
Wie aus Begegnung, Geschichte und persönlichen Erfahrungen gemeinsames Erinnern wird
Migration verändert Gesellschaften – und sie verbindet Menschen. Das wurde Ende September im Donauschwäbischen Zentralmuseum (DZM) in Ulm auf besondere Weise sichtbar. Mit einem Jubiläumsfest feierte das Internationale Forum „Migration verbindet“ sein zehnjähriges Bestehen. Auch die Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn war dabei: Die LDU Baden-Württemberg wurde durch ihre stellvertretende Landesvorsitzende Renate Bayer vertreten.
Seit 2016 bringt das Forum Menschen mit unterschiedlichen Migrationsgeschichten zusammen und entwickelt gemeinsam mit dem DZM Ausstellungen, Veranstaltungen und neue Vermittlungsformate. Dabei treffen persönliche Erfahrungen auf die Geschichte der Donauschwaben – und eröffnen neue Perspektiven auf Flucht, Ankommen, Heimat und Identität. In zehn Jahren sind auf diese Weise elf Projekte entstanden.
Zum Jubiläum präsentierte das DZM eine Retrospektive der bisherigen Arbeit. Ein Festakt mit DZM-Direktor Tamás Szalay, einem Grußwort von Ulms Bürgermeisterin Iris Mann und einer Projektvorstellung durch Tine Mehls machte deutlich: „Migration verbindet“ ist weit mehr als ein Museumsprojekt. Es ist ein Ort des Austauschs, der Begegnung und des gegenseitigen Verstehens.
Gerade für die ungarndeutsche Gemeinschaft ist dieser Ansatz bemerkenswert. Auch unsere Geschichte ist geprägt von Migration, Ankunft, Heimatverlust und dem mühsamen Aufbau einer neuen Heimat. Heute zeigt sich: Erinnerung muss nicht trennen. Sie kann Brücken bauen – zwischen Generationen, Kulturen und Lebensgeschichten.
Das DZM macht damit sichtbar, was auch für die LDU gilt: Geschichte lebt dann weiter, wenn Menschen miteinander ins Gespräch kommen. Denn Heimat bedeutet nicht nur, woher wir kommen – sondern auch, was wir gemeinsam daraus machen.
