
Kranzniederlegung in Bad Cannstatt zum Tag der Heimat 2026
In stillem Gedenken an die Opfer von Flucht und Vertreibung versammelten sich am Tag der Heimat 2026 Vertreterinnen und Vertreter der Vertriebenenverbände und Landsmannschaften im Kurpark Bad Cannstatt. Am Mahnmal wurde an jene Menschen erinnert, die durch Krieg, Verschleppung und Vertreibung ihr Leben oder ihre Heimat verloren.
Musikalisch umrahmt wurde die Gedenkstunde von der Siebenbürger Blasmusik Stuttgart. Nach der Begrüßung durch den BdV-Landesvorsitzenden Hartmut Liebscher richtete der Präsident des Landtags von Baden-Württemberg, Thomas Strobl, ein Grußwort an die Anwesenden. Auch Stuttgarts Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper nahm an der Gedenkveranstaltung teil.

Die Gedenkansprache hielt Joschi Ament, Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn. Dabei ging es nicht nur um Zahlen, Jahreszahlen und politische Entscheidungen. Im Mittelpunkt standen die Menschen dahinter – Familien, die von einem Tag auf den anderen ihre Heimat, ihre Sicherheit und vielfach auch Angehörige verloren.
Gerade im Jahr 2026, 80 Jahre nach Beginn der Vertreibung der Ungarndeutschen, wurde das Gedenken für Ament zu einer ganz persönlichen Erinnerung. Rund 32.000 Ungarndeutsche wurden 1944/45 zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion verschleppt, etwa 220.000 wurden aus Ungarn vertrieben, während rund 200.000 in ihrer Heimat verblieben.
Auch Aments eigene Familiengeschichte steht beispielhaft für dieses Schicksal: 13 Angehörige wurden nach Russland deportiert, 24 Familienmitglieder 1946 vertrieben und 13 weitere blieben in Ungarn. Unter den Vertriebenen waren sein Vater und seine Urgroßeltern.
Im Anschluss legte Joschi Ament den Kranz der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn nieder. Ein Moment der Stille – und zugleich ein Moment des Erinnerns an die Menschen hinter den Zahlen.
„Erinnerung ist Verantwortung“, lautete die zentrale Botschaft. Verantwortung, die Wahrheit auszusprechen, den Opfern ihre Namen und Würde zu bewahren und ihre Geschichte an die nächste Generation weiterzugeben. Gerade als Ungarndeutsche und als Enkelgeneration der Vertriebenen bleibt dieser Auftrag lebendig.

