„Heimatvertriebene und Heimatverbliebene – Zwei Seiten der gleichen Medaille“

Internationale Begegnungstagung in Wiesbaden

„Heimatvertriebene und Heimatverbliebene“, so lautete die internationale Begegnungstagung der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft deutscher Minderheiten in der FUEN in Wiesbaden Ende September. Für die Ungarndeutschen in Deutschland nahm Alfred Freistädter, für die LdU in Ungarn Ibolya Hock-Englender teil. Förderer und teilweise Gastgeber war das Hessische Ministerium des Innern und für Sport.

Etwa 30 Vertreter von Landsmannschaften und der Deutschen Minderheiten aus 10 Ländern trafen bei dieser Tagung zusammen, zeitweise waren Teilnehmer aus Russland, der Slowakei und Kroatien online zugeschaltet.

Der Ehrengast des Bundesschwabenballes von 2014, Hartmut Koschyk, Parlamentarischer Staatssekretär a.D. und ehemaliger Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten war ebenfalls Teilnehmer. Er hielt einen Impulsvortrag zum Tagungsthema und moderierte eine Podiumsdiskussion.

Als weitere Themenblöcke wurden beleuchtet: Staatsangehörigkeit und Volkszugehörigkeit / Nationalität – Identitätsfrage bei den deutschen Minderheiten und Angehörigen der Landsmannschaften, Aussiedlern und Spätaussiedlern sowie grenzüberschreitender Kulturaustausch und Bewahrung des kulturellen Erbes.

Besonders erfreulich: Es waren viele junge Teilnehmer erschienen. Sie berichteten insbesondere zum Thema Junges Netzwerk „Zukunft“ und diskutierten, wie die Vernetzung der Jugendarbeit der Heimatvertriebenen und Heimatverbliebenen besser gelingen und vorankommen könnte.

Hessens Innenminister Peter Beuth persönlich hieß die Tagungsteilnehmer*innen im Ministerium des Innern und für Sport herzlich willkommen. „Wir betrachten die Kulturstiftung als wichtige übergreifende Institution, die die Akteure in der Vertriebenenarbeit zusammenbringt, vernetzt und hinsichtlich neuer Aspekte auch als Katalysator wirkt. Dies beweist die Kulturstiftung mit dieser Tagung wieder eindrucksvoll.“

„Als Steinsfurt aus allen Nähten platzte“

Sonderausstellung „Flucht, Vertreibung und Neuanfang 1945“ im Lerchennest

Heute ist Steinsfurt ein Stadtteil der im Rhein-Neckar-Kreis gelegenen Kreisstadt Sinsheim. Was sich in den Jahren 1945/46 in der kleinen idyllischen Gemeinde in Nordbaden – heute mit etwa 3.200 Einwohnern – ereignete, hat sich der Verein „Freunde des Lerchennest“ zur Aufgabe gemacht.

Mit der Sonderausstellung „Flucht, Vertreibung und Neuanfang 1945“ wird im Lerchennest an das Schicksal Hunderter Heimatvertriebener aus den ehemals deutschen Gebieten im heutigen Polen, Rumänien, Ungarn, der Ukraine und Tschechien erinnert. Nach dem „Stein des Erinnerns“, der Anfang Juli am Lochberg enthüllt worden war, ist damit der zweite Teil des Projektes abgeschlossen.

Der Vorsitzende des Vereins – Hans-Ingo Appenzeller – erläuterte in seiner Begrüßungsansprache zunächst die Beweggründe, diese Ausstellung zu konzipieren. Der Gemeinde Steinsfurt seien nach dem Zweiten Weltkrieg insgesamt 703 Flüchtlinge und Heimatvertriebene zugewiesen worden. Diese Neubürger stammten aus 88 verschiedenen Ortschaften, größtenteils aus dem Sudetenland, viele aber auch aus Ungarn und Schlesien. Um die Ausmaße für den Ort aufzuzeigen, stellte Appenzeller diese Zahl ins Verhältnis zur damaligen Größe der Gemeinde. „Vor dem Krieg war Steinsfurt ein Bauerndorf mit 1.200 Einwohnern. Dazu waren bereits während des Zweiten Weltkrieges 350 Evakuierte aus umliegenden Städten gekommen“, so Appenzeller. Bis Ende 1946 hätte sich die Bevölkerungszahl mehr als verdoppelt und damit die Menschen und die Kommunen vor schier unlösbare Probleme gestellt.

