
Auftaktveranstaltung zum Gedenkjahr der Vertreibung der Ungarndeutschen mit fachlichem Austausch
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs begann eine der dunkelsten Epochen in der Geschichte der Ungarndeutschen. Ab 1946 wurden über 200.000 Ungarndeutsche gezwungen, ihre Heimat für immer zu verlassen. In der neuen Umgebung angekommen, versuchten viele, den Kontakt zu den Zurückgebliebenen aufrechtzuerhalten – ohne soziale Medien, Mobiltelefone oder E-Mails, in einer Zeit, in der Zensur den Alltag prägte.
Was berichteten die Menschen aus ihrem neuen Alltag? Wie wurde in der Nachkriegszeit und während des Kalten Krieges kommuniziert, als jede Zeile potenziell mitgelesen wurde? Und wie gelang es dem Adressaten Eugen Bonomi, über drei Jahrzehnte hinweg eine konstante Briefkorrespondenz mit seinen „Bauersleuten“ zu führen?

Diese und weitere spannende Fragen standen im Zentrum eines Dokumentationsprojekts des IKDE, in dessen Frau Dr. Csilla Schell über 500 Briefe aus dem Zeitraum von 1946 bis 1979 untersucht hat. Im Mittelpunkt ihres Vortrags standen Selbstzeugnisse von vertriebenen Familien aus deutschen Dörfern rund um Budapest, die in Nordwürttemberg eine neue Heimat fanden.
Die Veranstaltung bildete gleichzeitig den Auftakt zum Gedenkjahr 2026, in dem sich die Vertreibung der Deutschen aus Ungarn zum 80. Mal jährt.
Text und Bilder:
Liszt-Institut, Ungarisches Kulturzentrum Stuttgart
