„Wo Tradition Zukunft tanzt“

75. Jubiläumskirchweihfest bei den Donauschwaben in Mosbach

Ein festliches Jubiläum konnte die donauschwäbische Gemeinschaft in Mosbach begehen: Das 75. Kirchweihtreffen führte zahlreiche Gäste aus Politik, Kultur und Gesellschaft zusammen und stellte einmal mehr die Lebendigkeit donauschwäbischer Traditionen unter Beweis.

Das abwechslungsreiche Programm wurde von einer eindrucksvollen Vielfalt an Mitwirkenden geprägt. Das sorbische Folklore-Ensemble „Schleife“, die „lustigen Schwaben“ der Banater Schwaben aus Heilbronn, der Tanzkreis sowie die Jugendtanzgruppe der Donauschwaben in Mosbach selbst sorgten für ein abwechslungsreiches Abendprogramm in der Pattberghalle in Neckarelz. Besonderes Augenmerk lag dabei schon beim Einzug von über 80 Trachtenträgerinnen und Trachtenträgern auf deren farbenprächtigen Trachten – darunter die Karawukowaer-Tracht aus dem ehemaligen Jugoslawien oder die Wandorfer Tracht aus Ungarn. Ergänzt wurde das Programm durch die Showtanzgruppe Exótica aus Waldstadt, die moderne Akzente setzte.

In ihren Grußworten würdigten Landrat Dr. Achim Brötel, Mosbachs Bürgermeister-Stellvertreter Manfred Beuchert sowie Hans Supritz, Landesvorsitzender der Donauschwaben in Baden-Württemberg, das jahrzehntelange Engagement der Mosbacher Donauschwaben. Unter der Leitung von Anton Kindtner und Sabine Kress und den vielen zahlreichen Helfern von Jung bis Alt hätte der Verein gezeigt, wie sich Tradition und Zukunft miteinander verbinden lassen.

Besonders berührend waren dabei die Kinder und Jugendlichen, die in den alten donauschwäbischen Volkstracht mitwirkten. Sie machten deutlich, dass die Kirchweih nicht allein ein Erinnerungsfest ist, sondern zugleich ein Bekenntnis zur Zukunft der Volksgruppe.

„Lebendiges Zeugnis gelebter Heimat“

Die Banater Schwaben feierten 75 Jahre Landesverband und 56. Trachtenfest in Göppingen

Lebendiges Zeugnis gelebter Heimat – kein leichtes Unterfangen in einer Zeit voller Umbrüche – bekräftigte Richard Jäger, Landesvorsitzender der Banater Schwaben in seiner Begrüßung. Eine Zeit zum Innehalten, Erinnern und Feiern, eine Zeit zum Danken für 75 Jahre „lebendiges Zeugnis gelebter Heimat“ und einer verlässlichen Partnerschaft mit Göppingen, sagte er.

Zahlreiche Gäste kamen zum Festakt mit Landestrachtenfest und anschließendem Schwabenball, u.a. Nicole Razavi, Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen des Landes Baden-Württemberg, Cem Özdemir, Bundeslandwirtschaftsminister a.D., Dr. Vlad Vasiliu, rumänischer Generalkonsul in Stuttgart, Alex Maier, Oberbürgermeister der Stadt Göppingen, gleichzeitig Patenstadt der Banater Schwaben in Baden-Württemberg, sowie zahlreiche Vorstände und Vertreter befreundeter Landsmannschaften.

Alex Maier nannte die Patenschaft der Stadt Göppingen über die Banater Schwaben, die seit 1988 besteht, ein „lebendiges Versprechen“, das jedes Jahr gefeiert wird.

120 Trachtenpaare aus Deutschland und Rumänien zeigten lebendige Kultur, die Vielfalt und den Reichtum des Brauchtums, Jugendvertreter betonten den Zusammenhalt und gemeinsame Tradition.

Generalkonsul Dr. Vlad Vasiliu bezeichnete die Banater Schwaben als Brückenbauer zwischen Deutschland und Rumänien und verwies auf die besondere Rolle der Banater Schwaben für die guten Beziehungen zwischen Rumänien und Baden-Württemberg.

In ihrer Festansprache lobte Ministerin Nicole Razavi die Vielfalt der Tradition gegenüber einer häufigen Vergleichbarkeit heutiger Metropolen.

Cem Özdemir spannte in seinen Grußworten einen Bogen der frühen Geschichte des Karpatenbeckens bis heute.

Der traditionelle Schwabenball bildete den schwungvollen Ausklang eines gelungenen Festtages.

„Donauschwaben setzen auf Zusammenarbeit“

Gemeinsames Treffen führender Vertreter in Sindelfingen

Im Nachgang zum 5. Donauschwäbischen Welttreffen, das in diesem Sommer in Ungarn und Serbien stattfand, trafen sich Mitte September Jürgen Harich, Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Donauschwaben und zugleich Präsident des Weltdachverbandes der Donauschwaben, László Kreisz, Vorsitzender des Landesrates der ungarndeutschen Chöre, Kapellen und Tanzgruppen, und Joschi Ament im Haus der Donauschwaben in Sindelfingen, um neue Wege für eine verstärkte Zusammenarbeit auszuloten und Ressourcen künftig noch gezielter gemeinsam nutzen zu können.

Es bestand Einigkeit darüber, dass die Achtung und authentische Bewahrung der über 300-jährigen Traditionen der Donauschwaben eine gemeinsame Aufgabe darstelle. Gleichzeitig müsse dieses Erbe in Anbetracht heutiger gesellschaftlicher Herausforderungen aber neu gedacht und insbesondere für junge Menschen attraktiv vermittelt werden.

