„Vergib uns unsere Schuld“

 

Gedenktag für die vertriebenen Ungarndeutschen im Stuttgarter Generalkonsulat

„Ungarn hat als erstes und bislang einziges Vertreiberland in Ost- und Südosteuropa einen nationalen Gedenktag zur Erinnerung an die Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg gesetzlich verankert. Dafür danke ich Ihnen“, so der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn, Joschi Ament, anlässlich des Gedenktages zum 19. Januar, zu dem das Kulturinstitut des Generalkonsulats von Ungarn in Stuttgart eingeladen hatte.

Nach den Grußworten des Generalkonsuls Dr. János Berényi und der Gedenkrede der Vorsitzenden der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, Ibolya Hock-Englender, mahnte Ament in seiner Ansprache, dass die Erinnerungen an Leid und Unrecht an die kommenden Generationen weiter-gegeben werden müssen, bevor die Zeitzeugen verstummen und damit die Erfahrungen von Krieg, Deportation und Vertreibung verblassen.

Dabei sei ihm wichtig, die beiden unterschiedlichen Ereignisse – zum einen die Verschleppung, zum anderen die Vertreibung – voneinander abzugrenzen, so Ament weiter. Er sei deshalb dankbar, dass sich das Ungarische Parlament zweimal mit der Gesetzesinitiative beschäftigt habe, um die historische Korrektheit und die Vergangenheit würdig aufzuarbeiten.

Der Bundesvorsitzende schloss mit einem Zitat aus einem Brief, der vor über 70 Jahren geschrieben wurde: „Wir wollen sogleich bitten, Allmächtiger, bewahre unsere Kinder und alle Völker vor dem gleichen Schicksal, versöhne alle Völker und lass Frieden in der Welt sein.“ Diese Botschaft habe weder an Aktualität noch an Relevanz verloren.

Musikalisch umrahmt wurde der Gedenktag von Darbietungen der ungarndeutschen Schau-spielerinnen Szandra Holczinger und Mariann Molnár.

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