„Ungarndeutsche – ein Teil der Gerlinger Stadtgeschichte“

65 Jahre Stadtmuseum Gerlingen

Vor 65 Jahren begann in Gerlingen die Sammlung heimatkundlicher Gegenstände an unterschiedlichen Ausstellungsorten. Seit 1982 ist das Stadtmuseum gemeinsam mit dem Ungarndeutschen Heimatmuseum im Alten Schulhaus in der Weilimdorfer Straße 9–11 beheimatet. Dieses war bereits 1971 entstanden, nachdem der Gemeinderat der Stadt Gerlingen beschlossen hatte, die Patenschaft über die Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn (LDU) für Baden-Württemberg zu übernehmen.

Der Museumsgeburtstag stand unter dem Motto „Vergangenheit hat Zukunft“. In einer Gesprächsreihe erinnerten sich Weggefährten an die bewegte Geschichte des Museums, das sich zu einem lebendigen Ort für Kultur, Bildung und Begegnung entwickelt hat. Im Rahmen dieses Rückblicks wurde auch das Kapitel „Ungarndeutsche in Gerlingen“ aufgegriffen. Hierzu hielt der Landesgeschäftsführer der LDU, Erich Gscheidle, einen Vortrag.

Erich Gscheidle, der über 40 Jahre im Dienst der Stadt Gerlingen stand und als ehemaliger Hauptamtsleiter auch für das Stadtmuseum verantwortlich war, schilderte, wie nach dem Zweiten Weltkrieg zahlreiche Vertriebene in Gerlingen eine neue Heimat fanden. Seine Ausführungen stützten sich dabei auf Zeitzeugenberichte sowie persönliche Erinnerungen.

So seien am 29. April 1946 die ersten 201 Ungarndeutsche aus Zsámbék (Schambek) der Gemeinde Gerlingen aus dem Lager Malmsheim zugewiesen worden. „Gerlingen hatte damals rund 3.500 Einwohner“, wie Gscheidle zu berichten wusste. Die Vertriebenen seien zunächst im Rohbau der Pestalozzi-Schule und im Kindergarten Hasenberg untergebracht worden, bevor sie in Gerlinger Familien Aufnahme fanden, so Gscheidle weiter. Weitere Ungarndeutsche, vor allem aus Dunabogdány (Bogdan) und Egyházaskozár (Kosart), sowie Vertriebene überwiegend aus dem Sudetenland und Schlesien wären damals gefolgt. Als Gerlingen 1958 zur Stadt erhoben wurde, lebten dort 10.000 Menschen, darunter 3.600 Vertriebene.

Trotz anfänglicher Schwierigkeiten gelang die Integration sehr erfolgreich. Die Vertriebenen engagierten sich im Vereinsleben, übernahmen politische Verantwortung und prägten die Stadt nachhaltig.

Warum die Stadt Gerlingen die Patenschaft über die Landsmannschaft übernommen hat und weshalb Gerlingen immer wieder als „inoffizielle Hauptstadt der Ungarndeutschen in Deutschland“ bezeichnet wird, fand ebenso Aufklärung wie das Zustandekommen der Städtepartnerschaft zwischen Gerlingen und der ungarischen Stadt Tata.

„Wieviel Vergangenheit und wieviel Zukunft“

Feierlicher Festakt anlässlich 75 Jahre Landsmannschaft der Banater Schwaben

Mit einem würdigen Festakt im Donauschwäbischen Zentralmuseum (DZM) in Ulm feierte der Bundesverband der Landsmannschaft der Banater Schwaben sein 75-jähriges Bestehen. Bereits im Vorfeld versammelten sich Gäste im Dokumentationszentrum der Landsmannschaft, wo Leiter Walter Tonța eine eindrucksvolle Sammlung historischer Dokumente präsentierte.

