„Versöhnung und Verständigung stehen im Mittelpunkt“

Gedenkfeier für die Opfer von Flucht und Vertreibung in Bad Cannstatt

Die Coronapandemie verhindert immer noch die Durchführung von großen Veranstaltungen. So wurde auch das diesjährige Gedenken an die Opfer von Flucht und Vertreibung am 20. Juni 2020 am Vertriebenendenkmal in Stuttgart Bad Cannstatt zu einer mehrheitlich virtuellen Veranstaltung. Dabei konnte die Gedenkfeier erstmals über die Internetplattform Youtube live am Handy, Tablet oder Computer verfolgt werden.

Die BdV-Landesvorsitzende Iris Ripsam ging in ihrer Ansprache auf die Millionen Opfer von Flucht und Vertreibung ein, die in Folge des Zweiten Weltkrieges ihre Heimat verlassen mussten. Sie stellte die Frage, welches menschliche Schicksal hinter Flucht und Vertreibung stehe und beantwortete selbst wie folgt: „Es sind Erfahrungen, die sowohl unsere Vergangenheit als auch unsere Gegenwart prägen“, und Ripsam weiter, „deshalb ist es wichtig, dass wir zuhören, lernen und begreifen, damit kein neues Leid entsteht. Erinnerungskultur ist uns wichtig. Für uns steht der Gedanke von Versöhnung und Verständigung im Mittelpunkt.“

Dr. Stefan Lehr, als Vertreter des Innenministeriums des Landes Baden-Württemberg, wies in seinem Grußwort u.a. darauf hin, dass die Heimatvertriebenen bereits wenige Jahre nach Kriegsende mit der Unterzeichnung der Charta der Heimatvertriebenen auf Rache und Vergeltung verzichtet hätten und damit den Weg frei gemacht hätten, dass Deutschland heute mit allen seinen Nachbarn stabile und friedliche Beziehungen pflegen kann.

An der Gedenkstätte in der ersten Reihe (v.l.n.r.): Dr. Stefan Lehr, Iris Ripsam, Konrad Epple (MdL), Hartmut Liebscher (Landesge-schäftsführer des BdV)
Foto: H. Heisig

Unter der musikalischen Begleitung der Siebenbürgisch Sächsischen Blaskapelle Stuttgart legten die beiden Redner am Ende der Gedenkfeier einen Kranz zum Gedenken an die Opfer von Flucht und Vertreibung nieder.

 

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