KULTURTAGUNG
80 Jahre vertrieben
–
80 Jahre geblieben
Die Geschichte der Ungarndeutschen zwischen Heimatverlust, Erinnerung und Zukunft
Einladung
Gerlingen
Samstag, 17. Oktober 2026
„Mosaiksteine eines Deutschtums“
Wie erlebte ein Kind in Ungarn die Jahre nach der Wende 1989 im Hinblick auf seine deutsche Herkunft? Welche Rolle spielten die deutsche Muttersprache seiner Großeltern, die Besuche der aus Deutschland zurückkehrenden Verwandten und die Familiengeschichte zwischen 1946 und 2026, die niemals vollständig erzählt wurde? Was bedeutet es heute, in Ungarn der deutschen Minderheit anzugehören und als Historiker mit ungarischer Muttersprache zu arbeiten?
Diesen Fragen geht Péter Schweiniger, Dozent an der Eötvös-Loránd-Universität (ELTE) Budapest nach und verbindet dabei historische Quellen mit seiner persönlichen Lebensgeschichte.
Aus verschiedenen, nebeneinandergestellten und auf den ersten Blick voneinander unabhängigen Geschichten entfaltet Péter Schweiniger das Identitätsuniversum seiner Familie und seiner eigenen Zugehörigkeit zur ungarndeutschen Gemeinschaft. Die persönlichen Erzählungen ergänzt er durch Archivquellen und Fotografien aus seinem privaten Familienalbum.
„Junge Menschen erzählen Geschichte“
80 Jahre nach der Vertreibung der Ungarndeutschen setzen sich junge Menschen mit einem der einschneidendsten Kapitel der gemeinsamen deutsch-ungarischen Geschichte auseinander.
Schülerinnen und Schüler des reformierten Gymnasiums von Tata haben sich im Gedenkjahr intensiv mit den Schicksalen der Ungarndeutschen beschäftigt. Ausgangspunkt ihrer Arbeit waren historische Quellen, Zeitzeugenberichte und Familiengeschichten, die die Folgen von Vertreibung, Heimatverlust und Neubeginn bis heute nachvollziehbar machen. Aus dieser Auseinandersetzung entstand ein eindrucksvolles Theaterprojekt mit szenischen Darstellungen, das Geschichte nicht nur erzählt, sondern erlebbar macht. Die jungen Darstellerinnen und Darsteller geben den Menschen hinter den historischen Ereignissen eine Stimme und zeigen, welche Bedeutung Erinnerung, Identität und Versöhnung auch für ihre Generation besitzen.
Im Rahmen der Landeskulturtagung präsentieren die Schülerinnen und Schüler ihr selbst entwickeltes Stück erstmals einem breiteren Publikum. Die Aufführung lädt dazu ein, Geschichte aus einer jungen Perspektive zu erleben und verdeutlicht, dass die Erinnerung an die Vertreibung der Ungarndeutschen auch 80 Jahre später nichts von ihrer Aktualität verloren hat.
Programm
Rathaus
12:30 Uhr gemeinsames Mittagessen im Casino des Rathauses
14.00 Uhr Begrüßung: Dirk Oestringer, Bürgermeister der Stadt Gerlingen
Grußwort und Einführung: Joschi Ament, LDU-Bundes- und Landesvorsitzender
„Mosaiksteine eines Deutschtums“
Familiengeschichten aus Szár zwischen 1946 und 2026
PhD. Dr. Péter Schweininger
Anschließend Kaffeepause
„Junge Menschen erzählen Geschichte“
Theaterprojekt aus Tata zum Gedenkjahr 80 Jahre Vertreibung
Schülerinnen und Schüler des reformierten Gymnasiums von Tata
17.30 Uhr Schlussworte: Dirk Oestringer, Bürgermeister der Stadt Gerlingen
Musikalische Umrahmung durch die Jugendmusikschule der Stadt Gerlingen
Hinweise zur Tagung:
Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Frau Annette Welfonder, Tel.: 07156 / 205-8103 oder a.welfonder@gerlingen.de
Veranstalter:
Stadt Gerlingen und Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn, Landesverband Baden-Württemberg
Gefördert durch das Land Baden-Württemberg, Ministerium für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat
