„Erinnerung, Verantwortung und Gemeinschaft“

Gedenkveranstaltung in Elek/Ungarn

Anlässlich des 80. Jahrestages der Vertreibung der Deutschen aus dem Komitat Békés, wurde in Elek, eine würdige Gedenkveranstaltung ausgerichtet. Eingeladen hatten die Deutsche Nationalitätenselbstverwaltung des Komitats Békés, die Eleker Deutsche Nationalitätenversammlung sowie der Verein der Deutschen in Elek.

Der Gedenktag begann mit einem gemeinsamen Gottesdienst in der römisch-katholischen Kirche von Elek, der Raum für Besinnung und stille Erinnerung an die ungarndeutsche Leidenszeit zwischen 1944 und 1948 bot. Im Anschluss folgte das offizielle Gedenkprogramm an der Landesgedenkstätte, bei dem Kränze niedergelegt wurden. Die Ansprachen hielten Dr. Lajos Abonyi, Vorsitzender der Deutschen Nationalitätenselbstverwaltung im Komitat Békés, sowie Joschi Ament, Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn, dessen Familie selbst größtenteils aus Elek vertrieben wurde.

Für den kulturellen Rahmen sorgten Schülerinnen und Schüler der Dr. Mester György Grundschule unter der Leitung von Tamás Klemm, die mit ihrem Beitrag die Gedenkfeier eindrucksvoll bereicherten.

Im weiteren Verlauf schloss sich eine Podiumsdiskussion im Leimen-Haus an, die sich mit zentralen Fragen von Kollektivschuld, Verschleppung und Vertreibung auseinandersetzte. In diesem Zusammenhang wurden auch historische Zahlen der letzten Volkszählung von 1941 in Erinnerung gerufen: Von knapp 10.000 Ungarndeutschen im Komitat Békés wurden etwa 7.500 vertrieben – allein fast 5.000 aus Elek.

Den Abschluss bildete ein gemeinsames Mittagessen auf Einladung der deutschen Komitats- Selbstverwaltung, das auch Gelegenheit zu Austausch und persönlichen Gesprächen bot. In dieser Verbindung aus würdigem Gedenken, inhaltlichem Dialog und gelebter Gemeinschaft zwischen den Ungarndeutschen im Komitat Békés klang die Veranstaltung gelungen aus.

 

 

(Bilder: Stadt Elek)