„Neue Generation in Verantwortung“

 

Gregor Gallai kandidiert für die ungarndeutsche Gemeinschaft

Die ungarndeutsche Gemeinschaft stellt sich für die Parlamentswahl 2026 neu auf. Die Vollversammlung der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU) hat Gregor Gallai zum Spitzenkandidaten der deutschen Nationalitätenliste gewählt. Mit dieser Entscheidung verbindet die Gemeinschaft bewusst einen Generationswechsel und setzt auf einen erfahrenen Experten der Nationalitätenpolitik.

Gallai ist seit vielen Jahren im ungarndeutschen öffentlichen Leben aktiv. Als langjähriger Mitarbeiter im Umfeld des bisherigen Parlamentsabgeordneten der Ungarndeutschen, Imre Ritter, kennt er die parlamentarische Arbeit und die Herausforderungen der Minderheitenpolitik aus nächster Nähe.

Die Wahl Gallais steht zugleich für Erneuerung und Kontinuität. Die ungarndeutsche Selbstverwaltung will damit zeigen, dass sie gezielt auf junge, gut vorbereitete Fachleute setzt, die sich bereits im Nationalitätenwesen bewährt haben.

In Interviews betont Gallai, dass erfolgreiche Minderheitenpolitik Dialog und Zusammenarbeit erfordert. Nur so können die Interessen der deutschen Gemeinschaft in Ungarn wir-kungsvoll vertreten werden – etwa in den Bereichen Bildung, Sprache, Kultur und institutionelle Förderung.

Die Parlamentswahlen in Ungarn finden am 12. April 2026 statt. Für die ungarndeutsche Gemeinschaft ist es entscheidend, dass möglichst viele Angehörige der Nationalität sich in das Nationalitätenwählerverzeichnis eintragen und von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen. Die Frist für die Registrierung endet am 2. April, um 16:00 Uhr.

Eine starke Beteiligung bedeutet eine starke Stimme der Ungarndeutschen im Parlament – für Sprache, Kultur und die Zukunft der Gemeinschaft.

„Seid Ungarndeutsch – und steht dazu!“

Aufruf zur Registrierung und zur Wahl der ungarndeutschen Liste

Am 12. April 2026 steht Parlamentswahl in Ungarn 2026 an – eine richtungsweisende Entscheidung für die Zukunft des Landes und seiner Nationalitäten. Auch die deutsche Minderheit tritt erneut mit einer eigenen Liste der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen an. Damit besteht für die Ungarndeutschen die Möglichkeit, ihre Interessen direkt im Parlament zu vertreten.

Seit 2014 können Angehörige nationaler Minderheiten in Ungarn über sogenannte Nationalitätenlisten abstimmen und so ein eigenes Mandat oder zumindest eine parlamentarische Vertretung sichern. Voraussetzung dafür ist jedoch die vorherige Registrierung als Nationalitätenwähler.

Der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn in der Bundesrepublik, Joschi Ament, erklärt dazu:

„Diese Wahl ist von großer Bedeutung – nicht nur politisch, sondern auch für die Zukunft unseres Deutschtums in Ungarn. Die Nationalitätenliste gibt uns die Möglichkeit, unsere Sprache, Kultur und Identität sichtbar und wirksam zu vertreten. Doch diese Chance kann nur genutzt werden, wenn sich möglichst viele Ungarndeutsche als Nationalitätenwähler registrieren lassen und am 12. April ihre Stimme für den Spitzenkandidaten der Ungarndeutschen – Gregor Gallai – abgeben.

Ich rufe deshalb alle Landsleute in Ungarn auf: Machen Sie von Ihrem Recht Gebrauch! Setzen Sie ein klares Zeichen für unsere Gemeinschaft, für unsere Kultur und für unsere Zukunft. Jede Registrierung zählt – und jede abgegebene Stimme ist ein Bekenntnis zu unserer Identität.

Gerade in einer Zeit politischer Veränderungen ist es entscheidend, dass die Ungarndeutschen geschlossen auftreten und ihre Stimme erheben.“

Die Frist für die Registrierung endet am 2. April, um 16:00 Uhr.

