„Die Gerolzhofen-Story“

Die unterfänkische Kleinstadt gilt als Urheimat von Ungarndeutschen und Banater Schwaben zugleich

Vor mehr als 300 Jahren wurde Johann Georg von Harruckern der neue Grundherr von verödeten und menschenleeren Gebieten im Herzen des damaligen Königreich Ungarns. Seinem Ruf folgten am 20. Mai 1724 eine Gruppe von 66 Menschen aus Gerolzhofen und viele weitere aus den umliegenden Gemeinden, um nach Ungarn auszuwandern. Dort gründeten diese Siedler die beiden Ortschaften Elek und Sanktmartin.

200 Jahre lang verbanden viele verwandtschaftliche Beziehungen die beiden Nachbargemeinden. Seit dem Ende des Ersten Weltkrieges, seit dem Vertrag von Trianon, verläuft allerdings zwischen den beiden fränkischen Siedlungen die ungarisch-rumänische Staatsgrenze und trennt heute die beiden Gemeinden. Trotz unterschiedlicher Geschichte des 20. Jahrhunderts führt der Weg der Nachkommen der Eleker und Sanktmartiner immer wieder gemeinsam in der Urheimat Gerolzhofen – in der donauschwäbischen Siedlungsgeschichte eine einmalige Geschichte – die Gerolzhofen-Story!

Anlässlich des 300. Jahrestages der Auswanderung organisierten die Banater Schwaben aus Sanktmartin im Juni ein faszinierendes Fest in Gerolzhofen mit einem reichhaltig gefüllten Festprogramm, an dem mehr als 400 Gäste teilnahmen.

Die Ungarndeutschen aus Elek werden es ihnen gleichtun und Anfang August in Elek der 300-jährigen Einwanderung der ersten Siedler aus Gerolzhofen mit einem großen Weltfreundschaftstreffen gedenken.

„Der Tag sendet eine klare Botschaft des Friedens, der Völkerverständigung und der Versöhnung“

Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung in Bayern

Die Stellvertreterin des Bayerischen Ministerpräsidenten – Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales, Ulrike Scharf – hatte zum Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung zu einer Gedenkveranstaltung eingeladen, die mit einem stillen Gedenken an der dafür angebrachten Gedenktafel im Foyer der Bayerischen Staatskanzlei begann. Im Anschluss daran zogen die geladenen Gäste, zu denen auch der Vorsitzende der LDU-Bayern, Georg Hodolitsch, und zwei Vorstandsmitglieder gehörten, zum Prinz-Carl-Palais. Angeführt von der Original Siebenbürger Blaskapelle marschierten die Vertreter der LDU in ungarndeutscher Tracht und mit der Fahne der Trachtengruppe der Deutschen aus Ungarn in Geretsried, den anderen Fahnenträgern und den in ihren Heimattrachten gekleideten Frauen und Männern mit.

Frau Staatsministerin Ulrike Scharf begrüßte die Gäste und dankte für das zahlreiche Erscheinen. Sie unterstrich, welch tiefer Einschnitt diese Flucht und Vertreibung für die Deutschen in ihrer angestammten Heimat bedeutet hatte und wie schwer es war, in der neuen Heimat wieder Fuß zu fassen. Der Chor der Banater Schwaben Landshut umrahmte die Veranstaltung mit zwei Liedern.

Der Landesvorsitzende des BdV in Bayern, Christian Knauer, lobte die Verdienste der Heimatvertriebenen, die maßgeblich am Wiederaufbau Bayerns beteiligt waren. Auch hob er deren Bedeutung als Brückenbauer zwischen der alten und der neuen Heimat hervor. Im Anschluss moderierte er eine Gesprächsrunde mit drei Zeitzeugen. Diese erzählten, wie sie als Kinder die Vertreibung mit ihren Müttern überstanden hatten. Als die Väter schließlich zu ihnen stießen, gelang den Familien der Neuanfang.

Die Beauftragte der Staatsregierung für Aussiedler und Vertriebene Dr. Petra Loibl, MdL, bekräftigte in ihren Schlussworten den Willen und die Bereitschaft der Bayerischen Staatsregierung auch weiterhin dafür zu sorgen, dass das Schicksal der Vertriebenen und deren Verdienste um Bayern nicht in Vergessenheit geraten. Die Gedenkstunde endete mit dem gemeinsamen Singen der Bayern- und der deutschen Nationalhymne.

