„Die Liebe eines Ungarndeutschen zu seiner Heimat Pilisborosjenö/Weindorf“

Führender Augustinus-Forscher Cornelius Petrus Mayer †

Einladung zum Privatbesuch bei Papst Benedikt XVI. im Jahr 2009 im Vatikan

Cornelius Petrus Mayer, Augustinerpater und Gründer-vater des Würzburger Zentrums für Augustinusforschung (ZAF), ist tot. Er starb am 8. März, einen Tag vor seinem 92. Geburtstag.

Cornelius Mayer wuchs in der ungarndeutschen Gemeinde Pilisborosjenö/Weindorf nahe Budapest auf. Als Angehörige der deutschen Minderheit teilte seine Familie in der Folge des Zweiten Weltkriegs das Los der Vertreibung. Eine neue Heimat fand die Familie von Cornelius Mayer in Walldürn; am Gymnasium der Augustiner im unterfränkischen Münnstadt setzte er seine Schullaufbahn fort, die er 1949 mit dem Abitur abschloss.

Noch 1949 entschloss er sich zum Eintritt in die Ordensgemeinschaft der Augustiner und absolvierte ein Studium der Theologie und Philosophie. 1955 empfing er die Priesterweihe.

Weiterführende Studien ermöglichten Pater Petrus, so sein gewählter Ordensname, 1968 die Promotion und 1973 die Habilitation. Von 1972 bis 1979 lehrte er als Privatdozent an der Universität Würzburg. Von 1979 bis 1995 war er Professor für Systematische Theologie an der Justus Liebig-Universität Gießen.

Auch nach seiner Emeritierung führte er seine Projekte als wissenschaftlicher Leiter des 2001 von ihm gegründeten Zentrums für Augustinus-Forschung (ZAF) mit Sitz in Würzburg fort, das er bis zu seinem 85. Geburtstag im Jahr 2014 leitete.

Mayer sagte einst: „Nachdem mein Vater 1964 verstorben war, lud ich meine Mutter erstmals zu einer Fahrt in die alte Heimat ein, um ihre Trauer zu lindern. Dort angekommen fuhren wir zuerst zum Friedhof, wo wir die Gräber der seit der Vertreibung verstorbenen Verwandten aufsuchten.

Am Sonntag nach unserer Ankunft hielt ich den Gottesdienst. In meiner Predigt über das Evangelium von den zehn Aussätzigen – die Jesus heilte, von denen aber nur einer zurückkehrte, um zu danken (Lk 17,11-19) – sagte ich, wir Vertriebenen sollten nicht zu den Neun gezählt werden müssen, sondern zu jenem Einen, der zurückkehrte, um zu danken.“

Es sollte nicht das letzte Mal sein, dass Cornelius Mayer in sein Heimatdorf zurückkam, um zu danken, aber auch zu helfen. Er unterstützte Weindorf in vielfältiger Art und Weise. So zählt auch die Verleihung der Ehrenbürgerwürde von Weindorf, die er im Jahr 2009 für sein Engagement erhielt, zu seinen zahlreichen Auszeichnungen.

Jetzt ist Cornelius Mayer zum himmlischen Vater heimgegangen. Möge er ruhen in Frieden.

„Seien Sie mit uns Ungarndeutsch – und stehen Sie dazu!“

Digitaler Bundesschwabenball 2021

Gruppen anlässlich des 62. Bundesschwabenballs 2017 (Foto: Stadt Gerlingen)

Nachdem der Bundesschwabenball bereits im letzten Jahr der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen war, wurde die größte Veranstaltung im Jahreskalender der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn jetzt erstmals digital ausgerichtet.

Bundesvorsitzender Joschi Ament ging in seinem Grußwort auf die lange Historie der Schwabenbälle der Ungarndeutschen ein, die nach dem Krieg und der Vertreibung der Deutschen aus Ungarn ab 1952 in der „Neuen Heimat“ – zunächst in Ludwigsburg, später in der heutigen Patenstadt Gerlingen – fortgesetzt wurde. Mit dem Bundesschwabenball wollen die Ungarndeutschen Traditionen bewahren, aber auch den Blick in die Zukunft richten, so der Bundesvorsitzende. Ament zitierte in seinem Grußwort seine Bundesvorsitzenden-Kollegin in Ungarn mit den Worten: „Wir selbst sind die Garantie für unsere eigene Zukunft“ und schloss mit dem Aufruf: „Seien Sie mit uns Ungarndeutsch – und stehen Sie dazu!“

Gerlingens Bürgermeister und Patenonkel der LDU Dirk Oestringer verwies in seinem Grußwort, dass vor 75 Jahren die ersten ungarndeutschen Heimatvertriebenen nach Gerlingen gekommen seien. Dies sei heute ein unverzichtbarer Bestandteil der jüngeren Stadtgeschichte Gerlingens, so Oestringer. Auslöser der starken Bindung zu den Ungarndeutschen sei die Übernahme der Patenschaft über die LDU im Jahre 1969 sowie die Ausrichtung der Bundesschwabenbälle seit 1976 gewesen. Auch die Städtepartnerschaft zu Tata, die seit 1987 existiert, basiere auf den starken Verbindungen zu den Ungarndeutschen.