Zum Festakt konnte der Bundesvorsitzende der Banater Schwaben, Peter-Dietmar Leber, zahlreiche Ehrengäste aus Politik, Kirche, Wissenschaft und befreundeter Verbände begrüßen.

Unter ihnen befanden sich der rumänische Parlamentsabgeordnete Ovidiu Ganț, der in seinem Grußwort die starken deutsch-rumänischen Beziehungen und die Bildungsförderung durch Baden-Württemberg und Bayern hervorhob. Ebenso Stephan Mayer, der erst kürzlich neu gewählte Präsident des Bundes der Vertriebenen, bekräftigte seine Unterstützung für die Anliegen der Banater Schwaben. Die Ulmer Bürgermeisterin Iris Mann betonte in ihrem Grußwort u.a. die besondere Verbundenheit der Stadt Ulm, die seit vielen Jahren als Patenstadt über die Banater Schwaben fungiert und regelmäßig die Heimattage des Bundesverbandes ausrichtet. Weitere Grußworte sprachen Dr. Claudiu Călin (Bistum Temeswar) in Vertretung für SE Bischof József-Csaba Pál und für den emeritierten Bischof Martin Roos sowie Benny Neurohr für das Demokratische Forum der Deutschen im Banat.

Ein Höhepunkt war der Vortrag von Prof. Dr. Reinhard Johler (Universität Tübingen) mit dem Titel „Wieviel Vergangenheit und wieviel Zukunft“

Darin beschäftigte sich Prof. Dr. Johler zum einen mit den Themen der Erinnerungskultur und des kulturellen Erbes sowie die Funktion der Brückenbauer zu den historischen Herkunftsgebieten, zum anderen mit den Themen möglicher Kooperationen und der Weiterentwicklung von Netzwerken untereinander. Sein Vortrag mündete letztlich in einem bemerkenswerten Zukunftsvorschlag für eine Jugendaktion für mehr Sichtbarkeit der Landsmannschaften.

Musikalisch umrahmten Patrick Hollich (Klarinette) und Ilja Ruf (Klavier) die Veranstaltung, die mit Enescus „Rumänischer Sinfonie“ eindrucksvoll ausklang.

Die Landsmannschaft blickt damit auf 75 Jahre erfolgreiche Gemeinschaftsarbeit und engagierte Heimatpflege zurück. Happy Birthday! Landsmannschaft der Banater Schwaben!

„Gemeinschaft leben – Geschichte ehren – Zukunft gestalten“

Liebe Landsleute!

Als Motto meines Neujahrsgrußes für das Jahr 2026 habe ich diese drei Begriffe gewählt, weil sie für mich die Ecksteine unseres Daseins darstellen. In der Gegenwart ist es entscheidend, unsere Gemeinschaft aktiv zu leben, Meinungsverschiedenheiten klug auszutragen und stets vor Augen zu haben, dass wir nur durch Zusammenhalt vorankommen.

Die Maßnahmen, die wir in den letzten Jahren auf Grundlage der Strategie der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen umgesetzt haben, folgen diesen Prinzipien: unsere Wurzeln zu bewahren, sie mit zeitgemäßen Mitteln in die Gegenwart einzubinden und so für die Zukunft zu sichern. Durch kontinuierliche Online-Kommunikation und regelmäßige Pressearbeit informieren wir Sie, liebe Landsleute, über Themen, die uns alle betreffen. Unsere Podcast-Serie eröffnet nicht nur unseren Angehörigen, sondern auch der Mehrheitsgesellschaft Einblicke in unser vielfältiges Dasein und greift dabei auch strittige Fragen auf.

Zahlreiche Projekte – wie die Mitgestaltung der Ausstellung „Schwerer Stoff“, die ungarndeutschen Lehrpfade, die Inszenierungen der Deutschen Bühne Ungarn oder die wissenschaftliche Tagung zur Vertreibung und Verschleppung – dienen sowohl der Aufarbeitung unserer Vergangenheit als auch der Reflexion darüber, was wir aus ihr lernen können. Auch der Landesrat der Ungarndeutschen Chöre, Kapellen und Tanzgruppen sucht neben der Pflege der Tradition nach neuen Ausdrucksformen der Volkskunst.

