
80 Jahre Vertreibung und Ankunft in Neckarzimmern
Mit einer würdevollen und bewegenden Gedenkveranstaltung erinnerten die Gemeinde Neckarzimmern, die Landsmannschaft der Donauschwaben Mosbach sowie der Heimatverein Pesthidegkút an „80 Jahre Vertreibung aus Ungarn und Ankunft in Neckarzimmern“.
Neckarzimmern besitzt dabei eine besondere historische Bedeutung: Zwischen Februar und Mitte des Jahres 1946 erreichten in insgesamt 28 Viehwaggon-Transporten nahezu 30.000 Heimatvertriebene den Neckar-Odenwald-Kreis, darunter zahlreiche Ungarndeutsche. Für viele Familien war Neckarzimmern die erste Station nach Flucht, Entrechtung und Vertreibung aus ihrer jahrhundertealten Heimat. Von hier aus erfolgte die Weiterverteilung unter anderem nach Mosbach, Obrigheim und Aglasterhausen. Die Erinnerungen an Angst, Verlust und Unsicherheit prägen viele Familien bis heute.
Bürgermeister Christian Stuber begrüßte die zahlreichen Gäste und erinnerte an die Verantwortung, die Erinnerung an das Schicksal der Heimatvertriebenen wachzuhalten. Anton Kindtner, Vorsitzender der Donauschwaben Mosbach und des Heimatvereins Pesthidegkút, führte in die Gedenkveranstaltung ein und würdigte den Einsatz der Erlebnisgeneration, die trotz schwerster Verluste eine neue Existenz aufgebaut habe.
In seiner Gedenkrede sprach der Bundesvorsitzende der LDU, Joschi Ament, eindringlich über die Ursachen und Folgen der Vertreibung der Ungarndeutschen sowie über die Bedeutung von Erinnerung, Verantwortung und Versöhnung.
Weitere Beiträge von Isabell Mendel, Ursula Staudinger, Franz Brandhuber und Landrat Dr. Achim Brötel beleuchteten eindrucksvoll die Schicksale der Vertriebenen und deren schwierigen Neubeginn im Neckar-Odenwald-Kreis.
Besonders bewegend waren die Abschlussworte des ungarischen Generalkonsuls in Stuttgart, Dr. András Izsák. Mit versöhnlichen und verbindenden Worten erinnerte er daran, dass das gemeinsame Erinnern heute Brücken zwischen den Menschen und Nationen schlagen könne.
Die Gedenkveranstaltung machte deutlich: Erinnerung bewahrt Geschichte – und schafft Verantwortung für Frieden, Verständigung und Menschlichkeit.












