„Auf den Spuren der Ungarndeutschen“

Besuch des sächsischen Landtagspräsidenten im Gerlinger Stadtmuseum

Auf Einladung von Konrad Epple MdL, Vorsitzender des Arbeitskreises Heimatpflege im Regierungsbezirk Stuttgart, besuchte der Präsident des Sächsischen Landtags, Alexander Dierks, das Stadtmuseum in Gerlingen – insbesondere die eindrucksvolle Abteilung zur Geschichte der Deutschen aus Ungarn.

Epple verband bewusst sein politisches Mandat mit seinem ehrenamtlichen Engagement, um der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn (LDU) einen Austausch mit Sachsen zu ermöglichen. „Gerade kulturelle Erinnerungsarbeit verdient politische Aufmerksamkeit“, betonte er.

Gerlingens Stadtarchivleiter Klaus Herrmann führte durch die Dauerausstellung und zeichnete die Geschichte der Ungarndeutschen nach: von der Ansiedlung im 18. Jahrhundert bis zur Vertreibung ab 1946. Rund 3.600 Vertriebene – davon knapp 800 Ungarndeutsche – fanden in Gerlingen eine neue Heimat und prägten die Stadt nachhaltig – bis heute gilt sie als „inoffizielle Hauptstadt der Ungarndeutschen“.

Für den gebürtigen Bietigheimer Dierks war der Besuch auch persönlich bewegend. Besonders beeindruckt zeigten ihn die Zeitzeugen-Interviews von Schülerinnen und Schülern des Robert-Bosch-Gymnasium Gerlingen. Mit Blick auf das jahrzehntelange Schweigen in der DDR über Flucht und Vertreibung verwies er auf bestehende Lücken in der sächsischen Erinnerungskultur.

Im abschließenden Gespräch mit dem LDU-Bundesvorsitzenden Joschi Ament und dem Bundesgeschäftsführer Erich Gscheidle stand der Blick nach vorn im Mittelpunkt. Alle betonten die gemeinsame Verantwortung, Erinnerung lebendig zu halten und Brücken zwischen den Regionen zu schlagen.

Die Bereitschaft für einen künftigen Dialog und einen engeren Austausch war auf beiden Seiten spürbar zu erkennen – als Signal für eine zukunftsgerichtete, gemeinsame Erinnerungsarbeit in Verantwortung für kommende Generationen.