
75 Jahre Charta der deutschen Heimatvertriebenen (Teil 2)
Bereits am Vormittag fand am Vertriebenendenkmal im Kurpark von Bad Cannstatt eine eindrucksvolle Gedenkzeremonie mit einer beeindruckenden Kranzniederlegung statt.
Am Nachmittag wurde im Weißen Saal des Neuen Schlosses in Stuttgart der Hauptakt des Tages gefeiert. In seiner Begrüßung stellte BdV-Präsident Dr. Bernd Fabritius heraus, dass die Charta von 1950 weit mehr sei als ein historisches Dokument – sie sei ein „Zukunftsdokument für ein friedliches und freies Europa“.

Bundeskanzler Friedrich Merz, Ehrengast des Festakts, würdigte in seiner Festrede die Bedeutung der Charta für Frieden und Freiheit: „Frieden und Freiheit sind ein Versprechen auf Zukunft – auf eine gute, bessere Zukunft, die wir mitbestimmen und mitgestalten können.“ Merz hob den historischen Beitrag der Heimatvertriebenen für den Wiederaufbau Deutschlands und die europäische Versöhnung hervor – ein Fundament, das bis heute tragfähig sei.

Nach den Grußworten der Landesregierung durch Minister Peter Hauk und dem Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Deutsche Minderheiten in der FUEN, Bernard Gaida, wurde der wissenschaftliche Impuls des Nachmittags von Dr. habil. Mathias Beer vom Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde in Tübingen gesetzt. Unter dem Titel „Die Charta – viel zitiert, wenig erforscht“ rückte er die erinnerungspolitische und historische Bedeutung des Dokuments in den Fokus.

Der 5. August 2025 stand somit ganz im Zeichen des Gedenkens, der Hoffnung und des Respekts. Die Veranstaltungen in Bad Cannstatt und im Neuen Schloss Stuttgart erinnerten eindrücklich an das Vermächtnis der Heimatvertriebenen – insbesondere an ihre Perspektive auf Versöhnung, Freiheit und europäische Zusammenarbeit. Die Kombination aus symbolischen Gesten, politischer Würdigung und wissenschaftlicher Reflexion machte den Tag zu einem bewegenden wie bedeutungsvollen Erinnerungszeichen im aktuellen Deutschland.