Die Vorsitzende der LdU in Ungarn, Frau Ibolya Hock-Englender wies darauf hin, dass die beiden LDU´s das Bindeglied zwischen den heimatvertriebenen und den heimatverbliebenen Ungarndeutschen seien. Man habe gemeinsame Ziele und Werte, so die Landesvorsitzende. Hock-Englender erinnerte aber auch daran, dass ein Schwabenball der Ausdruck der gemeinsamen Identität der Ungarndeutschen – sowohl in Deutschland als auch in Ungarn – sei. Ein Schwabenball vermittle deshalb nicht nur Kultur, sondern auch die Botschaft, dass die Ungarndeutschen ohne diese Wurzeln auch keine Zukunft haben. Deshalb hätten sich die Schwabenbälle der letzten Jahrzehnte auch zu einer echten Bewegung entwickelt, so Hock-Englender in ihrer Grußbotschaft.

Lochbergtanzgruppe Zsámbék – Bundesschwabenball 2015 (Foto: Stadt Gerlingen)

„Wir sind glücklich, so viele Menschen erreicht zu haben“

Erster digitaler Schwabenball ist ein voller Erfolg

Die Begrüßung der Gäste, der traditionelle Einzug der wunderschönen Trachtengruppen und zahlreiche Darbietungen der verschiedenen Tanz- und Folkloregruppen aus Deutschland und Ungarn ließen echte Schwabenballatmosphäre vor den Bildschirmen aufkommen.

„Als ich den knapp 70 minütigen digitalen Schwabenball das erste Mal gesehen habe, war ich schon stolz auf das Geleistete und deshalb geht mein ganz besonderer Dank an das Technik-Team der LDU“, so der Bundesvorsitzende Joschi Ament.

„Das Video zeigt eine lebendige Stimmung, und ich bin mir sicher, dass wir damit tolle Inhalte und unsere Traditionen weiter geben konnten“, fasste Michael Fritton vom Landesverband Baden-Württemberg zusammen, der die Gesamtleitung für dieses digitale Projekt inne hatte.

„Wir sind glücklich, denn in kürzester Zeit wurde unser Schwabenball mehr als 400 Mal aufgerufen. Dass wir so viele Menschen erreichen, hätten wir nicht gedacht“, sagt Alfred Freistädter, Mitglied des Bundesvorstandes, der auch diesmal die Trachtengruppen aus den unterschiedlichsten Regionen Ungarns vorstellte.

„Aus dem Lob und der Anerkennung für unsere Filmpremiere schöpfen wir Kraft und Zuversicht für die zukünftige Arbeit unserer LDU“, resümiert Bundesgeschäftsführer Erich Gscheidle.

Der digitaler Schwabenball ist weiterhin über die Homepage der LDU  www.ldu-online.de  oder über den Youtube-Kanal der LDU unter  https://youtu.be/bSsvqolXAzo  abrufbar.

„Digitaler Bundesschwabenball 2021“

Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für Ihr Interesse an unserem digitalen Bundesschwabenball.

Der digitale Schwabenball ist über den You-Tube-Kanal der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn ab sofort abrufbar.

Der nachfolgende Link führt Sie einfach und direkt dorthin. Ein Doppelklick genügt.

https://youtu.be/bSsvqolXAzo

Ich darf Ihnen im Namen der LDU viel Spaß und Freude bei unserem digitalen Bundesschwabenball wünschen.

Seien Sie für eine Stunde mit uns Ungarndeutsch – und stehen Sie dazu!

Freundliche Grüße

Joschi Ament
Bundesvorsitzender

„Einladung zum digitalen Bundesschwabenball mit Bundestrachtenfest“

 

Die Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn und
die Patenstadt Gerlingen laden herzlich ein
zum digitalen Bundesschwabenball mit Bundestrachtenfest.

