„Zöld Erdöben jártam“

Ungarischer Brauch in Zeiten der Corona-Pandemie

Ungarische Sitte in Deutschland: der Bundesvorsitzende „begießt“ seine Frau zum Zeichen der Schönheit und Gesundheit

Normalerweise verbringt der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn die Osterfeiertage in der Heimat seiner Vorfahren. In Zeiten von „Corona“ musste sich aber auch Joschi Ament den offiziellen Reisehinweisen beugen und das Osterfest zu Hause in Deutschland verbringen.

Ungarische Sitte in Deutschland: der Bundesvorsitzende „begießt“ seine Frau zum Zeichen der Schönheit und Gesundheit

„Am Ostermontag bin ich dann in Elek zu Fuß unterwegs, um den ungarischen Volksbrauch des „Mädchenwässerns“ zu pflegen. Da der Ostermontag in der christlichen Kirche keine besondere Bedeutung hat, nutze ich dann die Gelegenheit, mit ein paar Freunden durch Elek zu ziehen und so manchen Besuch abzuhalten“, schmunzelt der Bundesvorsitzende.

Einem alten ungarischen Volksbrauch zufolge werden nämlich am Ostermontag die Frauen mit Wasser begossen, um ihre Schönheit und Gesundheit zu erhalten. Dieses „Mädchenwässern“ reicht dann vom Bespritzen der Frauen mit einigen Tropfen Parfüm bis hin zum Begießen mit einer stattliche Menge an Wasser.

Zuvor wird ein Sprüchlein oder ein Gedicht aufgesagt, wie zum Beispiel:

„Ich ging im grünen Wald und sah ein blaues Veilchen, es wollte verwelken – darf man es gießen?“ – oder auf Ungarisch: Zöld Erdöben jártam, kék Ibolyát láttam, el akart hervadni – Szabad-e locsolni?“

Als Dank gibt es dann ein Gläschen Pálinka (Schnaps) und ein rotes Ei – als Symbol des Lebens, des Blutes von Jesu und der Liebe.

Um diesen Brauch auch in diesem Jahr zu pflegen, fand das Aufsagen des so genannten „locsolóvers“ (Gieß-Vers) für das traditionelle „Mädchenwässern“ in der alten Eleker Tracht im Garten des Bundesvorsitzenden statt.

 

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