„300 Jahre – aber was haben die Schwaben je für uns getan?“

Neuer Dokumentarfilm über die Ungarndeutschen feiert erfolgreiche Premiere

Am 16. Februar 2026 feierte der neue Dokumentarfilm „300 Jahre – aber was haben die Schwaben je für uns getan?“ seine erfolgreiche Premiere. Der Film beleuchtet die mehr als 300-jährige Geschichte der Ungarndeutschen und stellt die Frage nach ihrem Beitrag zur Entwicklung Ungarns – von der Ansiedlung im 18. Jahrhundert über die schweren Jahre von Deportation und Vertreibung bis hin zur Gegenwart.

Zu den Gästen der Premierenveranstaltung gehörten unter anderem der Staatssekretär im ungarischen Ministerpräsidentenamt Miklós Soltész, der Parlamentskandidat der Ungarndeutschen Gregor Gallai sowie die Vorsitzende der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen Ibolya Hock-Englender.

Regie führte der ungarische Dokumentarfilmer Gábor László. Der aktuelle Film ist bereits sein fünftes Werk, das sich mit Themen der deutsch-ungarischen Geschichte beschäftigt.

Bekannt wurde er insbesondere durch seinen Film „Wir Schwaben waren immer gute Ungarn“, der die über tausendjährige gemeinsame Geschichte von Deutschen und Ungarn nachzeichnet und dafür auch mehrfach auf ungarischen Filmfestivals ausgezeichnet wurde.

Der neue Dokumentarfilm – mit der ungarndeutschen Schauspielerin Szandra Holczinger in der Hauptrolle – knüpft thematisch an diese Arbeiten an und vermittelt die Geschichte der Ungarndeutschen anhand historischer Hintergründe, persönlicher Erinnerungen und eindrucksvoller Bilder.

Der Film ist in ungarischer Sprache mit deutschen Untertiteln verfügbar und richtet sich damit sowohl an ein ungarisches als auch an ein deutschsprachiges Publikum.

Das Interesse ist bereits jetzt sehr groß: Mehr als 100 Anfragen von deutschen Selbstverwaltungen und Organisationen sind eingegangen, die den Film noch im Laufe dieses Jahres zeigen möchten.

Interessierten kann der Film kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

Weitere Informationen zum Film erhalten Sie bei Georg Albrecht unter albrecht.georg@gmx.de

„Verantwortungsvolle Vertretung für die Ungarndeutschen“

Parlamentswahlen 2026

Die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU) setzt sich für den Aufbau einer starken, selbstbewussten und zukunftsorientierten Gemeinschaft ein. Grundlage dafür sind die Bewahrung der deutschen Muttersprache und Kultur, ein modernes und funktionsfähiges Institutionensystem sowie die aktive Einbindung der jungen Generation in die Gestaltung der Zukunft. Diese Werte bilden das Fundament der Identität der Ungarndeutschen. Ihr Fortbestand erfordert eine stabile Finanzierung sowie ein zeitgemäßes Bildungssystem. Die Stärkung der kulturellen Autonomie ist Ausdruck der Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft und den kommenden Generationen.

Die Landesselbstverwaltung stellt klar: Der deutsche Nationalitätenabgeordnete ist kein parteipolitischer Akteur. Seine Aufgabe ist die Vertretung der Interessen der ungarndeutschen Gemeinschaft. Den Nationalitätenkandidaten mit einer politischen Partei gleichzusetzen, ist daher eine Fehlinterpretation.

In den vergangenen Legislaturperioden galt der Grundsatz, dass eine Zusammenarbeit mit der jeweiligen Regierung dann sinnvoll ist, wenn diese eine die Nationalitäten unterstützende Politik verfolgt. Dies sichern die stabile Funktionsfähigkeit der Einrichtungen und eine verlässliche Förderung der Gemeinschaft.

Auf Grundlage der Erfahrungen und Rückmeldungen aus der Gemeinschaft wird die Landesselbstverwaltung künftig eine noch eigenständigere und transparentere Strategie verfolgen. Zusammenarbeit mit der Regierung bleibt möglich, bedeutet jedoch keine automatische politische Unterstützung. Entscheidungen werden ausschließlich danach bewertet, ob sie die Rechte, Institutionen und die langfristige Zukunft der ungarndeutschen Gemeinschaft stärken.

„Starke Gemeinschaft, sichere Zukunft“

Parlamentswahlen 2026

Die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU) stellt zu den Parlamentswahlen am 12. April 2026 erneut eine ungarndeutsche Landesliste, damit die deutsche Nationalitätengemeinschaft mit einer eigenständigen parlamentarischen Vertretung und einem starken Mandat ihre kulturellen, bildungspolitischen und identitätsbewahrenden Interessen vertreten können.

