LDU - Landesverband Baden-Württemberg e.V.: Historie

1949 bis 1974

 

Dr. Ludwig Leber, MdL 

Er wurde am 06. April 1903 in Törökbálint/Grossturwall, Ungarn geboren und arbeitete nach der Vertreibung 1946 bei der Caritas und Flüchtlingshilfe für Württemberg in Stuttgart, deren Leiter er seit 01.07.1946 war; siehe Suevia-Archiv 1965. Er gründete 1949 die Landsmannschaft, die Heimatzeitung "Unsere Post" und den Hauskalender. Er starb am 17. Januar 1974 im Alter von 71 Jahren und wurde in Oeffingen bei Stuttgart beerdigt. Er gründete zusammen mit Dr. Paul Brandtner, der heute 90-jährig in Remseck lebt, die Heimatortskartei für Deutsche aus Ost- und Südeuropa in Stuttgart. Als Landtagsabgeordneter von 1950-1968 vertrat er in verschiedenen staatlichen Gremien die Interessen der Heimatvertriebenen und Flüchtlinge. Bleibende Verdienste hat sich Dr. Leber 1953 um die Freilassung der in Tiszalök von den Kommunisten festgehaltenen ca. 1.500 ehemalige ungarndeutsche Soldaten erworben. Am 20. Juni 1969 trägt Dr. Ludwig Leber den Wunsch an Bürgermeister Wilhelm Eberhard heran, die Stadt Gerlingen möge die Patenschaft über die Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn übernehmen. Der Gemeinderat und Bürgermeister Eberhard stimmten zu und am 19. Oktober 1969 wurde die feierliche Proklamation der Patenschaft in der Festhalle mit anschließendem bunten Fest- und Folkoreprogramm besiegelt. Am 24. Mai 1996 wurde eine Gedenktafel in Grossturwal am ehemaligen Elternhaus von Prälat Franz Walper eingeweiht. Auf der Gedenktafel steht: "Er hat sein ganzes Leben seinem Volk gewidmet".

  

Anfang der 50er Jahre (bis 1981) gründete Franz Hergenröder den Landesverband Baden-Württemberg e.V. seiner Landsmannschaft.

Beruflich war Franz Hergenröder in Stuttgart zunächst Sachbearbeiter in der Heimatauskunftsstelle beim Landesausgleichsamt, später, bis zum Eintritt ins Rentenalter, Leiter dieses wichtigen Amtes. Grosse Verdienste erwarb sich Franz Hergenröder auch als Mitglied des Patenschaftsrates unserer Patenstadt Gerlingen. Er war ein aktiver Förderer der kulturellen Patenschaftsarbeit. Franz Hergenröders Wirken schlug eine Brücke von der alten zur neuen Heimat. Er half entscheidend mit, dass Deutschland im wahrsten Sinne des Wortes unsere Heimat wurde. Er hat unseren Weg von der Katastrophe am Kriegsende bis zur Integration in Deutschland aktiv mitbegleitet. Er starb am 29. November 1992 in Stuttgart-Bad Cannstatt. Er war auch deren 1. Vorsitzender bis zur Fusion 1981 der bis dahin bestehenden zwei ungarndeutschen Landsmannschaften. Im neuen Verband wurde er zum 1. Stellvertretenden Landesvorsitzenden gewählt. Er wurde am 11.03.1913 in Ujpetre/Ratzpeter in der Schwäbischen Türkei in Ungarn geboren. Nach der Volksschule besuchte er das Pius-Gymnasium der Jesuiten in Fünfkirchen/Pécs. Nach einer mehrjährigen Tätigkeit als kommunaler Angestellter trat er in den Dienst der Volksgruppe im Kreis Mohács. Hier leitete er bis Ende 1944 deren Unterstützungsstelle. Das Ende des 2. Weltkrieges erlebte er in Österreich. Nach seiner Übersiedlung Ende der 40er Jahre nach Deutschland schloss er sich der Landsmannschaft in München an und war deren Bundesgeschäftsführer. Es gab in jenen Jahren große Probleme wirtschaftlicher und sozialer Art zu lösen. Die Landsmannschaft und die Verbände der Vertriebenen haben sich auf diesem Gebiet unvergängliche Verdienste erworben, so auch Franz Hergenröder.

1974 bis 1984

Von 1974 bis 1984 war Dr. Hans Sauter auch Landesvorsitzender (siehe auch Bundesvorsitzender Dr. Hans Sauter).

17. November 1984 bis 29. April 1989

Edmund Jäckel

Er wurde am 05. September 1922 in Véménd/Wemend, Branau in der Schwäbischen Türkei in Ungarn geboren. Auch war er ehrenamtlich im BdV-Vorstand tätig, wo er sich für die Belange der Heimatvertriebenen einsetzte. 1946 durch die Vertreibung aus Ungarn kam er nach Ulm, wo er fast drei Jahrzehnte lang Kreisvorsitzender und anschließend Landesvorsitzender war. In dieser Eigenschaft hat er sich für die Heimatvertriebenen mit großem Engagement eingesetzt. An seinem 70. Geburtstag wurde er für seine Arbeit im Vorstand mit der goldenen Ehrennadel ausgezeichnet.

