„Es sind die Begegnungen mit den Menschen, die uns wichtig sind“

Patenschaftsrat der Stadt Gerlingen und der LDU Baden-Württemberg zu Gast in Tata

Mit einer 35-köpfigen Delegation besuchte der Patenschaftsrat der Stadt Gerlingen im Rahmen einer fünftägigen Informationsreise seine ungarische Partnerstadt Tata/Totis im Komitat Komárom-Esztergom westlich von Budapest.

Ein kurzer Zwischenstopp am Anreisetag führte die Reisegruppe nach Levél/Kaltenstein, dem Geburtsort von Dr. Friedrich Zimmermann, dem Ehrenvorsitzenden der LDU, der bis zur Vertreibung seiner Familie am Ende des Zweiten Weltkrieges in Kaltenstein lebte.

Der zweite Tag der Begegnungsreise stand im Mittelpunkt des 35-jährigen Städtepartnerschaftsjubiläums zwischen den beiden Städten Gerlingen und Tata, die bereits 1987 geschlossen werden konnte. Nach einem offiziellen Empfang im Rathaus von Tata durch Bürgermeister József Michl und weiteren Vertretern der Stadt besichtigte die Gruppe aus Gerlingen zahlreiche Sehenswürdigkeiten der Stadt, u. a. auch das Schloss der Familie Eszterházy. Beim gemeinsamen Mittagessen im Englischen Garten der Stadt nutzten die Vertreter aus Gerlingen und Tata die Gelegenheit für intensive Gespräche.

Bereits am Vormittag des dritten Reisetages fand ein beeindruckendes Programm auf dem Friedhof bei der Ruinenkirche in Zsámbek/Schambek statt, bevor sich die Gruppe am Nachmittag im Jakob-Bleyer-Heimatmuseum in Budaörs/Wudersch mit den beiden Spitzenvertretern der LdU in Ungarn – Ibolya Hock-Englender und Emmerich Ritter – zum Gedankenaustausch traf. Der Besuch des alten Friedhofes bei der Landesgedenkstätte zur Erinnerung an die Vertreibung der Ungarndeutschen vor 76 Jahren bildete den Abschluss eines intensiven Tagesprogramms.

Der Schlusstag der Ausfahrt stand im Zeichen der freundschaftlichen Begegnung zwischen den Menschen beider Partnerstädte. Nachdem die Gerlinger Gruppe am Vormittag durch den magischen Zauberwald von Tata spazierte, bildete der Besuch des Ungarndeutschen Basismuseums in Tata dem kulturellen Abschluss einer beeindruckenden Reise des Patenschaftes.

„Alte Spuren – neue Wege“

Forum der Landsmannschaften tagte in Tübingen

Das Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde (kurz: „IdGL“) lädt seit vielen Jahren die Vorsitzenden der vier donauschwäbischen Landsmannschaften zu einem regelmäßigen Dialog zum so genannten „Forum der Landsmannschaften“ nach Tübingen ein. Auch dieses Forum konnte zuletzt aufgrund der Pandemie nicht stattfinden, insofern freuten sich die Verantwortlichen des IdGL – Prof. Dr. Reinhard Johler und Dr. habil Mathias Beer – dass endlich wieder ein Treffen in Präsenz stattfinden konnte.

Prof. Johler betonte in seiner Begrüßung den Stellenwert und die Bedeutung des Forums, bei dem die Bundesvorsitzenden Joschi Ament (für LDU), Peter-Dietmar Leber (für Banater Schwaben) und Hans Supritz (für Donauschwaben) sowie Anna Probst (als stellvertretende Landesvorsitzende in Baden-Württemberg für die Sathmarer Schwaben) den Dialog und den persönlichen Austausch suchten.

Im Verlauf des Forums informierten Prof. Johler und Dr. habil. Beer ausführlich über die Aktivitäten des Instituts, über personelle Veränderungen und über die geplanten Aktivitäten für die Jahre 2022 und darüber hinaus. Ebenso konnten die Vertreter der vier donauschwäbischen Landsmannschaften über ihre Planungen und Projekte für das Kalenderjahr 2022 berichten. Umfangreiche Aussprachen und konstruktive Diskussionsbeiträge zu den unterschiedlichsten Tagesordnungspunkten sorgten für einen wichtigen Dialog zwischen dem idGL und den Landsmannschaften, aber auch zwischen den Vertretern der Landsmannschaften selbst.

„Das Forum der Landsmannschaften ist und bleibt damit ein wertvoller und wichtiger Bestandteil des regelmäßigen Austauschs unter unseren vier donauschwäbischen Landsmannschaften“, wie der LDU-Bundesvorsitzende Joschi Ament resümierte.

 

„Neues Parlament und neuer Ausschuss der Nationalitäten konstituieren sich“

Emmerich Ritter legt den Amtseid ab

Am 2. Mai legten die Abgeordneten, die bei den Parlamentswahlen in Ungarn im April ein Mandat erhielten – so auch der Parlamentsabgeordnete der Ungarndeutschen, Emmerich Ritter – ihren Amtseid ab, das neue ungarische Parlament konstituierte sich.

