„Újpetre: Erinnern, gedenken und danken“

Delegation aus Wernau in Újpetre

Eine Delegation aus Wernau besuchte kürzlich die ungarische Partnerstadt Bonnhard. Im Rahmen des Aufenthalts führte der Weg auch nach Újpetre (Rácpetre) im Komitat Baranya – einen Ort, der für Wernau eine besondere historische Bedeutung hat. Nach Flucht und Vertreibung fanden mehrere hundert Menschen aus Újpetre in Wernau eine neue Heimat.

Anlässlich des 80. Gedenkjahres der Vertreibung der Ungarndeutschen legten Bürgermeisterin Christiane Krieger, Vertreter des Gemeinderats und des Ungarndeutschen Folklore-Ensembles Wernau am örtlichen Denkmal einen Kranz nieder.

Renáta Feketéné Goron, Vorsitzende der Deutschen Selbstverwaltung Újpetre, unterstrich in ihrer Ansprache die Verantwortung der heutigen Generation. Die Erinnerung an die Geschichte müsse wachgehalten und zugleich die Kultur, Sprache und Bräuche der Vorfahren bewahrt werden.

Alfred Freistädter, Stadtrat und Mitglied der LDU, dessen Mutter aus Újpetre stammt, erinnerte an die persönlichen Schicksale der Vertriebenen. Aus den Erinnerungen der 93-jährigen Wernauerin Anna Deutsch schilderte er die Vertreibung ihrer Familie im August 1947. Zugleich erinnerte er an den 2012 vom Ungarischen Parlament beschlossenen Gedenktag für die vertriebenen Ungarndeutschen. Grüße überbrachte er vom Bundesvorsitzenden der LDU in Deutschland, Joschi Ament, von der Vorsitzenden der LdU in Ungarn, Ibolya Hock-Englender, sowie vom deutschen Nationalitätensprecher im Ungarischen Parlament, Gregor Gallai.

Bürgermeisterin Krieger brachte die Bedeutung des Besuchs auf den Punkt: „Wir sind aus zwei Gründen hier. Wir gedenken. Und wir danken. Das eine ist vom anderen nicht zu trennen.“

Sie würdigte insbesondere die Ungarndeutschen, die nach ihrer Vertreibung in Wernau neu anfangen mussten und maßgeblich zum Aufbau der Stadt beitrugen. Mit der Kranzniederlegung verbanden sich somit Erinnerung, Dankbarkeit und die Verbundenheit zwischen Wernau und Újpetre.