„Tanz, Gulasch und Wein – das UFE lädt ein“

Gelungener Familientag des Ungarndeutschen Folklore Ensembles in Wernau

Das Ungarndeutsche Folklore Ensemble in Wernau (kurz: „UFE“) hat sich den Erhalt und die Pflege von Kulturgut der Deutschen aus Ungarn zur Aufgabe gemacht. Seit 1971 waren und sind die Ziele, die Beziehungen zu Ungarn auf der Basis des ungarischen Volkstanzes aufzubauen und zu vertiefen. Durch langjährige intensive Kontakte nach Ungarn entstand so ein umfangreiches Tanzrepertoire aus dem gesamten ungarndeutschen und ungarischen Sprachraum.

Auch in diesem Jahr fanden sich Ende Oktober viele Freunde und Unterstützer des UFE zu einem kurzweiligen Familientag unter dem Motto „Tanz, Gulasch und Wein“ in Wernau ein.

Nach dem gemeinsamen Kesselgulaschessen zu Mittag begrüßte der Vorsitzender des UFE, Michael Fritton, bei einem kurzen offiziellen Teil die zahlreichen Gäste des Nachmittags, besonders Wernaus Bürgermeisterin Christiane Krieger sowie Joschi Ament, Erich Gscheidle und Markus Czinszky seitens der LDU-Spitze in Baden-Württemberg.

In seinem Grußwort würdigte der Landesvorsitzende, Joschi Ament, das große ehrenamtliche Engagement vieler Leistungsträger des Tanzensembles und konnte anschließend gleich fünf Mitglieder der Führungsriege des UFE mit der Ehrenurkunde und -nadel der LDU-Baden-Württemberg auszeichnen. Ament überreichte Sandy Schaible, Anna-Sophie Haas und Johannes Track jeweils die Silberne Ehrennadel sowie Michael Fritton und Maresa Huber jeweils die Goldene Ehrennadel des Landesverbandes. Alle Geehrten waren sichtlich gerührt von der Wertschätzung und Anerkennung durch den Landesvorsitzenden.

Nach diesem offiziellen Teil wussten alle Tanzgruppen des UFE – die Kinder-, Jugend- und Erwachsenen-gruppe – wieder einmal mehr das Publikum mit ungarndeutschen und ungarischen Tänzen zu begeistern und sorgten für ein unterhaltsames und abwechslungsreiches Bühnenprogramm.

„Es ist einfach toll, vor „heimischem“ Publikum zeigen zu können, was das ganze Jahr geübt wird“, so Maresa Huber, die gekonnt durch das Programm führte. Der Lohn für die hervorragenden Darbietungen war anhaltender Applaus des Publikums, das auch nach den Tanzprogrammen noch bis in die Abendstunden zusammensaß und den Tag in gemütlicher Runde ausklingen ließ.

„In Lagern“ und „Erzwungene Wege“ – zwei Ausstellungen, ein Schicksal

Was wissen wir über das Zanegger Ghetto oder Tiszalök, und was lernen wir aus der Geschichte?

„Solche Ausstellungen sind dazu geeignet, ein in der Öffentlichkeit wenig bekanntes Kapitel der deutschen und europäischen Geschichte in das Bewusstsein von heute zu holen: Die Verschleppung deutscher Zivilisten in den damaligen deutschen Siedlungsgebieten in Ost- und Südosteuropa sowie ihre Internierung in Lager. Diese Vorgänge sind Teil des großen Vertreibungsgeschehens, das die Deutschen im östlichen Europa während und nach dem Zweiten Weltkrieg traf. Sie umfassen auch die Deportation und die Zwangsarbeit der Deutschen in der Sowjetunion“, so Raimund Haser, MdL und Vorsitzender des Vereins „Haus der Donauschwaben“ in Sindelfingen anlässlich der Vernissage der Ausstellung „In Lagern – Schicksale deutscher Zivilisten im Östlichen Europa 1941 bis 1955“, zu der der Oberbürgermeister der Stadt Sindelfingen, Dr. Bernd Vöhringer, zusammen mit Raimund Haser eingeladen hatte.

