Heimatvertriebene und Heimatverbliebene – gemeinsam für das kulturelle Erbe

6. Internationale Fachtagung bringt junge Generationen und deutsche Minderheiten zusammen

Vom 28. bis 30. August 2026 fand in Frankfurt am Main die 6. Internationale Fachtagung der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Minderheiten (AGDM) in der FUEN statt. Unter dem Titel „Heimatvertriebene und Heimatverbliebene – Zwei Seiten der gleichen Medaille“ brachte sie Vertreter der Landsmannschaften, deutscher Minderheiten, Wissenschaft, Politik und Kultur zusammen. Die Tagung stand unter der Schirmherrschaft des Hessischen Ministerpräsidenten Boris Rhein.

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Frage, wie junge Menschen für die Bewahrung und Vermittlung des deutschen Kulturerbes gewonnen werden können. Anna Schulteisz, Vorsitzende der Gemeinschaft Junger Ungarndeutscher (GJU), stellte die Arbeit der jungen Ungarndeutschen vor und moderierte eine Podiumsdiskussion mit Jugendvertretern verschiedener Landsmannschaften und deutscher Minderheiten. Ein wichtiges Ergebnis: Jugendnetzwerke müssen grenzüberschreitend gestärkt und gemeinsame Projekte entwickelt werden.

Auch die Möglichkeiten moderner Wissensvermittlung standen im Mittelpunkt. Ibolya Hock-Englender, Vorsitzende der LdU in Ungarn, präsentierte die ungarndeutschen Lehrpfade als beispielhaftes Projekt. Die Themenwege verbinden Geschichte, Sprache, Kultur und lokale Erinnerung und machen das kulturelle Erbe unmittelbar erlebbar. Das 2015 initiierte Projekt hat sich inzwischen zu einem Netzwerk zahlreicher Lehrpfade entwickelt.

Die Tagung machte deutlich: „Heimat verbindet – über Grenzen, Generationen und Entfernungen hinweg“ und „Kulturelles Erbe bleibt lebendig, wenn wir es gemeinsam weitergeben – und wenn junge Menschen Raum bekommen, es mitzugestalten“. Für die LDU-Deutschland, die durch Alfred Freistädter, Mitglied des Bundesvorstandes, vertreten war, bedeutet dies zugleich einen klaren Auftrag: Netzwerke ausbauen, junge Menschen einbinden und unser gemeinsames ungarndeutsches Kulturerbe sichtbar und lebendig halten.