 

Festprogramm:

Prinz-Eugen-Marsch zum Einzug der Trachtenpaare

Eröffnung des digitalen Schwabenballs durch den Bundesvorsitzenden
Herrn Joschi Ament

Grußworte des Bürgermeisters der Patenstadt Gerlingen
Herrn Dirk Oestringer

Grußworte der Vorsitzenden der
Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen in Ungarn
Frau Ibolya Hock-Englender

Trachtenschau

Potpourri aus Auftritten verschiedener Tanz- und Folkloregruppen
Fotos und Videos der letzten Bundesschwabenbälle

Der Bundesschwabenball ist ab dem 17. April 2021 über den Youtube-Kanal der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn im Internet oder über die Homepage der LDU www.ldu-online.de abrufbar.

Auf Wunsch leiten wir Ihnen den Link sehr gerne zu.

Anmeldung über: kontakt@ldu-online.de

„Auch der Heilige Nepomuk wird restauriert“

Ungarische Regierung unterstützt ungarndeutsches Basismuseum in Tata

Das Ungarndeutsche Zentralmuseum in Tata wurde im Jahr 1972 als Basismuseum für die deutsche Minderheit in Ungarn gegründet und bewahrt und präsentiert seither das materielle und immaterielle Erbe der Ungarndeutschen im historischen und heutigen Ungarn. Seit 1983 befindet es sich im teilweise denkmalgeschützten Gebäudekomplex der Nepomucenus-Mühle, die im Jahre 1758 erbaut wurde.

Für die seit über 30 Jahren verschwisterten Städte Gerlingen in Baden-Württemberg und Tata im Komitat Komárom-Esztergom in Ungarn stellt das Basismuseum eine zentrale Verbindung zwischen Menschen und Organisationen beider Kommunen dar. Sowohl für die Ortsgruppe der LDU in Gerlingen, als auch für den Landesverband der LDU in Baden-Württemberg ist das Basismuseum ebenfalls seit vielen Jahren ein besonderer Ort der Begegnung.

Die Leitung des Museum um Direktor Dr. Richard Schmidtmayer bewirbt sich seit einiger Zeit um finanzielle Unterstützung, um dringend notwendige Modernisierungs-, Instandhaltungs- und Renovierungsarbeiten am historischen Mühlenanwesen durchführen zu können.

Dr. Schmidtmayer zusammen mit dem Parlamentsabgeordneten János Bencsik, der in Vertretung von Staatssekretär Soltész an der Pressekonferenz teilnahm

Im Januar 2021 konnten sich die Verantwortlichen nun über einen Brief von Staatssekretär Miklós Soltész – zuständig für Kirchen- und Nationalitätenangelegenheiten im ungarischen Ministerpräsidentenamt – freuen, denn mit einer finanziellen Zuwendung von 25 Mio. Forint, die aktuell genehmigt wurde, können die zwingend notwendigen Sanierungsmaßnahmen am Hauptgebäude wohl noch im Frühjahr 2021 in Auftrag gegeben werden. Auch die Statue des Heiligen Johannes von Nepomuk soll fachmännisch restauriert werden, wie Dr. Richard Schmidtmayer, Direktor des Basismuseums auf der Pressekonferenz bekannt gab.

„Ich werde diese Geschichte nicht los“

Georg Richter hat seine Erinnerungen an Krieg und Gefangenschaft aufgeschrieben

„Nein, bis Corona weg ist, können wir nicht warten“, sagt Georg Richter sofort. Er ist 94 Jahre alt, und es ist ihm wichtig, seine Geschichte zu schildern. Jetzt hat er ein Buch herausgebracht. Es trägt den Titel „Neun Jahre lebendig tot. Kriegsgefangenschaft in Russland und Ungarn.“

Seit 67 Jahren lebt Richter in Deutschland. Und doch sagt er: „Ich werde diese Geschichte niemals los.“ Es sei eine Geschichte, aus der junge Leute etwas lernen können. Sie können sich „ein Beispiel nehmen, wie man in ausweglosen Situationen das Leben trotzdem meistern kann“. Ausweglose Situationen hat er viele erdulden müssen.

Georg Richter wurde 1926 in einer kleinen Gemeinde im Süden Ungarns geboren. 90% der Menschen dort waren deutsch. Nach dem Abitur, mit 18, wurde er als „Volksdeutscher“ eingezogen. Er wurde zur Waffen-SS zwangsrekrutiert, sonst wären seine Eltern inhaftiert worden. „Man nannte uns Freiwillige, aber freiwillig war da nichts!“ Richter musste nicht an die Front, er machte Sanitätsdienst. Nach fünf Monaten kam er in russische Gefangenschaft, und eine fast neunjährige Odyssee des Schreckens begann. Er war in mehr als 20 Lagern. Er erlebte Gefangenschaft und Todesangst, Demütigung und Misshandlung, Lügen und Verrat, Entbehrungen, Hunger und Zwangsarbeit im Steinbruch. Und er sah Freunde sterben. Wenn er davon erzählt, merkt man an den vielen Details, wie plastisch er das schreckliche Geschehen immer noch vor Augen hat.

