
Gedenken an die Verschleppung und Vertreibung der Ungarndeutschen in Wudersch/Budaörs
Am 19. Januar wurde in Wudersch (Budaörs) des vor 80 Jahren begonnenen wohl tragischsten Schicksalskapitels der Ungarndeutschen – ihrer Verschleppung und Vertreibung – gedacht. Der Ort der zentralen Gedenkfeier war bewusst gewählt: Am 19. Januar 1946 verließ hier der erste Zug den Bahnhof, der unschuldige Ungarndeutsche zwang, ihre Heimat zu verlassen.
Die von der Regierung Ungarns organisierte Gedenkveranstaltung brachte Vertreter des Staates, der ungarndeutschen Selbstverwaltung, der Vertriebenenorganisationen sowie zahlreiche Gäste zusammen, die mit ihrer Anwesenheit ihr Bekenntnis zur historischen Gerechtigkeit und zur Kultur des Erinnerns zum Ausdruck brachten – sowohl im weltlichen als auch im kirchlichen Rahmen.
Die staatliche Gedenkfeier begann auf dem Alten Friedhof von Wudersch am Nationalen Denkmal für die Vertreibung der Ungarndeutschen. Dort wurden unter feierlichen und militärischen Ehren Kränze niedergelegt. Kränze legten u.a. László Kövér, Präsident des Ungarischen Parlaments, Joschi Ament, Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn, Ibolya Hock-Englender, Vorsitzende der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, sowie Emmerich Ritter, Parlamentsabgeordneter der Ungarndeutschen, nieder.
Im Anschluss fand ein deutschsprachiger Gottesdienst in der St.-Johann-von-Nepomuk-Kirche statt.
Die Gedenkveranstaltung machte deutlich, dass der 19. Januar weit über ein historisches Datum hinausgeht: Er verbindet persönliche Schicksale mit dem nationalen Gedächtnis und mahnt, dass Minderheitenschutz, gegenseitiger Respekt und friedliches Zusammenleben keine Selbstverständlichkeiten sind, sondern immer wieder neu bekräftigt werden müssen.

(Quellen: LdU, zentrum.hu)