„Der damalige Landkreis Sinsheim hatte mit 27,2% der Bevölkerung den zweithöchsten Anteil zugeteilter Flüchtlinge in Baden-Württemberg“, erklärte Appenzeller weiter. Dies entsprach etwa 30.000 Flüchtlingen und Heimatvertriebenen.

Während die Ausstellung konzipiert wurde, erfuhren Appenzeller und seine Mitstreiter von etlichen Zeitzeugen, welch menschenunwürdige Situationen diese erleben mussten, bis sie im Kraichgau ankamen. Erst langsam wären die Flüchtlinge und Heimatvertriebenen akzeptiert und geschätzt worden.

„Wir hoffen, dass wir aus der Geschichte lernen, und dass so etwas nie mehr passiert“, so Appenzeller abschließend, bevor er zusammen mit dem Sinsheim Oberbürgermeister Jörg Albrecht und dem Bundesvorsitzenden der LDU Joschi Ament sowie weiteren geladenen Ehrengästen die Ausstellung eröffnete.

Quelle: Rhein-Neckar-Zeitung / Bild: Alexander Becker

„Mit der Sehnsucht seiner Familie nach ihrer alten Heimat ist er groß geworden“

Höchste Auszeichnung des LDU-Landesverbandes Baden-Württemberg an Joschi Ament

Im Rahmen der diesjährigen Kulturtagung der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn verlieh der Landesverband Baden-Württemberg seinem Landesvorsitzenden Joschi Ament das Ehrenzeichen in Gold.

Präsidiumsmitglied Alfred Freistädter zitierte in seiner Laudatio Joschi Ament, der einmal über sich sagte: „Mit der Sehnsucht meiner Familie nach ihrer alten Heimat bin ich groß geworden“.

Ahnen- und Familienforschung, die Suche nach historischen Wahrheiten zu den Themen Deportation und Vertreibung seien nicht nur Hobby sondern Begeisterung, Leidenschaft und wohl seine Lebensaufgabe, so Freistädter weiter. Im Engagement zu und mit seiner Familiengeschichte und zu „seinen Elekern“, die er zwischenzeitlich seit fast 20 Jahren als Vorsitzender der Heimatortsgemeinschaft Elek anführt, fand Joschi Ament seine Berufung zu den Ungarndeutschen insgesamt.

So wirkt er seit 2006 als Mitglied im Bundesvorstand der LDU mit und ist seit 2017 Bundesvorsitzender der LDU Deutschland.

In der LDU Baden-Württemberg ist Joschi Ament seit 2004 Mitglied, seit 2007 stellvertretender Landesvorsitzender, Bundesdelegierter und Mitglied des Patenschaftsrates der Stadt Gerlingen und seit 2018 Landesvorsitzender.

Die Wahl Joschi Aments sei ein Weckruf für die LDU gewesen, so Freistädter. Ament hätte seit 2017 die Kontakte in alle Richtungen wiederbelebt: zur Landesregierung, zu den Ministerien, zu den anderen Landsmannschaften, zum BdV, zu den Vertretern Ungarns und zum ungarischen Kulturinstitut in Stuttgart. „Er intensivierte Kontakte zu wissenschaftlichen Instituten und Historikern, die es ermöglichen, die Geschichte der Ungarndeutschen im richtigen Licht der Öffentlichkeit zu präsentieren. Er vertritt unseren Landesverband im Forum der Landsmannschaften des Instituts für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde in Tübingen, im Stiftungsrat des Donauschwäbischen Zentralmuseums in Ulm, im Stiftungsrat der Donauschwäbischen Kulturstiftung des Landes Baden-Württemberg in Stuttgart sowie als Mitglied der Jury zur Verleihung des Donauschwäbischen Kulturpreises des Landes Baden-Württemberg. Die LDU wird wieder gesehen!“ so die lobenden Worte des Laudators.