Besonders wichtig ist uns die Jugend. Jugendkonferenzen stoßen auf großes Interesse, das Alumni-Netzwerk der Valeria-Koch-Preisträger wurde ins Leben gerufen. Die Gemeinschaft Junger Ungarndeutscher und der Verein für Ungarndeutsche Kinder bilden das Fundament unserer Zukunft – sie verdienen breite Unterstützung und mehr aktive Mitwirkung. Wenn wir bei Kultur- und Wettbewerbsveranstaltungen Kinder und Jugendliche auf der Bühne sehen, hören wir nicht nur Lieder und Texte – wir hören unsere Zukunft.

Die Jahre ab 2026 stehen im Zeichen des Gedenkens an Verschleppte, Heimatvertriebene und Heimatverbliebene. Wir erinnern nicht, um stehenzubleiben, sondern um weiterzugehen.

Gerade im Jahr der Parlamentswahlen sind wir aufgerufen, uns bewusst zu unserer Herkunft zu bekennen und unsere Interessen entschlossen zu vertreten. Tragen wir die Kraft des Neuanfangs in das neue Jahr und in unsere Gemeinschaften. In dieser Zuversicht wünsche ich uns allen ein erfolgreiches Jahr 2026!

Ibolya Hock-Englender

Vorsitzende der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen

 

 

(Quelle: LdU Ungarn)

„Ausdruck lebendiger ungarndeutscher Gemeinschaft“

„Kathreintanz der LDU Gerlingen mit besonderem Ehrengast“

Der Gerlinger Stadtverband der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn (LDU) pflegt seit Jahrzehnten enge und freundschaftliche Beziehungen zu Zsámbék/Schambek. Diese Verbundenheit hat einen historischen Hintergrund: Am 29. April 1946 kamen 201 vertriebene Ungarndeutsche aus Schambek als erste Heimatvertriebene nach Gerlingen und fanden dort eine neue Bleibe.

Der diesjährige Kathreintanz, der traditionell als Familienabend begangen wird, stand unter einem besonderen Vorzeichen. Ehrengast war Pater Martin Holnapy aus Zsámbék/Schambek. Auf seine Teilnahme hin fand zunächst ein gemeinsamer Gottesdienst in der Kirche St. Peter und Paul statt. Anschließend trafen sich Mitglieder, Freunde und Gäste der LDU in der Jahnhalle zu einem geselligen Abend.

Für das kulturelle Programm sorgte das Ungarndeutsche Folklore Ensemble Wernau, das Aushängeschild der LDU in Baden-Württemberg, das mit ungarndeutschen und ungarischen Tänzen erneut sein hohes tänzerisches Niveau unter Beweis stellte. Der Männergesangverein Gerlingen, verstärkt durch Sänger des Hymnus-Chors aus Stuttgart, begeisterte mit seinen Chorvorträgen und einem besonders eindrucksvollen Klangbild.

Neben den Mitgliedern des Stadtverbandes nahmen auch Vertreter des Gemeinderats- und Patenschaftsrates der Stadt Gerlingen sowie Mitglieder des Landesvorstandes der LDU teil. Der Patenonkel der LDU in Baden-Württemberg, Bürgermeister Dirk Oestringer, hob in seinem Grußwort die gerade jetzt so wichtige Rolle der LDU als Brückenbauer zwischen der neuen und der alten Heimat hervor. An diesem europäischen Friedens- und Freundschaftswerk beteilige sich auch in lobenswerter Weise seit Jahrzehnten die Gerlinger LDU, so Oestringer.