Auf der Sitzung wurde Emmerich Ritter aufgrund der Stellungnahme der Sprecher der Nationalitäten und des Vorschlags des Parlamentspräsidenten zum Vorsitzenden des Ausschusses für Nationalitäten in Ungarn (NEB) gewählt, in dem auch die 11 Nationalitätensprecher jeweils einen Platz bekommen haben. Der ungarndeutsche Abgeordnete, der über die Liste der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen ins Hohe Haus gewählt wurde, wird nun auch Mitglied des Parlaments- und des Haushaltsausschusses sein.

„Ich werde meine Arbeit in der nächsten vierjährigen Amtszeit unter den bestmöglichen Bedingungen, vor allem für die deutsche Gemeinschaft, aber auch für alle einheimischen Nationalitäten in Ungarn beginnen und durchführen können”, so Emmerich Ritter. „Ich bin zuversichtlich und werde mein Möglichstes tun, um in Zusammenarbeit mit der Landes-selbstverwaltung der Ungarndeutschen und dem Verband der Landesselbstverwaltungen der Nationalitäten in NEB die besten Ergebnisse zu erzielen. Ich danke all jenen, die mit ihrer Stimme und ihrer Arbeit dazu beigetragen haben, dass ich weiterhin als vollberechtigter Abgeordneter der Ungarndeutschen und der anderen Volksgruppen in unserem Land arbeiten kann.“

 

Quelle: www.zentrum.hu

„70 Jahre Bund der Vertriebenen in Baden-Württemberg“

Ministerpräsident Kretschmann und Innenminister Strobl würdigen Verdienste von Vertriebenen

Mit einer Jubiläumsveranstaltung unter dem Titel „70 Jahre Bund der Vertriebenen (BdV) und Spätaussiedler Baden-Württembergs“ feierte der BdV in Baden-Württemberg Ende April sein Jubiläum im Weißen Saal des Neues Schlosses in Stuttgart.

Nach der Begrüßung durch die Landesvorsitzende Iris Ripsam überbrachten der Präsident des Bundes der Vertriebenen, Dr. Bernd Fabritius, und Baden-Württembergs Innenminister und Landesbeauftragter für Vertriebene und Spätaussiedler, Thomas Strobl, jeweils ein Grußwort. Die Festansprache hielt Ministerpräsident Winfried Kretschmann.

Kretschmann sagte, das Jubiläum des BdVs und das des Landes Baden-Württemberg hingen eng zusammen. „Denn die Heimatvertriebenen haben bei der Volksabstimmung im Dezember 1951 nahezu geschlossen für den Südweststaat gestimmt.“ Sie hätten so den entscheidenden Ausschlag für die Gründung des Landes Baden-Württemberg wenige Monate später gegeben. „Die heimatvertriebenen Deutschen wollten in der neuen Heimat gute Staatsbürger sein.“

Kretschmann erinnerte auch an das Leid der Vertriebenen. Der Grünen-Politiker sagte: „Unrecht ist und bleibt es, wenn unschuldige Frauen, Männer und Kinder willkürlich aus ihrer Heimat vertrieben, wenn sie enteignet oder ermordet werden.“ Unrecht sei und bleibe es, wenn Menschen allein ihrer Volkszugehörigkeit wegen verfolgt, diskriminiert und an Leib und Seele bedroht werden.

„Der BdV und die Landsmannschaften setzen sich sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene seit Jahrzehnten nachdrücklich für Versöhnung und Frieden in Europa ein. Gemeinsames und Verschiedenes zu kennen und sich damit auseinanderzusetzen, ist letztendlich die beste Grundlage für eine tragfähige Völkerverständigung. Diese Aufgabe und ihre Bedeutung sind angesichts der kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine hochaktuell und nicht hoch genug zu bewerten. Wer glaubte, dass der Frieden in Europa selbstverständlich und für alle Zeiten gesichert ist, wurde in den vergangenen Wochen eines Besseren belehrt. Wir müssen daraus die Lehre ziehen, dass Frieden, Freiheit und Toleranz immer wieder unseren vollen Einsatz erfordern“, so die Worte des Innenministers Thomas Strobl.

 

(Quellen: swr.de und baden-württemberg.de)

„Alte Tradition – neuer Baum“

Maibaum aus neuem Wald bei der LDU in Bayern

Heuer musste sich Georg Hodolitsch, Vorsitzender der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn Landesverband Bayern, in Geretsried-Stein einen neuen Waldbesitzer suchen, nachdem die jahrzehntelange treue Lieferantin des Maibaumes aus Königsdorf ihren Wald verkauft hatte. Es klappte mit dem neuen Waldbesitzer sehr gut und der diesjährige Maibaum zeigt sich fesch im Frühlingskleid. Hodolitsch musste sich mit seinem Nachbarn kräftig ins Zeug legen, um die Fichte mit kräftigem Stamm und schönem Gipfel aus dem Wald heraus zu ziehen und auf dem Leiterwagen nach Hause zu fahren. Das Aufstellen mit einem weiteren Nachbarn und seinem Sohn war ebenfalls anstrengend. Aber mit bayerischer Erfahrung und Muskelkraft gelang auch das. Schön war, dass dieses Mal „coronaleicht“ wieder mehr Nachbarn helfen durften und die Kinder begeistert den Baum schmückten. Die anschließende ungarndeutsche Brotzeit stärkte die Maibaumburschen und -madeln beim gemütlichen Beisammensein. Jetzt fehlt nur noch der Maitanz beim Baumschmeißen.

 

Quelle: Neue Zeitung