An der Spitze der auf Vorschlag der Komitatsorganisationen zusammengestellten Liste steht Gregor Gallai.

Der in der Öffentlichkeit sowie in der Arbeit der ungarndeutschen Gemeinschaft seit vielen Jahren aktive Fachmann setzt sich zum Ziel, in enger Zusammenarbeit mit der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, parteipolitisch unabhängig und konsequent die Interessen der Ungarndeutschen zu vertreten.

„Auf den Spuren der Ungarndeutschen“

Besuch des sächsischen Landtagspräsidenten im Gerlinger Stadtmuseum

Auf Einladung von Konrad Epple MdL, Vorsitzender des Arbeitskreises Heimatpflege im Regierungsbezirk Stuttgart, besuchte der Präsident des Sächsischen Landtags, Alexander Dierks, das Stadtmuseum in Gerlingen – insbesondere die eindrucksvolle Abteilung zur Geschichte der Deutschen aus Ungarn.

Epple verband bewusst sein politisches Mandat mit seinem ehrenamtlichen Engagement, um der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn (LDU) einen Austausch mit Sachsen zu ermöglichen. „Gerade kulturelle Erinnerungsarbeit verdient politische Aufmerksamkeit“, betonte er.

Gerlingens Stadtarchivleiter Klaus Herrmann führte durch die Dauerausstellung und zeichnete die Geschichte der Ungarndeutschen nach: von der Ansiedlung im 18. Jahrhundert bis zur Vertreibung ab 1946. Rund 3.600 Vertriebene – davon knapp 800 Ungarndeutsche – fanden in Gerlingen eine neue Heimat und prägten die Stadt nachhaltig – bis heute gilt sie als „inoffizielle Hauptstadt der Ungarndeutschen“.

Für den gebürtigen Bietigheimer Dierks war der Besuch auch persönlich bewegend. Besonders beeindruckt zeigten ihn die Zeitzeugen-Interviews von Schülerinnen und Schülern des Robert-Bosch-Gymnasium Gerlingen. Mit Blick auf das jahrzehntelange Schweigen in der DDR über Flucht und Vertreibung verwies er auf bestehende Lücken in der sächsischen Erinnerungskultur.

Im abschließenden Gespräch mit dem LDU-Bundesvorsitzenden Joschi Ament und dem Bundesgeschäftsführer Erich Gscheidle stand der Blick nach vorn im Mittelpunkt. Alle betonten die gemeinsame Verantwortung, Erinnerung lebendig zu halten und Brücken zwischen den Regionen zu schlagen.

Die Bereitschaft für einen künftigen Dialog und einen engeren Austausch war auf beiden Seiten spürbar zu erkennen – als Signal für eine zukunftsgerichtete, gemeinsame Erinnerungsarbeit in Verantwortung für kommende Generationen.

„Politik im Dialog“

BdV Baden-Württemberg bringt Spitzenpolitiker zur Landtagswahl zusammen

Am 9. Februar 2026 veranstaltete der BdV Baden-Württemberg seinen 4. Jahresempfang im Haus der Heimat Stuttgart. Rund 170 Teilnehmer aus allen 16 im Land vertretenen Landsmannschaften sowie Gäste aus Politik, Gesellschaft, Kultur und Medien folgten der Einladung. Die Veranstaltung bestätigte erneut ihren Stellenwert als wichtiger Treffpunkt im politischen und gesellschaftlichen Kalender Baden-Württembergs.

Nach der Begrüßung durch den Landesvorsitzenden Hartmut Liebscher stand die Podiumsdiskussion zur kommenden Landtagswahl im Mittelpunkt des Abends. Es diskutierten führende Vertreter der Landespolitik: Manuel Hagel (CDU), Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen), Hans-Ulrich Rülke (FDP) sowie Stefan Fulst-Blei. Fulst-Blei vertrat dabei den kurzfristig verhinderten SPD-Spitzenkandidaten Andreas Stoch.

Unter der Moderation von Klaus Hoffmann wurden zentrale landespolitische Themen, gesellschaftliche Fragestellungen und Zukunftsperspektiven Baden-Württembergs erörtert. Die Diskussion machte unterschiedliche politische Akzentsetzungen sichtbar: Während Hagel vor allem landespolitisch-konkrete Aspekte betonte, setzte Rülke kulturelle und bildungspolitische Schwerpunkte. Fulst-Blei stellte sich engagiert den Fragen des Abends, während Özdemir grundsätzliche politische Leitlinien und persönliche Erfahrungen einbrachte.