Ende 1950 wurde er aus der russischen Kriegsgefangenschaft nach Ungarn entlassen, dort sogleich vom ungarischen Geheimdienst verhaftet und für drei weitere Jahre in das berüchtigte Schweigelager nach Tiszalök überstellt. Das Martyrium wollte und wollte nicht enden. Erst im Dezember 1953 kam er endgültig frei und wurde sofort des Landes verwiesen. Er kam nach Deutschland – seine Eltern lebten bereits als Vertriebene in Dietenheim bei Ulm. „Bitter“ seien die ersten Jahre in Deutschland gewesen, „aber dann ging es nach und nach besser.“

Aus Ungarn bekommt er heute eine Entschädigung, 20 Euro pro Monat „für neun Jahre Kriegsgefangenschaft und den Verlust des Elternhauses“, aber doch immerhin eine Art Anerkennung. Lange genug sei in Ungarn alles unter den Teppich gekehrt worden.

Was haben die Erfahrungen mit ihm gemacht? Er sei „ein versöhnlicher Mensch“, sagt Georg Richter, „dauerhafte Fehde bringt nichts. Ich reiche, nach allem, was ich erlebt habe, den Anderen die Hand. Man muss an die Zukunft denken.“ Nur vergessen, das dürfe man nicht. „Wenn man diese Geschichte nicht festhält, ist sie weg! Für immer verloren!“

 

Quelle: Magdi Aboul-Kheir/Südwestpresse

Ausschreibung Donauschwäbischer Kulturpreis 2021

Innenminister Thomas Strobl: „Verleihung ist wichtiges Zeichen an Kulturschaffende in schwierigen Zeiten“

„Wir vergeben den Donauschwäbischen Kulturpreis in diesem Jahr zum 40. Mal. Gerade in einer Zeit, die Kulturschaffende und in der Kulturvermittlung tätige Menschen aufgrund der Corona-Pandemie vor besondere Herausforderungen stellt, können wir damit ein Zeichen setzen und anerkennen, wie wertvoll ihr Engagement für unsere Gesellschaft ist“, sagte der Stv. Ministerpräsident, Innenminister und Landesbeauftragte für Vertriebene und Spätaussiedler Thomas Strobl. Anlass war die Ausschreibung für den Donauschwäbischen Kulturpreis 2021.

Um das Werk und Wirken der Kulturschaffenden und Kulturvermittelnden herauszustellen und auszuzeichnen, vergibt das Land Baden-Württemberg alle zwei Jahre den Donauschwäbischen Kulturpreis. In diesem Jahr wird der Preis für den Bereich Kulturvermittlung (Literatur – Musik – Bildende Kunst – Medien) ausgeschrieben. Bewerbungsschluss ist der 31. Mai 2021.

Neben einem mit 5.000 Euro dotierten Hauptpreis sind zwei Förderpreise in Höhe von jeweils 2.500 Euro vorgesehen, mit denen jüngere Personen ausgezeichnet werden, die sich erfolgreich als Kulturschaffende oder in der Kulturvermittlung engagieren. Der Preis wird an Personen verliehen, deren Werk Bezüge zur donauschwäbischen Kultur hat. Angesprochen sind auch Einrichtungen und Initiativen, die kulturelle Angebote zur Geschichte und Kultur der Donauschwaben präsentieren.

„Die Geschichte der Donauschwaben mit ihrer traurigen Wahrheit von Flucht und Vertreibung hat in der Gegenwart nichts an Aktualität verloren. Die Kulturschaffenden und Akteure in der Kulturvermittlung lassen diese Geschichte auf vielfältige künstlerische Weise im Heute erfahrbar werden“, bekräftigte Innenminister Thomas Strobl.

 

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Ausführliche Informationen zum Vergabeverfahren sind auf den Internetseiten des Hauses der Heimat des Landes Baden-Württemberg eingestellt. Gern erteilt das Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg weitere Auskünfte (0711/66951-14).

 

„Der nicht sieht, ist nicht blind“

Wie eine glückliche Kindheit in Vértesacsa zum Glück für zahlreiche blinde ungarische Kinder wurde

Am 13. Januar 2021 starb Schwester Anna an Corona. Geboren wurde Anna Fehér 1947 in Vértesacsa als Tochter der ungarndeutschen Bauernfamilie Josef Fehér und Anna Fufnagel.

