
Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung
Am 22. Juni fand in Stuttgart-Bad Cannstatt die zentrale Gedenkveranstaltung zum Tag der Opfer von Flucht und Vertreibung statt. Am Mahnmal für die Charta der deutschen Heimatvertriebenen erinnerten Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verbänden und Gesellschaft an das Schicksal von Millionen Menschen, die nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Heimat verloren haben.
Als Ehrengast sprach Marion Gentges, Ministerin für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat sowie Landesbeauftragte für Vertriebene und Spätaussiedler in Baden-Württemberg. Sie betonte, dass hinter historischen Zahlen immer persönliche Schicksale stehen. Flucht, Vertreibung und Zwangsumsiedlung bedeuteten für viele Menschen den Verlust ihrer Heimat und ihrer Lebensgrundlagen. Auch die Ungarndeutschen gehören zu den Volksgruppen, deren Geschichte untrennbar mit diesen Ereignissen verbunden ist.

Ministerin Gentges unterstrich die Bedeutung einer lebendigen Erinnerungskultur als Grundlage für Demokratie, Frieden und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Gerade angesichts aktueller Krisen und neuer Fluchtbewegungen bleibe die Botschaft des Gedenktages hochaktuell: Vertreibung darf niemals ein Mittel der Politik sein.
Ein zentraler Bezugspunkt der Veranstaltung ist die 1950 in Stuttgart-Bad Cannstatt verabschiedete Charta der deutschen Heimatvertriebenen. Mit ihrem Bekenntnis zu Versöhnung, Verständigung und einem geeinten Europa setzte sie ein starkes Zeichen für einen friedlichen Neuanfang.
Für die Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn ist dieser Gedenktag ebenfalls ein wichtiger Bestandteil ihrer Erinnerungskultur. „Das Schicksal unserer Eltern- und Großelterngeneration verpflichtet uns, die Geschichte lebendig zu halten und die Werte von Frieden, Verständigung und einem geeinten Europa an die kommenden Generationen weiterzugeben“, so der Bundesvorsitzende Joschi Ament.
Die Veranstaltung in Bad Cannstatt setzte damit erneut ein starkes Zeichen der Verbundenheit mit allen Menschen, die Vertreibung erfahren mussten, und unterstrich die Bedeutung einer gemeinsamen europäischen Zukunft.
