Die Gesprächsteilnehmer betonten die verbindende Kraft der donauschwäbischen Gemeinschaften. Diese bieten ein stabiles Wertesystem und damit Orientierung in einer zunehmend komplexen Welt.

László Kreisz nutzte die Möglichkeit, die Infrastruktur des Landesrates in Ungarn vorzustellen. Er verwies darauf, dass das Netzwerk des Landesrates auch von anderen Organisationen in Deutschland und Übersee genutzt werden könne. Ein Beispiel dafür war das diesjährige Welttreffen der Donauschwaben, an dessen ungarischem Programmteil der Landesrat maßgeblich mitwirkte.

Die Teilnehmer bekräftigten abschließend ihren gemeinsamen Willen zu einer vertieften Zusammenarbeit und zum regelmäßigen Austausch.

„Starke Interessenvertretung, enge Zusammenarbeit, stabile Zukunft“

Olivia Schubert bewirbt sich um das FUEN-Präsidium

Seit 75 Jahren ist FUEN die repräsentativste Interessenvertretung der autochthonen nationalen Minderheiten in Europa. Sie setzt sich für ein demokratisches, vielfältiges und diskriminierungsfreies Europa ein, in dem Minderheiten gleichberechtigt teilhaben können.

Olivia Schubert, stellvertretende Vorsitzende der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU) und seit 2022 Vizepräsidentin der Föderalistischen Union Europäischer Nationalitäten (FUEN), kandidiert für das Amt der FUEN-Präsidentin. Die Präsidentschaftswahl findet am 25. Oktober 2025 in Bozen (Südtirol, Italien) statt.

Schubert blickt auf eine jahrzehntelange, enge Zusammenarbeit mit FUEN und ihren Mitgliedsorganisationen zurück. Ihre Überzeugung: Minderheiten sind nicht nur Bewahrer von Sprache, Tradition und Kultur, sondern auch Brückenbauer zwischen Nationen – und damit entscheidend für Frieden, Demokratie und Verständigung in Europa.

Die Ungarndeutsche, Olivia Schubert wuchs in einer multikulturellen Region Südungarns auf, geprägt durch das Zusammenleben verschiedener Minderheiten. Nach ihrem Studium in Köln (Germanistik, Geschichte, Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Minderheitenrechte) widmete sie ihre berufliche Laufbahn den Anliegen von Minderheiten. Seit 25 Jahren bekleidet sie führende Positionen im Minderheiten- und Bildungswesen, baute breite Netzwerke auf und arbeitete eng mit Institutionen wie Europarat, Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, Vereinte Nationen und Europäische Union zusammen.

Ihre Stärken: langjährige Führungserfahrung, strategisches Denken, internationale Vernetzung und die Fähigkeit, Menschen zu verbinden. Damit verkörpert sie die Doppelbasis, die für das Präsidentenamt entscheidend ist: persönliche Identität als Angehörige einer Minderheit und umfassende internationale Expertise.

 

Quelle: Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen

„Erinnern, bewahren, gestalten in Baden-Württemberg“

BdV Baden-Württemberg begeht Tag der Heimat in Stuttgart

Der Landesverband Baden-Württemberg des Bundes der Vertriebenen (BdV) beging auch in diesem Jahr den Tag der Heimat in der Stuttgarter Liederhalle. Die traditionsreiche Veranstaltung führte zahlreiche Gäste aus Politik, Verbänden und Kultur zusammen und stand im Zeichen von Erinnerung und gelebter Gemeinschaft.

Bereits am Vormittag fand am Denkmal für die Opfer der Vertreibung in Stuttgart-Bad Cannstatt eine feierliche Kranzniederlegung statt. Besonders bewegend war der Beitrag Helga Ruhnke, die als Zeitzeugin ihre eigenen Erlebnisse der Flucht aus Ostpreußen schilderte und damit einen sehr persönlichen Blick auf die Geschehnisse nach dem Zweiten Weltkrieg eröffnete.

Das Nachmittagsprogramm in der Liederhalle wurde durch ein vielfältiges kulturelles Programm geprägt. Zahlreiche Gruppen – der Deutschen aus Russland, Siebenbürger Sachsen, Banater Schwaben und der Deutschen aus Ungarn – präsentierten Musik, Gesang und Tanz.

Für besondere Begeisterung sorgte das Ungarndeutsche Folkloreensemble aus Wernau, das mit feurigen Tänzen das Publikum mitriss und die lebendige Tradition der Ungarndeutschen eindrucksvoll darbot. Der Bundesvorsitzende der LDU, Joschi Ament, zeigte sich dabei sehr erfreut über die gelungene Präsentation des ungarndeutschen Kulturerbes.

Innenminister Thomas Strobl, Schirmherr und Festredner, würdigte in seiner Ansprache die historische und gegenwärtige Bedeutung der Heimatvertriebenen. Er hob hervor, dass die Charta der deutschen Heimatvertriebenen von 1950 ein Dokument der Versöhnung und des friedlichen Neubeginns gewesen sei und dass die Heimatvertriebenen mit ihrem Engagement wesentlich zum Wiederaufbau und zur demokratischen Entwicklung Deutschlands beigetragen hätten.

Insgesamt bot der Tag der Heimat eine harmonische und würdige Veranstaltung, die Erinnerung, kulturelle Vielfalt und gesellschaftliche Verantwortung miteinander verband.