Erich Gscheidle erinnerte an diesem Abend an ein „Urgestein“ der Gerlinger LDU. Sepp Bader hätte im September seinen 100. Geburtstag gefeiert. Er war 32 Jahre lang 1. Vorsitzender der Ortsgruppe der LDU, über 30 Jahre im Gemeinderat und Patenschaftsrat sowie im Landesvorstand der LDU. Unter dem Vorsitz seines Vaters, Josef Bader sen., wurden bereits Mitte der 1950er Jahre die Familienabende eingeführt.

Der gesellige Teil des immer noch beliebten Tanzreigens wurde anschließend mit Walzermelodien eröffnet, und am Ende gab es die einhellige Meinung aller Anwesenden: ein gelungenes Fest und ein Wiedersehen im kommenden Jahr.

„Kultureinrichtungen im Dialog“

6. Tagung der Kulturstiftung in Bonn-Bad Godesberg

Zahlreiche Vertreter der Landsmannschaften und Kulturvereinigungen der Vertriebenen trafen sich Mitte November in Bonn-Bad Godesberg. Die Begegnungstagung war mit rund 60 Personen ausgebucht und auch von Seiten der Berichterstatter und Vortragenden sehr gut besetzt. Mehrere Beauftragte verschiedener Landesregierungen, wie auch der Beauftragte der Bundesregierung für Vertriebene und Aussiedlerfragen, Dr. Bernd Fabritius, waren der Veranstaltung zugeschaltet und gaben ihre Statements zur aktuellen Situation ab.

Die ungarndeutsche Seite wurde durch Stefan Vachaja vom Landesvorstand der LDU Baden-Württemberg und durch Claudia und Thorsten Söder von den Wandorfern (oedenburgerland.de) vertreten.

Es wurden viele interessante Projekte angesprochen, wobei deutlich wurde, dass professionelle Einrichtungen wie auch die Projekte der Landsmannschaften gleichermaßen unterstürzt werden müssen.

Zielgruppen der Informationsarbeit sind einerseits die Heimatortsgruppen aber immer auch die gesamtdeutsche Gesellschaft. Ebenso bleibt der Austausch mit den Herkunftsländern wichtig.

Besonders interessant war ein Bericht über den außerschulischen Lernort in Hoyerswerda, der sich „Transferraum Heimat“ nennt. Dort wird beispielsweise ein historischer Güterwaggon präsentiert, mit dem die Realität der Vertreibung nach dem zweiten Weltkrieg veranschaulicht wird. Ebenso kann auf einem nahegelegenen See mit einem Original-Beiboot der „Wilhelm Gustloff“ die damalige Tragödie nachempfunden werden.

Die Vorgehensweise bei der Präsentation von „Virtuellen Heimatsammlungen“ im Internet wurde an Beispielen erläutert. Ziel ist hier keine Inventarisierung, sondern eine Darstellung von ausgewählten Exponaten, um weiteres Interesse zu wecken.

Auch Olivia Schubert, die neu gewählte Präsidentin der FUEN (Föderalistische Union Europäischer Nationalitäten) und stellvertretende Vorsitzende der LdU in Ungarn, war per Video-Konferenz zugeschaltet. Sie vertritt in ihrer Tätigkeit für die FUEN rund 20 Millionen Menschen in Europa und unter anderem auch solche Minderheiten, die kein Land haben, wie auch die Sorben.

Beifall fand das Schlusswort von Frau Dr. Werthan, in dem sie betonte, dass Vermittlung der Vertriebenenkultur an die deutsche Gesamtgesellschaft eminent wichtig bleibt.

„Austausch, Rückblick und Weichenstellung“

Patenschaftsrat tagt in Gerlingen

„Gerlingen ist und bleibt auch weiterhin die inoffizielle Hauptstadt der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn“, wie Joschi Ament, Bundes- und Landesvorsitzender der LDU betonte.

