
Das Erbe der Ungarndeutschen
„Was bleibt von einer Geschichte, die von Ansiedlung, Vertreibung, Neuanfang und der unterschiedlichen Entwicklung der Ungarndeutschen nach dem Zweiten Weltkrieg erzählt?“ Mit diesen Worten eröffnete der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn, Joschi Ament, seinen Vortrag im Haus der Heimat in Stuttgart. Eingeladen hierzu hatte der baden-württembergische Landesverband des Bundes der Vertriebenen.
Ament gab in seinem Vortrag einen Überblick über die Geschichte der Ungarndeutschen vom Mittelalter über die Ansiedlung der Donauschwaben im 18. Jahrhundert bis zur Vertreibung und dem Verlust der Heimat am Ende des Zweiten Weltkrieges. Er erläuterte dabei u.a., dass aufgrund dieser langen Geschichte nicht jeder Donauschwabe ein Ungarndeutscher und nicht jeder Ungarndeutscher ein Donauschwabe sei.
Einen Schwerpunkt seines Referates bildete die unterschiedliche Entwicklung der Ungarndeutschen nach dem einschneidenden Ereignis der Vertreibung, das die ungarndeutsche Gemeinschaft in zwei Teile auseinanderriss – in Heimatvertriebene und Heimatverbliebene.
Ament erläuterte anhand zahlreicher Beispiele das brückenbauende und verständigungspolitische Engagement der Ungarndeutschen der Nachkriegszeit, das nicht nur zu zahlreichen Patenschaften und Städtepartnerschaften führte, sondern auch ein Garant für Frieden und Freiheit in Europa sei.
„Heute arbeiten die beiden Spitzenverbände der Ungarndeutschen in Ungarn und Deutschland enger zusammen denn je“, wie Ament betonte. „Gleiche Hymne, gleiches Wappen, gleiches Kürzel – zwei Seiten der ein und derselben Medaille.“
Zwischen Donau, Erinnerung und Zukunft – der Titel brachte es auf den Punkt. Es ging um mehr als nur Herkunft, Geschichte oder den Verlust von Heimat. Es ging um Zusammenhalt und vor allem um die Frage: „Was nehmen wir mit in die Zukunft?“
Ein gelungener Abend zwischen Geschichte, Identität und gelebter Kultur.

Bilder: BdV Baden-Württemberg
