
Gedenkveranstaltung in Stuttgart
Am 24. Januar 2026 fand im ehrwürdigen Kursaal in Stuttgart-Bad Cannstatt eine Gedenkveranstaltung zum 80. Jahrestag der Verschleppung und Vertreibung der Ungarndeutschen statt. Initiiert wurde diese vom Ungarischen Kulturinstitut Stuttgart sowie vom Generalkonsulat von Ungarn in Stuttgart. Das Gedenken reihte sich in die Programme des Ungarischen Staates ein, die bereits am 19. Januar in Budaörs (Ungarn) sowie in München stattgefunden hatten.
Als Ehrengäste nahmen die beiden Bundesvorsitzenden, Joschi Ament für die LDU in Deutschland und Ibolya Hock-Englender für die LdU in Ungarn, teil. Die Moderation übernahm Institutsleiter Dr. Dezső Szabó. Grußworte sprach der Generalkonsul von Ungarn in Stuttgart, Dr. András Iszák. Die Festreden hielten Staatssekretär Thomas Blenke, MdL, für Baden-Württemberg sowie der stellvertretende Staatssekretär im Amt des ungarischen Ministerpräsidenten, Dr. Zoltán Fürjes.
In seiner Ansprache erinnerte Joschi Ament an das Schicksal der rund 32.000 nach Russland verschleppten sowie über 200.000 vertriebenen Ungarndeutschen. Hinter den Zahlen stünden unzählige menschliche Tragödien. Erinnerung sei Verantwortung und Grundlage für Frieden und Versöhnung.
Ibolya Hock-Englender ergänzte das historische Gedenken mit persönlichen Bildern aus ihrer Familiengeschichte. Sie schilderte Abschiede am Bahnhof, verlassene Gräber in den Heimatdörfern und kleine Alltagsmomente, die den Verlust symbolisieren. Solche Erinnerungen gäben den geschichtlichen Fakten ein menschliches Gesicht und mahnten, das geistige Erbe der Vorfahren zu bewahren und an kommende Generationen weiterzugeben.
Besonders betont wurde die Bedeutung Baden-Württembergs als neue Heimat vieler Vertriebener nach 1946 sowie Stuttgart als Ort der Verkündung der Charta der deutschen Heimatvertriebenen im Jahr 1950 – ein Zeichen für Verzicht auf Rache und für ein geeintes Europa.
Die Veranstaltung setzte wie bereits die vorausgegangenen Gedenkfeiern ein starkes Zeichen des gemeinsamen Erinnerns und der grenzüberschreitenden Versöhnung.