Der anschließende Empfang fand im Garten des Prinz-Carl-Palais statt.

„Nichts ist selbstverständlich – nicht Frieden und nicht Wohlstand“

Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung in Baden-Württemberg

Bei einer Feierstunde zum Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung wurde am Mahnmal für die Charta der deutschen Heimatvertriebenen in Bad Cannstatt ein Kranz niedergelegt.

„Der nationale Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung am 20. Juni hat eine hohe Symbolkraft. An diesem Tag erinnern wir uns an ein historisches Ereignis, das die Geschichte unserer ganzen Nation prägte: An das Schicksal von Millionen Deutschen, die vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg Flucht, Vertreibung, Zwangsumsiedlung und Deportation erleiden mussten“, sagte Baden-Württembergs stellvertretende Ministerpräsident, Innenminister und Landesbeauftragte für Vertriebene und Spätaussiedler Thomas Strobl.

Der Landesbeauftragte für Vertriebene und Spätaussiedler lud traditionell zu einer Gedenkfeier in Stuttgart ein. Bei der diesjährigen Veranstaltung vertrat Ministerialdirektor Reiner Moser den Innenminister, der in Potsdam bei der Innenministerkonferenz sein musste, und legte einen Kranz am Mahnmal für die Charta der deutschen Heimatvertriebenen in der Kursaal-Anlage in Bad Cannstatt nieder. An der Ausgestaltung der Gedenkfeier beteiligten sich der Stellvertretende Landesvorsitzende des Bundes der Vertriebenen, Raimund Haser MdL, und die Beauftragte der Evangelischen Landeskirchen in Baden-Württemberg bei Landtag und Landesregierung, Kirchenrätin Arngard Uta Engelmann. Für die musikalische Begleitung sorgte ein Ensemble des Landespolizeiorchesters.

„Mit dem nationalen Gedenktag wirken wir dem Vergessen entgegen. Wir geben den Opfern von Flucht und Vertreibung ein andauerndes Erinnern. Das Schicksal der deutschen Heimatvertriebenen führt uns vor Augen, dass Frieden, Freiheit und Wohlstand nicht selbstverständlich sind. Vielmehr sind wir auch im 21. Jahrhundert dazu aufgerufen, für eine tolerante und demokratische Gesellschaft einzustehen“, so Minister Thomas Strobl.

(Quelle: Pressestelle des Landes Baden-Württemberg)

„Sport und Freundschaft“

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán in Stuttgart empfangen

Ungarns Regierungschef Viktor Orbán und Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann haben bei einem Empfang im Stuttgarter Schloss im Vorfeld zum EM-Duell zwischen Gastgeber Deutschland und Ungarn „das friedliche Miteinander beider Völker“ gelobt und nicht über die Staatsgeschäfte gesprochen. „Es freut mich, dass ich unter Politikern sein konnte und überhaupt nicht über Politik reden musste. Nur über Sport und Freundschaft“, sagte Orbán vor dem Spiel.

Kretschmann warb für eine internationale Zusammenarbeit, „weil wir hier in Baden-Württemberg merken, wie gut das tut – wirtschaftlich, sozial und atmosphärisch“, sagte der 76-Jährige.

Orbán nahm kurz Bezug auf Baden-Württemberg und die Schwaben, „das ist das beste Ort, wo wir hinkönnen“, so das ungarische Staatsoberhaupt.

Beide Politiker riefen zudem die Erinnerungen an das WM-Finale 1954 ins Gedächtnis. 70 Jahre liegt das „Wunder von Bern“, bei dem Deutschland mit einem 3:2-Sieg gegen Ungarn Weltmeister wurde, inzwischen zurück. „Das ist eine bis heute unbereinigte Sache. Die muss geklärt werden“, sagte Orbán mit einem Schmunzeln.

Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper dankte Ungarn auch für die Öffnung des Eisernen Vorhangs im Jahr 1989 und DFB-Präsident Bernd Neuendorf freute sich, dass er bei der EM und speziell in Stuttgart „die ganze Wucht des Fußballs“ in seinem positiven Ausmaß erleben kann.

(Quellen: u.a. schwaebische.de und Stuttgarter Nachrichten)