Parallel zu dieser Ausstellung im Sindelfinger Rathaus zeigt das Haus der Donauschwaben aktuell die Ausstellung „Erzwungenen Wege“, die sich generell mit dem Thema Flucht und Vertreibung im Europa des 20. Jahrhunderts befasst.

Alfred Freistädter, der als Vertreter der LDU bei der Eröffnung dabei war, zeigte sich beeindruckt von den zahlreichen Zeitzeugenberichten. „Besonders die Geschehnisse in Ungarn – im Zanegger Ghetto oder im Gefangenenlager Tiszalök – erzeugen ein besonders beklemmendes und berührendes Gefühl“, so Freistädter.

Beide Ausstellungen der Stiftung „Zentrum gegen Vertreibungen“ in Kooperation mit dem Bund der Vertriebenen haben zum Ziel, Lehren aus der Geschichte zu ziehen und eine aktive Erinnerungskultur zu etablieren, die nicht in traumatischen Erlebnissen verharrt, sondern Vertreibung und Genozid als Mittel der Politik ablehnt und kritisch behandelt.

Beide Wanderausstellungen sind noch bis Anfang Dezember in Sindelfingen zu sehen.

 

„Ibolya Hock-Englender bleibt Vorsitzende der LdU in Ungarn“

Die neue Vollversammlung der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen gebildet

Ende Oktober fand die zeremonielle konstituierende Sitzung der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen in der Budapester LdU-Zentrale statt. Die einheitliche Landesliste der neu vereidigten Abgeordneten wurde bei der Wahl der Nationalitätenselbstverwaltungen am 9. Juni gewählt. Dieses neue 47-köpfige Gremium wird in den nächsten fünf Jahren die wichtigsten Leitlinien für das öffentliche Leben der Deutschen in Ungarn festlegen.

Die Mitglieder der Vollversammlung kommen aus verschiedenen Regionen und Gemeinschaften des Landes, so dass sichergestellt ist, dass die Interessen der gesamten ungarndeutschen Gemeinschaft auf Landesebene vertreten sind. Neben einer Reihe von erfahrenen Nationalitätenpolitikern gehören dem neuen Gremium auch neue Mitglieder an, die eine frische Perspektive in die Arbeit der Körperschaft einbringen sollen.

Einer der wichtigsten Tagesordnungspunkte der konstituierenden Sitzung war die Wahl des/der Vorsitzenden/in und der stellvertretenden Vorsitzenden der Landesselbstverwaltung. Im Ergebnis der Abstimmung bestätigte die Vollversammlung die bisherige Vorsitzende in ihrem Amt: die wiedergewählte Ibolya Hock-Englender leitet seit Mai 2019 die Arbeit der LdU. Auch die Personen der stellvertretenden Vorsitzenden sind unverändert: Olivia Schubert ist nach wie vor die hauptamtliche Vize, und Eva Waldmann-Baudentisztl und László Schindler sind die ehrenamtlich tätigen stellvertretenden Vorsitzenden.

An der Spitze einiger Ausschüsse gab es jedoch Veränderungen: Der Bildungsausschuss wird künftig von Theresia Szauter geleitet, an der Spitze des Kulturausschusses steht von nun an Gábor Werner, den Vorsitz des Jugendausschusses wird Erik Richolm innehaben und die Ausschüsse für Finanzen und Kontrolle sowie für öffentliche Beschaffungen werden weiterhin von Marianna Tázer bzw. Thomas Friedl geleitet.

Die Vollversammlung beschloss außerdem, zwei neue Beiräte zu ernennen: Josef Manz wird für die Bewahrung der Sprache und der Identität zuständig sein, während Emil Koch für den Bereich Kommunikation sorgt.