Unter diesem selbstbewussten Motto trat Mitte November im Sitzungssaal des Gerlinger Rathauses der Patenschaftsrat zu seiner turnusmäßigen Sitzung zusammen. Dieses Gremium der Stadt setzt sich paritätisch aus Mitgliedern des Gemeinderats sowie Vertretern des Landesvorstandes der LDU Baden-Württemberg zusammen. Gemeinsam beraten sie über die Pflege und Weiterentwicklung der Patenschaft zwischen der Stadt Gerlingen und der LDU.

Auf der Agenda standen diverse Tagesordnungspunkte. Zunächst blickten die Mitglieder auf das Kalenderjahr 2025 zurück. Besondere Aufmerksamkeit galt dabei den vielfältigen Aktivitäten der LDU in Kooperation mit der Stadt Gerlingen und dem Gerlinger Stadtmuseum. Der Rückblick zeigte, wie eng und vertrauensvoll die Zusammenarbeit seit vielen Jahren ist – ein wichtiger Grundstein für die kommenden Projekte.

Ein zentraler Höhepunkt des vergangenen Jahres war die Reise des Patenschaftsrates nach Ungarn. Die Delegation besuchte unter anderem die Partnerstadt Tata und weitere ungarische Kommunen und Institutionen. Die Mitglieder bewerteten die Reise insgesamt als großartigen Erfolg: Sie habe nicht nur bestehende Kontakte gestärkt, sondern auch neue Impulse für kulturelle und gesellschaftliche Kooperationen gesetzt.

Darüber hinaus wurden in der Sitzung die gemeinsamen Aktivitäten für das Kalenderjahr 2026 beraten. Dabei standen insbesondere der kommende Bundesschwabenball, der am 18. April 2026 stattfinden wird, die Landeskulturtagung im Herbst 2026 sowie neue Projekte mit dem Stadtmuseum im Zusammenhang mit dem Beginn der Vertreibung der Ungarndeutschen vor 80 Jahren im Mittelpunkt. Ebenso wurde über die Vertiefung der Städtepartnerschaft mit Tata sowie die allgemeinen Verbindungen nach Ungarn thematisiert.

Mit klaren Plänen und großer Motivation sieht der Patenschaftsrat den kommenden Aufgaben entgegen – Gerlingen beweist einmal mehr seine besondere Bedeutung für die ungarndeutsche Gemeinschaft in Baden-Württemberg.

„75 Jahre Donauschwaben – über Grenzen und Generationen hinweg“

Internationale Tagung und Jubiläumsfeier des Bundesverbandes der Donauschwaben in Sindelfingen

Am ersten Novemberwochenende lud der Bundesverband der Donauschwaben e.V. zu einer besonderen Doppelveranstaltung ins Haus der Donauschwaben nach Sindelfingen ein: Unter dem Titel „Donauschwäbische Geschichte und ihren Geschichtsschreibern“ fand eine internationale Tagung statt, die sich intensiv mit der Aufarbeitung, Erforschung und Vermittlung der donauschwäbischen Geschichte befasste.

Im Mittelpunkt standen die vielfältigen Wege, auf denen sich die Identität der Donauschwaben nach der Ansiedlung in Südosteuropa herausbildete und über Generationen hinweg weiterentwickelte. Die Vorträge und Diskussionen beleuchteten historische Aspekte ebenso wie aktuelle Fragestellungen und zeigten, dass das donauschwäbische Erbe auch für kommende Generationen von Bedeutung bleibt.

Im Anschluss an die wissenschaftliche Tagung feierte der Bundesverband sein 75-jähriges Bestehen mit einem festlichen „Schwowischen Owed“. Das Donauschwabenfest bot ein abwechslungsreiches Programm mit kulturellen Beiträgen, Musik, Tanz und Überraschungen. Dabei gestalteten zahlreiche Tanz- und Trachtengruppen der angeschlossenen donauschwäbischen Organisationen den Abend mit großer Begeisterung und eindrucksvoller Vielfalt mit.

