
Leana Magdalena Becker und Jan Ament erinnern in Taunusstein an Auswanderung und Vertreibung
Geschichte wird besonders dann lebendig, wenn junge Menschen sie aus ihrer eigenen Familiengeschichte heraus erzählen. In der evangelischen Christuskirche in Hahn nahmen Leana Magdalena Becker und Jan Ament die Zuhörer mit auf eine bewegende Reise durch mehr als 300 Jahre ungarndeutscher Geschichte – von der Auswanderung ihrer Vorfahren bis zur Vertreibung im Jahr 1946.
Der 18-jährige Jan Ament schilderte zunächst anhand seiner Familiengeschichte aus Gerolzhofen die schwierigen Lebensbedingungen, die viele Menschen im 18. Jahrhundert zur Auswanderung nach Ungarn bewegten. Hunger, Missernten und wirtschaftliche Not waren für zahlreiche Familien der Grund, ihre Heimat zu verlassen und im damaligen Ungarn einen Neuanfang zu wagen.
Leana Magdalena Becker, ebenfalls 18 Jahre alt, richtete den Blick auf die dramatischen Ereignisse des Jahres 1946. Besonders berührend waren die Erinnerungen ihrer eigenen Familie: Ihre Urgroßeltern mussten in einem Viehwaggon auf den Abtransport warten, während andere Angehörige ihr Zuhause verloren und jahrelang unter schwierigsten Bedingungen leben mussten.
„Es ist schwer, wenn man an einem anderen Ort lebt, als das Herz es tut“, sagte Leana Becker. Worte, die deutlich machen, dass Vertreibung nicht mit dem Verlassen der Heimat endet – ihre Folgen wirken über Generationen weiter.
Beide jungen Referenten verbindet deshalb ein gemeinsames Anliegen: Erinnerung bewahren, Geschichte weitergeben und Heimat auch für die nächste Generation lebendig halten. Jan Ament brachte es am Ende treffend auf den Punkt: „Migration verändert nicht nur die Menschen, die wandern. Sie verändert auch die Orte, in die sie kommen – und sie wirkt über Generationen weiter.“















