„Theater gegen das Vergessen“

„Bündeltanz“ bewegt das Publikum beim Internationalen Donaufest in Ulm

Im Rahmen des Internationalen Donaufestes wurde am 11. Juli 2026 im Podium des Theaters Ulm das eindrucksvolle Theaterstück „Bündeltanz“ aufgeführt. Die Inszenierung, die 2021 im ungarndeutschen Dorf Feked uraufgeführt wurde, widmet sich einem der einschneidendsten Kapitel der Geschichte der Ungarndeutschen: der Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg.

Das Stück basiert auf authentischen Erinnerungen und Zeitzeugenberichten. Im Mittelpunkt stehen die persönlichen Schicksale von Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten und oft nur das Nötigste in einem kleinen Bündel mitnehmen konnten. Dieses Bündel wird zum kraftvollen Symbol für Verlust, Abschied und den schwierigen Neuanfang. Gleichzeitig erinnert „Bündeltanz“ daran, dass die Geschichte der Ungarndeutschen nicht einheitlich verlief: Während viele Familien ihre Heimat verloren, blieben andere Gemeinden von der Vertreibung verschont. Gerade diese Vielschichtigkeit macht die Inszenierung besonders eindrucksvoll.

Die Aufführung verzichtet auf eine rein historische Darstellung und rückt stattdessen die menschlichen Erfahrungen in den Mittelpunkt. Das Publikum wird emotional in das Geschehen einbezogen und erlebt die Unsicherheit, Angst und Hoffnung der damaligen Generation unmittelbar mit. Dadurch entsteht ein Theaterabend, der Geschichte nicht nur erzählt, sondern erfahrbar macht.

Im Gedenkjahr „80 Jahre Vertreibung der Deutschen aus Ungarn“ setzte „Bündeltanz“ beim Donaufest ein wichtiges Zeichen für Erinnerung, Verständigung und Versöhnung. Das Theaterstück verdeutlichte eindrucksvoll, wie Kunst dazu beitragen kann, historische Ereignisse lebendig zu halten und den Dialog zwischen den Generationen zu fördern. Es war ein bewegender Beitrag zur Erinnerungskultur der Ungarndeutschen und hinterließ bei den Besucherinnen und Besuchern einen nachhaltigen Eindruck.