Und noch eine ganz wichtige Sache hätte Joschi Ament aufgegriffen und aufleben lassen: Den Kontakt zur Schwesterorganisation in Ungarn, der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen. Viele Treffen Gespräche hätten seither stattgefunden.

„Wir sind ihm sehr dankbar, dass er wieder die Wahrnehmbarkeit der LDU im In- und Ausland erreicht hat“, so Freistädter.

Joschi Ament sei ein Brückenbauer als Initiator zweier Städtepartnerschaften (Elek und Gerolzhofen in Bayern sowie Elek und Laudenbach in Baden-Württemberg) zwischen den Deutschen in Ungarn und den Ungarndeutschen in Deutschland – zwischen politisch Verantwortlichen hier und in Ungarn und zwischen der Erlebnis- und „seiner“ Bekenntnisgeneration, so Freistädter abschließend.

Freistädters Dank galt aber auch der Gattin des Geehrten für den familiären Rückhalt, den dieses Ehrenamt mit sich bringe: „Liebe Rita, als Ehefrau und Mutter eurer zwei Söhne musst du, so fürchte ich, seit den Amtsübernahmen von Joschi als LDU-Vorsitzender in Land und Bund auf viele Stunden und Tage seiner Zeit verzichten. Dafür sind wir, ist die LDU, dir zu großem Dank verpflichtet. Wettmachen können wir das nicht wirklich, aber symbolisch mit einem Blumenstrauß „Danke“ sagen und die Bitte äußern: Steh deinem Joschi weiterhin so tatkräftig zur Seite.“

Urkunde und Ehrennadel überreichten sodann Laudator Alfred Freistädter und Landesgeschäftsführer Erich Gscheidle.

„Die Charta der Ungarndeutschen“

Feierliche Unterzeichnung der Vereinbarung zwischen der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn und der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen

Am 28. Oktober 2000 unterzeichneten in Gerlingen die beiden Vorsitzenden der Volksgruppe der Ungarndeutschen – Dr. Friedrich A. Zimmermann für die LDU in Deutschland und Otto Heinek für die LdU in Ungarn – eine Vereinbarung über die Zusammenarbeit der beiden Schwesternverbände in Deutschland und Ungarn. Sie wollten damit zum Ausdruck bringen, dass über 50 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und der damit einhergehenden unterschiedlichen Entwicklung der Volksgruppe die beiden Teile der Ungarndeutschen immer noch zusammengehören.

Bereits im vergangenen Jahr hatten die beiden heutigen Bundesvorsitzenden der LDU in Deutschland und der LdU in Ungarn beschlossen, 20 Jahre nach der Unterzeichnung der ersten Vereinbarung ihre historische Verbundenheit für eine gemeinsame Zukunft erneut öffentlich zu verkünden. Die Urkunde wurde nun von der Vorsitzenden der LdU, Ibolya Hock-Englender und dem Vorsitzenden der LDU, Joschi Ament, unterzeichnet. Die historische Verbundenheit soll durch die Erneuerung der Vereinbarung weiterhin die gemeinsame Zusammenarbeit symbolisieren.

„Auch für uns Beide, die wir jetzt den Vorsitz innehaben, ist es nicht weniger wichtig, dieser Zusammengehörigkeit Ausdruck zu verleihen, indem wir die Urkunde feierlich unterzeichnen. Der Inhalt und die einzelnen Punkte der Urkunde von damals sind heute noch aktuell, und das heißt nicht, dass wir dort stehen geblieben sind – im Gegenteil, es heißt, dass wir noch immer die Chance haben, das Gleiche zu fördern, und deshalb die Chance haben, weil es uns noch immer gibt. Ein Teil von uns hier in Deutschland, der andere Teil in Ungarn: beide Hälften kämpfen um eine Zukunft, und keine gibt auf”, so die LdU-Vorsitzende Hock-Englender.