29. April 1989 bis 05. Oktober 1994

Prof. Dr. Ing. Paul Strifler

Er wurde am 02. August 1922 in Elek/Ungarn geboren. Tätig als Direktor bei Daimler-Benz AG in Untertürkheim. In der Funktion des Landes-vorsitzenden löste er sein Versprechen ein, die landsmannschaftliche Arbeit zu intensivieren und die Kontakte nach Ungarn auszubauen. Er scheute weder Zeit noch Mühe, landsmannschaftliche Interessen staatlichen und kommunalen Stellen gegenüber nachdrücklich zu vertreten. Nach der Wende in Ungarn sind der Lands-mannschaft neue und wichtige Aufgaben entstanden. Strifler ging es besonders um die Wiederbelebung der deutschen Schulen mit deutschem Fachunterricht, damit die Ungarndeutschen ihre deutsche Identität in Ungarn bewahren können, ferner um den Ausbau der partnerschaftlichen Verbindungen, damit die Ungarndeutschen als anerkannte und wertvolle Minorität in Ungarn bestehen können. Zurzeit gibt es zwischen den baden-württembergischen und ungarischen Gemeinden über 100 Partner-schaften. Am 08. Mai 1991 konnte Strifler den neuen ungarischen Staatspräsidenten Arpád Göncz in Bebenhausen im Namen der Landsmannschaft begrüßen. Strifler ist auch im Vorstand der Suevia Pannonica tätig, wo er 1991 den Antrag stellte, einen Fonds zur Unterstützung ungarndeutscher Jung-akademiker einzurichten. Zurzeit stehen für diesen Zweck ca. 25.000 EUR zur Verfügung. Strifler half allen Landsleuten mit Rat und Tat, insbesondere bei den Teilent-schädigungen durch den ungarischen Staat. Großen Wert legte Strifler auf den Kontakt zu den Heimatortsgemeinschaften. Bei zahlreichen Veranstaltungen war er zu Gast und hielt Ansprachen. Intensiv unterstützte er auch die kulturelle Breitenarbeit.

05. Oktober 1994 bis Januar 1996

Pater Martin A. Jelli; Pfarrer und Psychologe

Tätig im Kloster Neresheim. Geboren wurde er am 02. Januar 1930 in Schambek/Ungarn. Jelli hat sich schon frü mit der Herkunft und Geschichte der Ungarndeutschen, mit ihrer Sprache, mit ihren Sitten und Bräuchen beschäftigt. Er veröffentlichte in der Heimatzeitung "Unsere Post" und im Hauskalender zahlreiche Beiträge. Es ging ihm immer darum, dass sich die Menschen ihrer Wurzeln bewusst werden. Er verfasste auch drei Bände über seine Heimatgemeinde Schambek, die ein umfangreiches Geschichtswerk darstellen. Martin Jelli hat sich nicht nur als langjähriger Vorsitzender des Heimatvereins bleibende Verdienste erworben, sondern auch um die Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn.

Januar 1996 bis Oktober 2004 

Dipl.-Ing. Josef Brasch

Im Januar 1996 erfolgte die Übernahme kommissarisch durch Josef Brasch und am 27. April 1996 wurde er in Gerlingen offiziell zum Landesvorsitzenden gewählt. Er wurde am 26. April 1930 in Zanegg/Mosonszolnok in Westungarn geboren. Das Abitur machte er am Abendgymnasium in Toronto/Kanada. Dort war er auch im Vorstand der donauschwäbischen Landsmannschaft tätig. Er lebte von 1951 bis 1963 in Kanada. An der Universität Karlsruhe studierte er Starkstromtechnik. Von 1968 bis 1995 war er bei Daimler-Benz in Sindelfingen tätig.  

Oktober 2004 - Januar 2007Dr.      Friedrich A. ZimmermannEnde Oktober 2004 übernahm Dr. Friedrich A. Zimmermann neben seinem Amt als Bundesvorsitzender auch den Vorsitz des Landesverbandes Baden-Württemberg, da Josef Brasch dieses Amt aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben konnte. 
Februar 2007 - lfd.Rudolf FathAuf der Hauptversammlung am 03.02.2007 im Rathaus Gerlingen wurde Rudolf Fath zum neuen Landesvorsitzenden gewählt, nachdem der bisherige Landesvorsitzende Dr. Friedrich A. Zimmermann nicht mehr kandidierte. Rudolf Fath ist auch über die Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn hinaus als Geschäftsführer des St. Gerhards-Werks (Stuttgart) bekannt. Mit dieser Wahl wurde ein Stück weit auch ein Generationswechsels in der Landsmannschaft eingeleitet, da Rudolf Fath nicht zur sogenannten "Erlebnisgeneration" gehört. Er wurde nach dem Krieg und der Vertreibung schon in Deutschland geboren.