Unter den Ehrengästen befanden sich Sindelfingens Oberbürgermeister Markus Kleemann, sowie Ministerialdirektor Rainer Moser vom Innenministerium Baden-Württemberg, der in Vertretung von Innenminister Thomas Strobl sprach.

Mit dieser gelungenen Kombination aus wissenschaftlichem Austausch und festlicher Begegnung setzte der Bundesverband ein starkes Zeichen für den lebendigen Zusammenhalt der Donauschwaben – über Grenzen und Generationen hinweg.

„Brücken der Erinnerung – gemeinsam in die Zukunft“

Liebe Landsleute, liebe Mitglieder und Freunde unserer Landsmannschaft,

ein bewegtes Jahr neigt sich dem Ende zu. Die welt- und europapolitische Lage hat uns erneut vor Augen geführt, wie wertvoll Frieden, Zusammenhalt und Verständigung sind – Errungenschaften, die es zu bewahren gilt, auch wenn die Herausforderungen groß bleiben.

Im Rückblick war 2025 für uns ein Jahr des Erinnerns und der Verantwortung. 75 Jahre nach der Charta der deutschen Heimatvertriebenen gedachten wir in Stuttgart eines historischen Dokuments, das bis heute für Versöhnung, Heimatbewusstsein und Zukunftsgestaltung steht. Zugleich konnten wir selbst einige Jubiläen feiern: 75 Jahre LDU in Bayern sowie 30 Jahre unseres Schwesterverbandes, der LdU in Ungarn. Dem gegenüber stand ein stilles, mahnendes Gedenken an 80 Jahre Malenki Robot und an das Leid der damals nach Russland verschleppten Landsleute.

Ganz im Sinne unserer Vereinbarung durften wir eine hervorragende Zusammenarbeit erleben – sichtbar bei der Landesgala der Ungarndeutschen in Pécs und beim Bundesschwabenball in Gerlingen. Diese Begegnungen waren gelebte Verbundenheit über Grenzen hinweg.

Vereinsintern blicken wir erfolgreich auf die Weiterentwicklung unserer Strategie „LDU 2030“ sowie auf die Neuauflage unserer Verbandszeitschrift „Unsere Post – die Stimme der Ungarndeutschen“ mit neuer Schriftleitung zurück.

Mein persönlicher Höhepunkt war unsere LDU-Kulturtagung im Oktober in Gerlingen, bei der drei junge Referenten Geschichte neu interpretierten und national wie international große Beachtung fanden – darauf können wir besonders stolz sein.

Mein herzlicher Dank gilt allen Funktionären, Wegbegleitern, Unterstützern und Freunden unserer Landsmannschaft, die Brücken zwischen Vergangenheit und Zukunft bauen. Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien ein gesegnetes Weihnachtsfest und alles Gute für 2026. Auf dass wir gemeinsam selbstbewusst „Ungarndeutsch“ bleiben – und dazu stehen!

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Joschi Ament

Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn

„Verpflichtung für kommende Generationen“

Baden-Württemberg verleiht Donauschwäbischen Kulturpreis 2025 – Ehrengabe an Johann Schuth

Anfang November 2025 wurde im Haus der Donauschwaben in Sindelfingen der Donauschwäbische Kulturpreis des Landes Baden-Württemberg verliehen. Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben und würdigt herausragende Leistungen zur Pflege und Vermittlung donauschwäbischer Kultur. Die feierliche Übergabe erfolgte durch Innenminister Thomas Strobl, der in seiner Ansprache die kulturelle Vielfalt und das Engagement der donauschwäbischen Gemeinschaft hervorhob.

Die Ehrengabe des Landes erhielt in diesem Jahr Johann Schuth, Chefredakteur der Neuen Zeitung in Budapest und langjähriger Vorsitzender des Kultur- und Redaktionsausschusses der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen. Mit der Auszeichnung würdigte die Jury seine jahrzehntelange ehrenamtliche Arbeit als engagierter Mittler zwischen Deutschen und Ungarn sowie seine Verdienste um die Bewahrung der ungarndeutschen Identität in Medien, Kultur und Öffentlichkeit.