„Wir bekräftigen heute unsere Verbundenheit mit der feierlichen Unterzeichnung im Bewusstsein unserer historischen Verantwortung für die Zukunft aller Ungarndeutschen mit dem Ziel der Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls der beiden Teile unserer Volksgruppe – gewissermaßen die Charta der Ungarndeutschen“, wie der LDU-Vorsitzende Joschi Ament zu verstehen gab.

„Historisches in der Hauptstadt der Ungarndeutschen“

41. Kulturtagung der Landsmannschaft in Gerlingen

„Ich bin glücklich, dankbar und froh darüber, endlich mal wieder hier in Gerlingen vor Ihnen stehen zu können und Sie nicht virtuell begrüßen zu müssen“, so der Bundesvorsitzende der LDU bei der Eröffnung der Kulturtagung in der Gerlinger Stadthalle.

Begrüßt hatte zuvor bereits Gerlingens Bürgermeister Dirk Oestringer, für den es nach den Corona-bedingten Absagen der letzten beiden Schwabenbälle und der Kulturtagung im vergangenen Herbst die erste große Veranstaltung war, die er als Patenonkel der Landsmannschaft eröffnen konnte.

 

Im Zentrum des Vormittags stand die Erneuerung der Vereinbarung zwischen der LDU in Deutschland und der LdU in Ungarn, die im Jahre 2000 geschlossen wurde. „Damit werden wir ein neues Kapitel ungarndeutscher Geschichte schreiben“, so Ament.

Neben den Festreden der beiden amtierenden Vorsitzenden der LDU und LdU gab Dr. Friederich Zimmermann, Bundesvorsitzender auf deutscher Seite von 1999 bis 2006 und damit Mitunterzeichner der ersten Vereinbarung, einen detaillierten Einblick in die damalige Situation, wie es um das Zusammenwirken zwischen den Deutschen aus Ungarn und den Ungarndeutschen um die Jahrtausendwende stand. Er würdigte dabei auch seinen viel zu früh verstorbenen Amtskollegen Otto Heinek († 2018).

 

Am Nachmittag referierten die beiden Wissenschaftlerinnen – Frau Dr. Ágnes Tóth aus Budapest und Frau Csilla Schell M.A. aus Freiburg – aus verschiedenen Blickrichtungen über die Vertreibung der Ungarndeutschen vor 75 Jahren. Während sich Dr. Tóth mit der Vertreibung und der Remigration der vertriebenen Ungarndeutschen bis in das Jahr 1950 beschäftigte, ging Csilla Schell auf die Frage ein, wann die vertriebenen Ungarndeutschen denn tatsächlich „angekommen“ seien. Ihr Vortrag basierte dabei auf umfangreichen Recherchen aus dem Nachlass des Volkskundlers Eugen Bonomi, der seinen Briefwechsel in der Zeit zwischen 1946 bis 1979 für wissenschaftliche Forschungen zur Verfügung stellte.                                                                                                                    

   Fotos: Alexander Schmid

„Neue Wege für ungarndeutsche Tanzgruppen“

Treffen zwischen dem Landesrat und Donauschwaben

Das Haus der Donauschwaben in Mosbach wurde Mitte September zum Treffpunkt für einen kulturellen Gedankenaustausch verschiedener donauschwäbischer Organisationen. Hierzu begrüßte Stefan Ihas, Präsident des Weltdachverbandes der Donauschwaben, die Herren László Kreisz, Vorsitzender des Landesrates der ungarndeutschen Chöre, Kapellen und Tanzgruppen in Ungarn, Josef Jerger von der Donaudeutschen Landsmannschaft in Rheinland-Pfalz, Joschi Ament, Bundesvorsitzender der LDU in Deutschland sowie den Hausherren und Gastgeber Anton Kindtner, Vorsitzender der Donauschwaben in Mosbach.