Als tief religiöse Katholikin schloss sich Anna Fehér der Ordensgemeinschaft der Elisabethinnen an, der sich zur Hilfe für Notleidende verpflichtet.

Da sie bereits als Kind selbst an einer starken Sehschwäche litt, gründete Schwester Anna 1982 in Budapest das St.-Anna-Heim für mehrfach körperlich wie seh- und hörbehinderte Kinder. Anfangs kümmerte sie sich in zwei Kellerwohnungen um 15 Kinder – unterstützt von der St.-Anna-Gemeinde am Batthyány Tér.

1989 stellte ihr die Stadt in den Budaer Bergen ein leerstehendes Gebäude zur Verfügung. Es gelang ihr, das große Haus mit Garten zu renovieren, einen Kindergarten und eine Schule einzurichten. Unterstützt wurde sie u.a. von der Christoffel Blindenmission, dem deutschen katholischen Blindenwerk, dem Schweizer Bauorden, der Caritas und Renovabis.

2015 wurde der Anbau durch den ungarischen Außenminister Peter Szijjárto übergeben. Heute heißt es „Batthyány László Kinderheim“, benannt nach dem bekannten ungarischen Arzt der Armen László Batthyány.

Viele Kinder lernten in Schwester Annas Heim mit viel Zuwendung, trotz schwersten Behinderungen sprechen, laufen, musizieren bis hin zur Selbstversorgung und handwerkliche Fähigkeiten. Heilgymnastik, Hydrotherapie und Unterwassermassage schulen Wahrnehmung, Tastsinn und Beweglichkeit. Schwester Annas Fachteam hat dafür individuelle Sitzmodule und fast 40 Hilfsgeräte nach dem Motto „Bewegen heißt heilen“ entwickelt. Schwester Anna war es sehr wichtig, dass die inzwischen erwachsen Kinder auch weiterhin gut untergebracht sind.

Schwester Anna übersetzte als Erste die Bibel auf Ungarisch in Braille-Schrift. Papst Johann Paul II segnete 1991 ihr Werk persönlich. Sie traf sich mit Mutter Theresa, und auch die Gattin des damaligen US-Präsidenten Barbara Busch besuchte 1989 ihr Heim.

Jetzt ist Schwester Anna Opfer der Corona-Pandemie geworden. Es bleibt zu hoffen, dass das Werk von Schwester Anna fortgeführt wird und noch viele weitere Menschen zu guten Taten inspiriert.

(Quelle: Ilona Schmuck / Foto: www.mandiner.hu)

„Corona versus Landsmannschaft“

Absage des Bundesschwabenballs 2021 in Gerlingen

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Landsleute,
liebe Freunde der ungarndeutschen Kultur,

das Kalenderjahr 2021 beginnt leider so, wie das das alte Jahr endete. Es ist gezeichnet von harten Einschnitten aufgrund der Corona-Pandemie in Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur. Ein erneuter Lockdown, der noch vor dem Jahreswechsel begann, führte bislang nicht zum gewünschten Erfolg. Die Inzidenz-Zahlen sanken zuletzt zwar stetig, doch sind sie für großzügige Lockerungen immer noch zu hoch. Die Entwicklung eines Impfstoffes verbreitete zunächst Hoffnung und Zuversicht. Doch verlief der Impfstart eher schleppend als erfolgreich. Die Mutationen des Virus verbreiten weiterhin große Sorgen.

Auch wir – seitens der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn – hatten die feste Absicht, mit unserem traditionellen Bundesschwabenball in unserer Patenstadt Gerlingen unsere wertvolle Arbeit zum Wohle unserer Kultur- und Brauchtumspflege wieder aufnehmen. Leider ist das aufgrund der Pandemie nicht so einfach, da Veranstaltungen dieser Art und Größe momentan noch nicht möglich sind.

In enger Abstimmung mit dem Bürgermeister unserer Patenstadt Gerlingen, Herrn Dirk Oestringer, hat das Bundespräsidium unserer Landsmannschaft zusammen mit dem Landesvorstand der LDU in Baden-Württemberg beschlossen, den für den 17. April 2021 vorgesehenen 65. Bundesschwabenball – als Präsenzveranstaltung – abzusagen. Natürlich bedauern wir das sehr.

Aktuell plant die Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn, einen kleinen virtuellen Bundes-schwabenball auszurichten. Hierzu möchte ich Sie bereits heute recht herzlich einladen.

Detaillierte Informationen werden wir über unseren LDU-Newsletter bzw. auf unserer Homepage www.ldu-online.de zu gegebener Zeit zur Verfügung stellen.

 

Bleiben Sie gesund!

 

Joschi Ament
Bundesvorsitzender