„Erinnerung, Verständigung, Zukunft“

Am 21. April 2026 fand in Berlin der traditionelle Jahresempfang des Bund der Vertriebenen statt. Vertreter aus Politik, Gesellschaft sowie den Landsmannschaften und Verbänden kamen zusammen, um aktuelle Entwicklungen zu diskutieren und gemeinsame Perspektiven auszuloten.

Erstmals begrüßte der neue BdV-Präsident Stephan Mayer die Gäste in dieser Funktion. In seiner Ansprache betonte er die anhaltende Bedeutung von Erinnerungskultur, die Verantwortung gegenüber den Opfern von Flucht und Vertreibung sowie die Rolle der Vertriebenenverbände als Brückenbauer in Europa. Die Erfahrungen von Vertreibung und Neubeginn seien auch heute wichtige Orientierungspunkte für gesellschaftliche und politische Herausforderungen.

Als Festredner setzte Alexander Dobrindt klare Akzente. Er würdigte den BdV als „wichtigsten Partner für Flucht, Vertreibung und Versöhnung“ und hob hervor, der Verband sei „nichts Historisches, sondern etwas Gegenwärtiges“. Besonders betonte er die aktuelle Aufgabe, Frieden und Verständigung in Europa zu fördern.

Zugleich verwies Dobrindt auf politische Korrekturen, etwa beim Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa. Für die Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung formulierte er die Erwartung, das Unrecht an den Deutschen stärker in den Mittelpunkt zu stellen. Abschließend richtete er den Blick auf den kommenden Sudetendeutscher Tag und die Vision eines friedlichen Europas.

Der Empfang bot zudem Raum für Austausch und Vernetzung. In Zeiten wachsender internationaler Spannungen wurde die Bedeutung von Dialog, Erinnerung und Versöhnung besonders hervorgehoben. Der BdV bleibt damit auch 2026 eine zentrale Stimme für die Anliegen der Heimatvertriebenen und Spätaussiedler.