Ziel dieses Treffens war, Ideen für eine neue Motivationsstruktur für ungarndeutsche und donauschwäbische Kulturgruppen zu sammeln, um den Austausch dieser Gruppen untereinander zu fördern und weiter zu entwickeln.

Während des zweistündigen Gespräch gaben die Teilnehmer dabei Einblicke in ihre jeweiligen Organisationsstrukturen. Sie diskutierten über Probleme, Herausforderungen aber auch über mögliche Chancen für eine bessere Vernetzung und Zusammenarbeit mit Blick auf die kulturellen Themen der jeweiligen Verbände.

Joschi Ament resümierte am Ende der Besprechung: „Ich halte es für wichtig, dass wir uns auch künftig regelmäßig treffen und austauschen. Nur so scheint es mir möglich, eine Vermittlerrolle auf Verbandsebene einzunehmen, um junge Ungarndeutsche in Ungarn und Deutschland zueinander zu bringen. Wir haben bereits die Kontakte und pflegen unsere Netzwerke. Es mag deshalb ein wichtiger Baustein für eine Intensivierung der Jugendarbeit zwischen unseren Ländern sein, wenn wir dieses Netzwerk in Zukunft noch besser einsetzen.“

„Der alten Heimat zum Gedenken, der neuen Heimat zum Dank“

Enthüllung der LDU-Gedenktafel am Donauschwabenufer in Ulm

Bei wunderbarem Spätsommerwetter versammelten sich etwa 60 geladene Ehrengäste am Donauschwabenufer in Ulm, um die Gedenktafel der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn feierlich zu enthüllen.

Hans Supritz, Bundesvorsitzender der Donauschwaben, erläuterte in seiner Anmoderation die Beweggründe und historischen Hintergründe für das Zustandekommen der zahlreichen Gedenktafeln am Donauschwabenufer, die nunmehr durch eine vierte Tafel der Bundeslandsmannschaften der Volksgruppe der Donauschwaben vervollständigt werden konnte.

Der Bundesvorsitzende der LDU, Joschi Ament, begrüßte anschließend alle besonderen Gäste und ging in seinem Grußwort auf die Symbolik der neu geschaffenen Tafel ein. Dabei verwies er, dass sich die Ungarndeutschen heute zwar eindeutig zur Volksgruppe der Donauschwaben bekennen, erläuterte in seinen Ausführungen aber auch, dass Geschichte der ungarländischen Deutschen weit länger und vielfältiger zurückreiche, als eben „nur“ 300 Jahre Siedlungsgeschichte seit den so genannten Schwabenzügen zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Ament spannte dabei den historischen Bogen vom Mittelalter über die Schwabenzüge bis zur Vertreibung aus Ungarn und schloss den symbolischen Kreis über die Integration der Ungarndeutschen in Deutschland bis hin zu den vielfältigen Kontakten der heute in Ungarn lebenden deutschen Minderheit.

Der Oberbürgermeister der Stadt Ulm Gunter Czisch verwies in seinem Grußwort auf den hohen Stellenwert und die Verbundenheit der Stadt Ulm zur donauschwäbischen Geschichte. Er sei stolz auf solche Einrichtungen wie das Donauschwäbische Zentralmuseum in Ulm oder solche Veranstaltungen wie das Donaufest in Ulm, zu dem Czisch bereits heute die Anwesenden einlud.

Dirk Oestringer, Bürgermeister von Gerlingen, ging bei seinem Worten auf die Verbindungen zwischen den Ungarndeutschen und seiner Stadt vor den Toren der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart ein. Gerlingen stehe als Patenstadt der LDU in Baden-Württemberg zwischenzeitlich seit über 50 Jahren an der Seite der Ungarndeutschen. Nicht umsonst werde Gelingen als die heimliche Hauptstadt der in Deutschland lebenden Ungarndeutschen bezeichnet, so Oestringer.