Für den festlichen Rahmen sorgte das Siebenbürgische Blechbläserquartett. Beim anschließenden Stehempfang nutzten die Gäste die Gelegenheit zum persönlichen Austausch.

Der Jahresempfang hat sich als feste Größe etabliert und bot auch 2026 eine lebendige Plattform für Dialog, Begegnung und politische Meinungsbildung.

„Gedemütigt, entwurzelt, vertrieben“

Heimatverein Budaörs gestaltet Gedenkmarsch anlässlich der Vertreibung

In Bretzfeld erinnerte der Heimatverein Budaörs an die Vertreibung der Ungarndeutschen vor 80 Jahren. Der Gedenkmarsch, organisiert vom Heimatverein Budaörs in Zusammenarbeit mit der Gemeinde, begann bewusst am Bahnhof – jenem Ort, der für viele Vertriebene Ankunft, Hoffnung und schmerzhafte Erinnerung zugleich symbolisiert.

Rund 150 Gäste nahmen an dieser Gedenkveranstaltung teil. Die Vereinsvorsitzende Theresia Mann fand eindringliche Worte für das Schicksal ihrer Vorfahren: Gedemütigt, enteignet und entwurzelt seien die Menschen gewesen, oft mit kaum mehr als einem Koffer, gewaltsam in Viehwaggons verfrachtet. Bürgermeister Martin Piott schlug den Bogen in die Gegenwart. Erinnerung müsse bewahrt werden, zugleich seien Toleranz und ein gutes Miteinander heute wichtiger denn je.

Besonders bewegend waren die persönlichen Berichte. Harald Milbich schilderte den Bahnhof als Ort der Sorge und Ungewissheit, wie ihn seine Eltern erlebt hatten. Historische Perspektiven ergänzten weitere Beiträge, darunter Irene Sadzio vom Budaörser Heimatverein in Bretzfeld sowie Kathi Gajdos-Frank vom Jakob-Bleyer-Museum in Budaörs.

Ein Gedenkmarsch führte die Teilnehmer zum ehemaligen Schulhaus, einst erste Notunterkunft einiger vertriebener Budaörser. Frauen und Männer in ungarndeutscher Tracht trugen alte Koffer – ein stilles, eindrucksvolles Bild für Verlust und Neubeginn.

Im Museum selbst sorgten kulturelle Beiträge für einen weiteren emotionalen Höhepunkt. Unter anderem präsentierte die Deutsche Bühne Ungarn aus Szekszárd das literarische Bühnenstück „Gegen das Vergessen“, Schüler der Nationalitätengrundschule Budaörs stellten eine Bilderpräsentation über ihr Schulprojekt „80 Jahre Vertreibung“ vor.

Tief berührte die Anwesenheit der Zeitzeugin Elisabeth Deininger. Sie berichtete von der sechstägigen Fahrt im Viehwaggon, der Ankunft in Öhringen und dem schwierigen Neubeginn in Bretzfeld. Trotz aller Härten fand sie hier eine neue Heimat – ein Zeugnis von Leid, aber auch von menschlicher Stärke und Versöhnung.

„Zusammenhalt über Generationen“

75 Jahre Donaudeutsche Landsmannschaft in Rheinland-Pfalz – Festakt in Dannstadt

Am 28. Januar 1951 wurde die Donaudeutsche Landsmannschaft in Rheinland-Pfalz in Neustadt gegründet. Ziel war es, den aus der Heimat vertriebenen Landsleuten in der neuen Umgebung beizustehen, sie zu sammeln, bei Behördengängen zu unterstützen und Gemeinschaft zu schaffen. Im Laufe der Jahre entwickelten sich daraus zahlreiche Treffen, kulturelle Veranstaltungen sowie die beliebten Landestrachtenfeste in Neustadt, Ludwigshafen und Mutterstadt.

Dieses 75-jährige Bestehen wurde am 1. Februar 2026 mit einem feierlichen Festakt in Dannstadt begangen. Nach der musikalischen Eröffnung begrüßte der Landesvorsitzende Paul Nägl die Gäste und ging auf die Entwicklungsgeschichte der Landsmannschaft in Rheinland-Pfalz ein.

