftsrates der Stadt Gerlingen sowie Mitglieder des Landesvorstandes der LDU teil. Der Patenonkel der LDU in Baden-Württemberg, Bürgermeister Dirk Oestringer, hob in seinem Grußwort die gerade jetzt so wichtige Rolle der LDU als Brückenbauer zwischen der neuen und der alten Heimat hervor. An diesem europäischen Friedens- und Freundschaftswerk beteilige sich auch in lobenswerter Weise seit Jahrzehnten die Gerlinger LDU, so Oestringer.
Erich Gscheidle erinnerte an diesem Abend an ein „Urgestein“ der Gerlinger LDU. Sepp Bader hätte im September seinen 100. Geburtstag gefeiert. Er war 32 Jahre lang 1. Vorsitzender der Ortsgruppe der LDU, über 30 Jahre im Gemeinderat und Patenschaftsrat sowie im Landesvorstand der LDU. Unter dem Vorsitz seines Vaters, Josef Bader sen., wurden bereits Mitte der 1950er Jahre die Familienabende eingeführt.
Der gesellige Teil des immer noch beliebten Tanzreigens wurde anschließend mit Walzermelodien eröffnet, und am Ende gab es die einhellige Meinung aller Anwesenden: ein gelungenes Fest und ein Wiedersehen im kommenden Jahr.
