„Erinnerungen, die Deutschland und Ungarn verbinden“

Ein besonderer Abend im Haus der Donauschwaben

Am 24. Juni wurde das Haus der Donauschwaben zum Ort des Austauschs zwischen Wissenschaft, Geschichte und Erinnerungskultur. Zahlreiche Gäste kamen zusammen, um sich mit der Geschichte der Ungarndeutschen, mit Fragen der Identität und mit der Bedeutung grenzüberschreitender Erinnerungsarbeit auseinanderzusetzen.

Eröffnet wurde die Veranstaltung von der Leiterin des Hauses, Dr. Violeta Bakia, die daran erinnerte, dass Erinnerung nicht nur die Bewahrung vergangener Erfahrungen bedeutet, sondern auch eine Verantwortung für Verständigung, Frieden und ein gemeinsames Europa darstellt. Diese Haltung knüpft an die Werte der Charta der deutschen Heimatvertriebenen an.

Joschi Ament, Bundesvorsitzender der LDU, gab anschließend einen persönlichen Einblick in die Perspektive der dritten Generation der Ungarndeutschen. Er verband die Geschichte seiner eigenen Familie mit den Folgen von Vertreibung und Verlust und zeigte auf, wie stark diese Erfahrungen bis heute die Erinnerung und das Selbstverständnis nachfolgender Generationen prägen.

Ein besonderer Höhepunkt war der Vortrag von Dr. Melinda Marinka aus Ungarn. Sie stellte die sathmarschwäbischen Dörfer und deutsche Minderheitengebiete der nordöstlichen Kulturregion Ungarns vor und gab Einblicke in eine vielfach wenig bekannte Geschichte. Der Vortrag entstand im Rahmen der Zusammenarbeit mit der Universität Debrecen.

Im Anschluss führte Dr. Marinka durch die Sonderausstellung „Das Gedenken der Gerechten ist gesegnet“, die mit Dokumenten, Fotografien und persönlichen Schicksalen an die Deportation der Deutschen aus Balmazújváros erinnert. Die Ausstellung bleibt noch bis Ende Juli im Haus der Donauschwaben zu sehen.

Ein herzlicher Dank gilt allen Ehrengästen, Unterstützern und Mitwirkenden sowie der Stadt Sindelfingen für die Förderung dieser wertvollen Begegnung. Der Abend hat erneut gezeigt: Erinnerung verbindet Menschen über Grenzen hinweg und schafft Brücken zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. 

 

Quelle: Haus der Donauschwaben, Sindelfingen