Den Reigen der Grußworte eröffnete Joschi Ament, Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn. In seiner Festrede erinnerte er an die Vertreibung der Ungarndeutschen vor 80 Jahren und betonte die Bedeutung von Versöhnung, Zusammenhalt und Erinnerung. Zugleich hob er die Rolle der Donaudeutschen als Brückenbauer zwischen Deutschland und den Herkunftsregionen hervor und rief dazu auf, die Geschichte an die junge Generation weiterzugeben.

Weitere Grußworte überbrachten Stefan Veth, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim, Bernd Knöppel, Bürgermeister von Frankenthal, sowie Johannes Zehfuß, Mitglied des Landtages von Rheinland-Pfalz. Jürgen Harich, Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Donauschwaben und gleichzeitig Präsident des Weltdachverbandes, gab zum Abschluss der Grußworte wertvolle Impulse für eine gemeinsame Zukunft der Volksgruppe der Donauschwaben.

Ein Höhepunkt der Jubiläumsfeier war die Ehrung des langjährigen Vorsitzenden Josef Jerger, der für sein Lebenswerk zum Wohle des Landesverbandes zum Ehrenmitglied ernannt wurde.

Kulturell umrahmt wurde die Feier von der donaudeutschen Tanz- und Trachtengruppe aus Speyer, die schwungvolle Akzente einer gelebten Kultur- und Brauchtumspflege setzte. Mit der Volkshymne der Donauschwaben fand der offizielle Teil seinen Abschluss, bevor der Landesverband zu einem Stehempfang einlud.

Die Jubiläumsveranstaltung war harmonisch, würdig und ein starkes Zeichen gelebter Gemeinschaft in Rheinland-Pfalz.

„Vergebet dem Nächsten, der Unheil gestiftet“

Gedenkveranstaltung in Stuttgart

Am 24. Januar 2026 fand im ehrwürdigen Kursaal in Stuttgart-Bad Cannstatt eine Gedenkveranstaltung zum 80. Jahrestag der Verschleppung und Vertreibung der Ungarndeutschen statt. Initiiert wurde diese vom Ungarischen Kulturinstitut Stuttgart sowie vom Generalkonsulat von Ungarn in Stuttgart. Das Gedenken reihte sich in die Programme des Ungarischen Staates ein, die bereits am 19. Januar in Budaörs (Ungarn) sowie in München stattgefunden hatten.

Als Ehrengäste nahmen die beiden Bundesvorsitzenden, Joschi Ament für die LDU in Deutschland und Ibolya Hock-Englender für die LdU in Ungarn, teil. Die Moderation übernahm Institutsleiter Dr. Dezső Szabó. Grußworte sprach der Generalkonsul von Ungarn in Stuttgart, Dr. András Iszák. Die Festreden hielten Staatssekretär Thomas Blenke, MdL, für Baden-Württemberg sowie der stellvertretende Staatssekretär im Amt des ungarischen Ministerpräsidenten, Dr. Zoltán Fürjes.

In seiner Ansprache erinnerte Joschi Ament an das Schicksal der rund 32.000 nach Russland verschleppten sowie über 200.000 vertriebenen Ungarndeutschen. Hinter den Zahlen stünden unzählige menschliche Tragödien. Erinnerung sei Verantwortung und Grundlage für Frieden und Versöhnung.

Ibolya Hock-Englender ergänzte das historische Gedenken mit persönlichen Bildern aus ihrer Familiengeschichte. Sie schilderte Abschiede am Bahnhof, verlassene Gräber in den Heimatdörfern und kleine Alltagsmomente, die den Verlust symbolisieren. Solche Erinnerungen gäben den geschichtlichen Fakten ein menschliches Gesicht und mahnten, das geistige Erbe der Vorfahren zu bewahren und an kommende Generationen weiterzugeben.

Besonders betont wurde die Bedeutung Baden-Württembergs als neue Heimat vieler Vertriebener nach 1946 sowie Stuttgart als Ort der Verkündung der Charta der deutschen Heimatvertriebenen im Jahr 1950 – ein Zeichen für Verzicht auf Rache und für ein geeintes Europa.

Die Veranstaltung setzte wie bereits die vorausgegangenen Gedenkfeiern ein starkes Zeichen des gemeinsamen Erinnerns und der grenzüberschreitenden Versöhnung.