Nach der feierlichen Enthüllung der Gedenktafel durch die beiden Stadtoberhäupter Czisch und Oestringer zusammen mit den beiden Vorsitzenden der LDU in Deutschland, Joschi Ament, und der LdU in Ungarn, Ibolya Hock-Englender, legten Hock-Englender und Ament zusammen mit dem Generalkonsul von Ungarn in Stuttgart, Herrn Dr. András Izsák, am Denkmal für im 18. Jahrhundert ausgewanderten Donauschwaben einen Kranz nieder.

Ibolya Hock-Englender gab in ihrem folgenden Grußwort einen Einblick in ihre eigene Familiengeschichte. 1726 sei ihr Vorfahre nachweislich aus Hessen nach Ungarn ausgewandert, ob mit einer Ulmer Schachtel? – sie möge es gerne glauben, so Hock-Englender. Auch sie resümierte, dass es vielleicht wichtiger denn je sei, dass die beiden LDU´s eng zusammenarbeiten, um der ungarndeutschen Identität sowohl in Ungarn als auch in Deutschland einen zeitgemäßen Akzent zu verleihen. Sie dankte abschließend, dass ab heute diese Tafel dazu beitrage, sich mit der Herkunft und Zukunft aller Ungarndeutschen zu beschäftigen.

Generalkonsul Dr. András Izsák sprach mit Blick auf das Vertreibungsgeschehen von ein beschämenden Schandfleck in der Geschichte von Ungarn. Mit sehr persönlichen Worten berichtete er, dass er wohl heute nicht Generalkonsul wäre, wenn es nicht die Ungarndeutschen geben würde. Er sei ihnen zu unendlichem Dank verpflichtet, insofern hätten die heutigen Deutschen aus Ungarn und Ungarndeutschen immer einen Platz in seinem Herzen.

Den Schlusspunkt der herausragenden Gedenk-feier setzte das verlesene Grußwort der Beauftragten der Bayerischen Staatsregierung für Aussiedler und Vertriebene, Frau Sylvia Stiersdorfer, MdL. Sie dankte im Namen der bayerischen Staatsregierung und bezeichnete die Ungarndeutschen als Europäer im allerbesten Sinne des Wortes. Sie seien Bindeglied zur alten Heimat, Brückenbauer in die Länder Mittel- und Südosteuropas und hätten letztendlich zum Zusammenwachsen der Völker nach dem Fall des Eisernen Vorhangs beigetragen. „Unsere Kinder und Enkel werden, da bin ich mir sicher, noch weiter auf dem Weg der Einigung Europas vorankommen“, so Stiersdorfer abschließend.

Erich Gscheidle, der durch das Programm führte, dankte mit seinen Schlussworten vor allem auch dem Duo Szandra Holczinger und Marianna Molnár, die die Gedenkfeier mit zahlreichen Musikdarbietungen exzellent umrahmten, und lud zum Gedankenaustausch in den naheliegenden Wengensaal der katholischen Kirche St. Michael ein.

Fotos: Alfred Freistädter

„Er baute eine Brücke“

Matthias Schmidt  

Die Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn trauert um ihr Ehrenmitglied Matthias Schmidt.

Als End-1920er Jahrgang gehörte er zu den großen Gestaltern unserer LDU, der die 1980er bis in die 2000er hinein mit solchen Weggefährten wie Paul Strifler, Josef Brasch, Georg Tafferner oder Josef Schneider an vorderster Front mitprägte.

Er war der letzte Zeitzeuge dieses 1920er Jahrgangs. Mit seinem Tod verliert die Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn einen der letzten der ganz Großen der Erlebnisgeneration.

Sein Einsatz für Völkerverständigung zwischen den Menschen in seiner Heimat Deutschland und den Menschen seiner Herzensheimat Ungarn muss man deshalb als „vorbildlich“ bezeichnen.

Er war ein Brückenbauer zwischen den Menschen. Nicht umsonst wurde er unter anderem auch Ehrenbürger seiner Herzensheimat Budaörs.

Alles im Leben hat seine Zeit: Es gibt eine Zeit der Freude, eine Zeit der Stille, eine Zeit des Schmerzens und der Trauer – und eine Zeit der dankbaren Erinnerung.

Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Bundespräsidium und Bundesvorstand

der

Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn

„70 Jahre Donaudeutsche in Haßloch in der Pfalz“

Ausstellungseröffnung des Kreisverbandes der Donaudeutschen in Haßloch

v.r.n.l.: MdL Dirk Herber, Thomas Götz (Donaudeutsche), Tobias Meyer (Bürgermeister und Landesvorsitzender BdV), Landrat Hans Ulrich Ihlenfeld, Alexander Breinich (Vorsitzender der Donaudeutschen Haßloch), Nikolaus Poppitz (Landesverband BdV)

Bei herrlichem Sommerwetter eröffnete die Donaudeutsche Landsmannschaft Haßloch die Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag der Gründung mit einer Ausstellung zur Geschichte der Donaudeutschen im Haßlocher Rathaus. Bürgermeister Tobias Meyer, der zugleich auch Landesvorsitzender des Bundes der Vertriebenen in Rheinland-Pfalz ist, begrüßte die zahlreichen Besucher. In seiner Ansprache betonte Meyer die besondere Verantwortung der deutschen Heimatvertriebenen als Bindeglied zwischen den Völkern Europas und als Mahner vor den Folgen von Totalitarismus und Kommunismus.

Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld, Schirmherr der Feierlichkeiten, hob den Fleiß und das Engagement der Heimatvertriebenen in den Nachkriegsjahren hervor und dankte den Donaudeutschen auch für ihre gelungene Integration in der Pfalz.

Die Donaudeutschen sind ein nur in Rheinland-Pfalz existierender Zusammenschluss der Landsmannschaften der Deutschen aus Ungarn, der Donauschwaben sowie der Banater Schwaben. Alexander Breinich, selbst erst 40 Jahre alt, führt den Kreisverband Haßloch seit über zehn Jahren und freut sich für den Festabend am 9.Oktober 2021 auf viele Gäste aus dem In- und Ausland.

 

(Quelle: Tobias Meyer, Landesvorsitzender, Bund der Vertriebenen in Rheinland-Pfalz)

Einladung zur 41. Kulturtagung in Gerlingen

20 Jahre Vereinbarung zwischen der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU)
und der
Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn (LDU)

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75 Jahre Vertreibung der Deutschen aus Ungarn

Die Stadt Gerlingen und die Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn, Landesverband Baden-Württemberg laden herzlich zur 41. Kulturtagung am 16. Oktober 2021 in die Stadthalle in Gerlingen ein. Sie wird unter Einhaltung der Hygiene- und Schutzbestimmungen stattfinden.

Im Zentrum der diesjährigen Kulturtagung stehen die Themenschwerpunkte „20 Jahre Vereinbarung zwischen der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU) und der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn (LDU)“ sowie „75 Jahre Vertreibung der Deutschen aus Ungarn“. Im Rahmen der Kulturtagung wird außerdem dem Bundes- und Landesvorsitzenden der LDU, Herrn Joschi Ament, das Ehrenzeichen der LDU Baden-Württemberg in Gold verliehen.

Die Kulturtagung beginnt am 16.10.2021 um 10.00 Uhr in der Stadthalle in Gerlingen, Hauptstraße 48, 70839 Gerlingen.

Es wird ein Mittagessen inkl. Getränke (Sprudel, Apfelsaft, Kaffee) für 10,00 € angeboten. Dieser Betrag ist am Tag der Kulturtagung im Eingangsbereich der Stadthalle zu bezahlen.

Die Teilnahme an der Kulturtagung ist kostenlos.

Es können nur schriftliche Anmeldungen bis 8. Oktober 2021 berücksichtigt werden. Wegen der Planung des Mittagsessens wird ausdrücklich um eine verbindliche Anmeldung gebeten.

Weitere Informationen gibt Ihnen gerne Frau Welfonder unter Tel. 07156/205-8103 oder per Mail unter a.welfonder@gerlingen.de.

Weitere Details zur Kulturtagung können Sie unter der Rubrik „Veranstaltungen 2021“ entnehmen.