„Gedenken an die verschwundenen Umsiedler“

Feierstunde des Bessarabiendeutschen Vereins in Stuttgart

Erinnerung verbindet: Mitte September 2026 kamen im Heimathaus des Bessarabiendeutschen Vereins e. V. in Stuttgart Vertreter verschiedener deutscher Landsmannschaften und Vertriebenenverbände zu einer Feierstunde zusammen. Im Mittelpunkt stand das Gedenken an die sogenannten „verschwundenen Umsiedler“ und an ihr Schicksal während der nationalsozialistischen Herrschaft.

Anlass der Veranstaltung war das zehnjährige Bestehen der Gedenkstätte des Bessarabiendeutschen Vereins. Sie erinnert an Bessarabiendeutsche, die im Zuge der Umsiedlung von ihren Familien getrennt, in Krankenanstalten eingewiesen und vielfach Opfer der nationalsozialistischen Krankenmorde wurden.

Nach der Begrüßung durch die Bundesvorsitzende des Bessarabiendeutschen Vereins, Brigitte Bornemann, und einer Andacht wurde eine neu gestaltete Gedenktafel enthüllt. Sie trägt die Namen von 207 Menschen, die inzwischen als Opfer der NS-„Euthanasie“ identifiziert werden konnten.

Grußworte sprachen Ministerialdirigentin Anne-Katrin Leukhardt vom Ministerium für Ländlichen Raum und Heimat in Baden-Württemberg sowie Werner Carlhoff von der Deutsch-Baltischen Gesellschaft. Sie unterstrichen die Bedeutung einer lebendigen Erinnerungskultur und der Zusammenarbeit der deutschen Heimatvertriebenenverbände.

Einen vertiefenden Einblick gab Dr. Hartmut Knopp mit seinem Vortrag über die nationalsozialistischen Krankenmorde im Stuttgarter Umland. Ergänzend wurden anhand ausgewählter Fallbeispiele die Lebenswege und Schicksale verschiedener Opfergruppen vorgestellt. Eine Führung durch die Dauerausstellung und musikalische Beiträge rundeten die Feierstunde ab.

Die Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn war durch Alfred Freistädter, Mitglied des Landespräsidiums, vertreten. Seine Teilnahme unterstrich die Verbundenheit der verschiedenen deutschen Landsmannschaften und die gemeinsame Verantwortung, Erinnerung und Geschichte auch für kommende Generationen lebendig zu halten.