In ihrer ersten Stellungnahme bedankte sich LdU-Chefin Ibolya Hock-Englender für das Vertrauen: „Ich werde meine Arbeit für die ungarndeutsche Gemeinschaft mit großem Engagement und Verantwortung fortsetzen. Auch wenn die Zusammensetzung unserer 47-köpfigen Versammlung den Regionalismus widerspiegelt, bitte ich all meine Kolleginnen und Kollegen, sich immer für unsere gesamte Volksgruppe einzusetzen, denn alle brauchen uns, damit unsere Nationalität überleben und sich entwickeln kann.“

Wir gratulieren allen Vollversammlungsmitgliedern ganz herzlich und wünschen dem neuen Gremium eine erfolgreiche Amtszeit!

 

(Quelle: Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen / Budapest)

„Die gegenseitige Unterstützung der LDU und der LdU ist für beide Organisationen wesentlich“

Kulturtagung und Jubiläumsfestakt der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn

„Das 75-jährige Jubiläum der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn (LDU) in Baden-Württemberg gefeiert, die engen Kontakte zwischen den beiden „El-De-U-s“, der LDU in Deutschland und der LdU in Ungarn weiter vertieft und ein ungarndeutsches Projekt in den Vordergrund gestellt, das zeigt, wie wichtig es ist, Brücken zwischen Vergangenheit und Zukunft zu schlagen“, so die Verantwortlichen seitens der LDU und der Stadt Gerlingen anlässlich der 44. Kulturtagung und des Festaktes zum halbrunden Jubiläum des LDU-Landesverbandes in Baden-Württemberg. Gerlingens Bürgermeister Dirk Oestringer und LDU-Vorsitzender Joschi Ament konnten hierzu knapp 100 Teilnehmer im Rathaus der Stadt begrüßen.

Der kulturelle Teil stand unter dem Motto „Vergangenheit hat Zukunft“ und widmete einem Leuchtturmprojekt der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU): der Errichtung der Ungarndeutschen Lehrpfade. Hierzu stellte die ungarndeutsche Journalistin und Preisträgerin des Donauschwäbischen Kulturpreises des Landes Baden-Württemberg im Jahr 2021, Krisztina Szeiberling-Pánovics, in ihrer kurzweiligen Präsentation die 2014 ins Leben gerufene Initiative der LdU vor. „Die 16 Lehrpfade mit historischem und kulturellem Bezug dienen dazu, die Geschichte, Bräuche und Persönlichkeiten der ungarndeutschen Gemeinschaften zu dokumentieren und für zukünftige Generationen zugänglich zu machen“, so Krisztina Szeiberling.

Höhepunkt des anschließenden Jubiläumsfestaktes war die Festrede des stellvertretenden Ministerpräsidenten und Innenministers von Baden-Württemberg und zugleich des Landesbeauftragten für Vertriebene und Spätaussiedler, Thomas Strobl. Er hob die Bedeutung des langjährigen Engagements der LDU in Baden-Württemberg hervor, und würdigte ihre unerlässliche Rolle bei der Pflege und der Vermittlung der Kultur und der Traditionen der nach Deutschland vertriebenen Ungarndeutschen. Strobl schloss seine Festrede mit den Worten: „Heute bin ich Ungarndeutsch und stehe dazu!“

Ibolya Hock-Englender, die Vorsitzende der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, hielt ein Grußwort, bevor die Veranstaltung mit persönlichen, herzlichen Dankesworten von Joschi Ament abgerundet wurde. Beide Vorsitzenden wiesen darauf hin, dass sie die intensiven – und in den letzten Jahren noch enger gewordenen – Beziehungen zwischen den beiden Organisationen sehr schätzen und sich darin einig sind, dass sich LDU und LdU gegenseitig brauchen.

Die Veranstaltung wurde musikalisch von der Jugendmusikschule Gerlingen begleitet, die durch mehrere Musikstücke für eine feierliche Atmosphäre sorgte.

Ein Sektempfang am Ende bot den Teilnehmern die Möglichkeit, sich in einer lockeren Gesprächsrunde auszutauschen und den Tag gemütlich ausklingen zu lassen.          

 

(Quelle: ldu.hu)