Der Hauptpreis ging an den Soziologen Prof. Dr. Anton Sterbling, der mit seinen wissenschaftlichen Arbeiten maßgeblich zur Erforschung donauschwäbischer Lebenswelten beigetragen hat. Den Förderpreis erhielt die Künstlerin Denise Schillinger für ihre zeitgenössischen Auseinandersetzungen mit Herkunft und Erinnerung.

Der Donauschwäbische Kulturpreis ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert und gilt als wichtigste Auszeichnung seiner Art.

Die Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn gratuliert Johann Schuth herzlich zu dieser hochverdienten Ehrung. „Sein jahrzehntelanges Wirken für die ungarndeutsche Sache, seine journalistische Integrität und seine Brückenfunktion zwischen Deutschland und Ungarn sind beispielhaft und zugleich Verpflichtung für kommende Generationen“, erklärte Joschi Ament, Bundesvorsitzender der Landsmannschaft.

Insgesamt zeigte die Veranstaltung im Haus der Donauschwaben in Sindelfingen eindrucksvoll, dass das kulturelle Erbe der Donauschwaben lebendig ist und weiterhin Brücken zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft schlägt.

Fotos: Thomas Niedermüller / www.niedermueller.de

„25 Jahre im Dienst der ungarndeutschen Familienforschung“

Arbeitskreis ungarndeutscher Familienforscher feiert sein 25-jähriges Bestehen in Baja

Der „Arbeitskreis ungarndeutscher Familienforscher“ (AKuFF) feierte am letzten Oktoberwochenende sein 25-jähriges Bestehen in Baja. Im Jahr 2000 gegründet, verfolgt der Verein das Ziel, den Austausch genealogischer Forschungsergebnisse unter ungarndeutschen Familienforschern zu fördern.

Die Idee dazu entstand damals nach dem Vorbild des Arbeitskreises donauschwäbischer Familienforscher (AKdFF) in Sindelfingen, dessen Vorsitzende Dr. Hertha Schwarz den Reigen der internationalen Glückwünsche eröffnete und mit ihrem Grußwort den Bogen zum erst kürzlich in Deutschland gefeierten 50. Geburtstag des großen Schwesternverbandes spannte.

Angelika Schmalbach vom österreichischen Partnerverein „Familia Austria“ verglich das Jubiläum mit einer Silberhochzeit – ein Meilenstein und zugleich ein neuer Anfang. Auch Mag. Markus Pasterk, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Familienforschung, betonte den Wert der Ahnenforschung als Bewahrung des kollektiven Gedächtnisses.

In einem humorvollen Beitrag wies Joschi Ament, Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn, auf die biblischen Wurzeln seines Stammbaums hin. Josef Manz, Vertreter der LdU in Ungarn, überbrachte die Glückwünsche gleich mehrerer Selbstverwaltungen.

Obmann Dr. Kornél Pencz zog eine positive Bilanz: 160 Mitglieder, zahlreiche Publikationen – darunter acht Bücher und 50 zweisprachige Hefte – sowie 130.000 gesammelte Namen sprechen für den Erfolg des Vereins. Höhepunkt war die Verleihung des Genealogenkreuzes in Gold an Andrea Knoll-Bakonyi.

Das Programm wurde durch Vorträge über die Auswanderung und Migration der Deutschen im 18. Jahrhundert im Allgemeinen von Dr. Márta Fata von der Universität Tübingen sowie Beata Pallai-Weber und Ilona Pencz-Amrein über die Auswanderung aus den Ortschaften des Bistums Fulda nach Ungarn im Besonderen bereichert.

Für den amüsanten Teil des Tages sorgte der ungarische Komiker Sándor Fábry, der mit einigen Abenteuern und seltsamen Erlebnissen für viel Heiterkeit beim Publikum sorgte.